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27.12.2012

18:04 Uhr

Pasta-Kette

Wiedeking gibt im Streit mit „Vapiano“ klein bei

VonMartin Dowideit

Die Restaurant-Kette des Ex-Porsche-Chefs Wendelin Wiedeking geht an den Start – unter einem anderen Namen als eigentlich geplant. Denn ein Konkurrent hatte sich über die ursprüngliche Wahl beklagt.

Nudeln mit Sauce und italienischem Flair. PR

Nudeln mit Sauce und italienischem Flair.

DüsseldorfLudwigshafen ist nicht als gastronomisches Highlight bekannt, eher für Großchemie. Doch eine Gaststätten-Premiere wird jetzt am Rhein gefeiert. Die erste Filiale der von Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking gegründeten Pasta-Kette „Tialini“ geht an den Start. Damit tritt der Manager in direkte Konkurrenz zu „Vapiano“, einer in den vergangene Jahren erfolgreichen Franchise-Kette von Nudel-Restaurants.

Vor dem Startschuss hat Wiedeking allerdings eingeknickt. Ursprünglich sollten seine Restaurants „Vialino“ heißen, doch das hatte bei „Vapiano“-Chef Gregor Gerlach zumindest ein Naserümpfen ausgelöst – wegen der großen Namensähnlichkeit. Der alte Name werde jetzt „zugunsten von Tialini nicht verwendet, da er eine zu große Nähe zu einem Wettbewerber hat, der diese Bedenken auch geäußert hat“, heißt es in einer Pressemitteilung des Wiedeking-Unternehmens. Der neue Name sei ein Kunstwort.

Bei Mitbewerber Vapiano nimmt man die Konkurrenz sportlich: „Wir unterschätzen alle unsere Mitbewerber, so auch Tialini, natürlich nicht, sondern haben weiterhin zum Ziel, permanent zu wachsen“, sagt Vapiano-Gründer Gerlach zu Handelsblatt Online. Von aktuell 120 Filialen soll die Zahl der Vapiano-Filialen bis 2015 auf rund 250 ausgebaut werden. „Wir machen uns keine Sorgen“, so Gerlach.

Die wertvollsten Fast-Food-Marken

Methodik

Einmal jährlich berechnet das US-Marktforschungsinstitut Millward Brown den Markenwert der wertvollsten Fast-Food-Ketten der Welt. Handelsblatt Online zeigt, welche Marken besonders gut abschneiden. (Stand: Mai 2013)

Platz 10

Taco Bell - Markenwert: 1,99 Milliarden Dollar

Die berühmte Burrito-Kette verkauft ihre mexikanischen Spezialitäten vor allem in den USA. Zwei Millionen Kunden und 5800 Filialen machen die Möchtegern-Mexikaner zu dem Umsatztreibern des Fast-Food-Riesens Yum!-Brands.

Platz 9

Burger King - Markenwert: 2,44 Milliarden Dollar

Was die Größe betrifft sind die Erfinder des Whoppers der größte McDonalds-Konkurrent. Beim Markenwert spielt die Burgerkette trotz 12.700 Filialen in 73 Ländern weltweit aber in einer anderen Liga.

Platz 8

Panera - Markenwert: 3,03 Milliarden Dollar

Die Backshop-Kette ist neu in den Top 10. Dort gibt es Brötchen, aber auch kleine Speisen wie Suppen. Die Kette hat mehr als 1700 Filialen in den USA und Kanada.

Platz 7

Tim Hortons - Markenwert: 3,38 Milliarden Dollar

Durch rasantes Wachstum hat die kanadische Kette in ihrem Heimatland sogar McDonald's überholt. In den 3300 Filialen werden besonders Kaffee und Donuts verkauft.

Platz 6

Chipotle - Markenwert: 4,97 Milliarden Dollar

Burritos und Tacos sind die Klassiker bei der US-Kette, die mexikanisches Essen serviert. Das Unternehmen wurde vor 20 Jahren gegründet und gehörte zwischendurch ein paar Jahre zu McDonald's.

Platz 5

Pizza Hut - Markenwert: 6,01 Milliarden Dollar

Die 12.000 Filialen der weltgrößten Pizzakette gehören ebenfalls zum Yum!-Imperium. Statt mit der klassischen italienischen Pizza feiert die Kette vor allem mit Pan-Pizzen Erfolge, die in der Pfanne serviert werden.

