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29.03.2016

08:49 Uhr

Pandora

Internet-Radio macht Gründer Westergren zum Chef

Wie viele Internet-Pioniere steckt auch der Radiodienst Pandora tief in der Krise. Nun taucht das Unternehmen überraschend den Chef aus: Mit Tim Westergren rückt der Firmengründer wieder an die Spitze.

Die Aktie des Internet-Radios steckt im Keller fest. Reuters

Pandora

Die Aktie des Internet-Radios steckt im Keller fest.

OaklandDer amerikanische Internet-Radio Pandora hat den Gründer Tim Westergren überraschend zum neuen Chef ernannt. Sein Vorgänger Brian McAndrews verlasse nach rund zweieinhalb Jahren das Unternehmen, teilte Pandora am Montag mit. Ein Grund für den Chefwechsel wurde nicht genannt.

Pandora hatte das vergangene Jahr mit einem dicken Verlust abgeschlossen, die Aktie steckt im Keller fest. Laut Medienberichten lotete Pandora auch einen Verkauf aus.

Pandora bietet in den USA ein Internetradio, dass sich auf den Musikgeschmack seiner Hörer einstellt, die einzelne Songs mit einem „Daumen hoch“ oder „Daumen runter“ bewerten können. Der Dienst hatte zuletzt über 81 Millionen Nutzer. Die Firma sicherte sich aber Teile des gescheiterten Musik-Dienstes Rdio. Damit soll auch ein internationales Streaming-Geschäft in Konkurrenz zu Spotify oder Apple Music aufgebaut werden. Das werde aber voraussichtlich erst 2017 soweit sein, hatte McAndrews im Februar gesagt. Im laufenden Jahr solle zunächst die Technologie von Rdio integriert werden.

Streaming-Dienste

Nutzen statt besitzen

Beim Musik-Streaming werden Songs direkt aus dem Internet abgespielt, statt sie auf die Geräte herunterzuladen. Dafür werden die Dateien in viele kleine Pakete zerlegt und in einem konstanten Strom aufs Gerät übertragen. Fans können damit Musik nutzen, ohne sie zu besitzen.

Marktführer Spotify

Es ist ein noch relativ kleines aber schnell wachsendes Geschäft. Größter Anbieter ist die schwedische Firma Spotify mit aktuell 15 Millionen zahlenden Kunden und 45 Millionen Gratis-Nutzern. Es gibt aber auch zahlreiche andere Dienste – allein in Deutschland gibt es 15 Anbieter, darunter Radio und Deezer und Apple Music.

Volle Auswahl für 10 Euro

Die meisten Anbieter setzen auf ein Abo-Modell: Für einen monatlichen Betrag gibt es den Zugriff auf ein Angebot aus Millionen Songs. Die Paketpreise beginnen bei fünf Euro, für rund 10 Euro bekommen Nutzer oft auch eine Offline-Funktion. In einigen Fällen können Musikfans eine werbefinanzierte Variante mit weniger Funktionen auch kostenlos nutzen.

Erfolg im zweiten Versuch

Schon vor rund zehn Jahren versuchten verschiedene Anbieter, Abo-Dienste zu etablieren – der Durchbruch kam aber erst mit der Verbreitung von Smartphones und allgegenwärtigen schnellen Datenverbindungen.

Mäßiger Sound

Als eine Schwäche gilt bei Musik-Enthusiasten die starke Kompression, die nötig ist, um die Dateien möglichst sparsam durch die Netze zu kriegen. Das kann die Sound-Qualität drücken.

Stand: Januar 2015

Von

dpa

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