Platz 4

Kentucky Fried Chicken (KFC) - Markenwert: 9,95 Milliarden Dollar

Noch heute lächelt KFC-Gründer Colonel Harland Sanders von jedem Eimer mit Hähnchenflügeln, der über die Ladentheke geht. Die Kette, die ebenfalls zu Yum! gehört, steht seit mehreren Jahren in der Kritik von Tierschützern.

Platz 3

Subway - Markenwert: 16,69 Milliarden Dollar

Während Subway in den USA als beliebter Franchisepartner gilt, gingen der Sandwich-Kette in Deutschland reihenweise die Franchisenehmer von der Stange. Im Markenwert werden die US-Brötchengeber aber nur von zwei Konzernen geschlagen.

Platz 2

Starbucks - Markenwert: 17,89 Milliarden Dollar

Die Zeit des rasanten Wachstums ist vorbei. Die US-Kaffeekette wächst, aber die Wirtschaftskrise hinterlässt ihre Spuren in der Bilanz. Im Markenwert ist trotzdem keine Kaffeekette besser – und Starbucks hat im Vorjahresvergleich stark zugelegt.

Platz 1

McDonald's - Markenwert: 90,26 Milliarden Dollar

Das goldene M, Heimat von Big Mac und Chicken McNuggets, ist beim Markenwert einsam an der Spitze. Mit 34.000 Filialen in 118 Ländern gibt es kaum einen Winkel der Welt, in dem der Fast-Food-Riese nicht aktiv ist.

Dagegen sind Wiedekings Wachstumspläne deutlich bescheidener. Mittelfristig will der ehemalige Porsche-Chef bis zu 20 Filialen aufbauen, nach der Premiere sind zunächst aber nur zwei bis drei neue Filialen im kommenden Jahr geplant. Stuttgart und Zürich gelten als wahrscheinliche Standorte, ein Sprecher wollte das gegenüber Handelsblatt Online nicht kommentieren.

Das Konzept für die Restaurant-Kette hatte Wiedeking vor zwei Jahren in der Schweiz erworben inklusive des umstrittenen Namens. Das Tagesgeschäft führen zwei angestellte Geschäftsführer. Von „Vapiano“ – einem gehobenen Selbstbedienungsrestaurants – sollen sich die italienischen Restaurants à la Wiedeking vor allem dadurch unterscheiden, dass es dort Service am Platz gibt. Die Atmosphäre solle „modern-rustikal“ sein und Gäste können etwa gemeinsam eine große Schüssel Pasta bestellen und sich diese dann teilen.

Laut Internetseite verfügt Vapiano derzeit über 55 Filialen in Deutschland, drei weitere Eröffnungen sind im kommenden Jahr bereits konkret geplant. Auch weltweit gibt es Dutzende Filialen in Ländern wie USA, Schweden und Saudi-Arabien.

Wiedeking besitzt auch andere Beteiligungen, so gehören ihm Teile des Schuhherstellers Dinkelacker, der Online-Reiseseiten E-hoi und E-kolumbus sowie des Gasthauses „Pulverschoppen“ in Beckum.

Kommentare (14)

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Ferdinand_Groessenwahn

27.12.2012, 15:56 Uhr

Ich denke mal, dass Piech bei Tialini nichts zu essen bekommen würde!
Und das wäre auch gut so.

PaulGetty

27.12.2012, 16:08 Uhr

na und Vapiano hat alles von Olive Garden geklaut. Zumindest erinnert mich das Konzept von Vapiano in Deutschland stark an das in den USA, was es dort seit ca. mitte der 80er Jahre gibt.

Andreas

27.12.2012, 16:47 Uhr

Wichtiger als der Name sind meiner Meinung nach die Qualität des Essens und das Konzept.

Die Qualität beim Vapiano ist sehr wechselhaft - von exzellent bis ungenießbar habe ich schon alles erlebt.

Besonders stört mich die Wartezeit bei den Nudeln. Selbst wenn das Lokal praktisch leer ist (früher Nachmittag an einem Werktag), muß man mindestens 15 Minuten anstehen. Samstag Abend kann daraus dann mal schnell eine Stunde und mehr werden. Und das heißt nicht, daß man am Tisch wartet - das bedeutet Schlange stehen. Und das geht gar nicht...

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