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03.07.2013

20:07 Uhr

Patentverwalter

IPCom schröpft Telekom um hunderte Millionen

IPCom vergleicht sich reich: Insider berichten, dass der Patentverwalter durch einen Vergleich mit der Deutschen Telekom hunderte Millionen erhalten wird. Durch die Vereinbarung werden rund 20 Gerichtsprozesse beigelegt.

Die Deutsche Telekom muss kräftig in die Tasche greifen: Durch einen Vergleich wird sie dem Patentverwalter IPCom hunderte Millionen zahlen. dpa

Die Deutsche Telekom muss kräftig in die Tasche greifen: Durch einen Vergleich wird sie dem Patentverwalter IPCom hunderte Millionen zahlen.

FrankfurtDer Patentverwalter IPCom nimmt durch einen Vergleich mit der Deutschen Telekom Branchenkreisen zufolge Hunderte Millionen ein. IPCom werde von der Telekom einen niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag erhalten, sagten zwei mit der Sache vertraute Personen am Mittwoch zu Reuters.

Die Münchner Firma hatte die Vereinbarung, mit der rund 20 Gerichtsprozesse beigelegt werden, vergangenen Monat bekanntgeben, aber keine Angaben zur Höhe der Vergleichssumme gemacht. Für IPCom sei es die größte Vereinbarung dieser Art, sagte einer der Insider. Sprecher von IPCom und der Telekom wollten sich dazu nicht äußern.

Fakten zur Telekom

Spitzenreiter in Europa

Die Deutsche Telekom ist mit einem Jahresumsatz von über 60 Milliarden Euro eines der größten europäische Telekommunikationsunternehmen. Der Konzern beschäftigt rund 220.000 Mitarbeiter. Größte Tochter mit mehr als 22 Milliarden Euro Umsatz ist Telekom Deutschland. Außerdem ist die Deutsche Telekom in 12 weiteren Ländern vertreten.

Ein Erbe der Bundespost

Hervorgegangen ist der Konzern aus der Deutschen Bundespost. Um das Staatsunternehmen wettbewerbsfähig zu machen, wurde es von 1990 an in die Geschäftsbereiche Telekom, Postdienst und Postbank aufgeteilt und schrittweise privatisiert. Seit 1995 ist die Deutsche Telekom eine Aktiengesellschaft.

Ein Global Player ...

Der erste Vorstandsvorsitzende Ron Sommer versuchte, den ehemaligen Staatsbetrieb mit Zukäufen in aller Welt zum „Global Player“ zu machen. Heute ist die Deutsche Telekom in 50 Ländern vertreten und erlöst mehr als die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland.

... mit Hoffnung auf die USA

T-Mobile US tat sich gegen die Marktführer AT&T und Verizon lange schwer. Seit dem Zusammenschluss mit dem Wettbewerber MetroPCS und unter der Führung des CEOs John Legere, ist die Kundenzahl wieder deutlich gewachsen, der Umsatz ebenso. Allerdings stehen auch hohe Investitionen an.

IPCom hat sich über Jahre mit wichtigen Mobilfunk-Patenten eingedeckt, ohne selbst ein operatives Geschäft zu treiben. Stattdessen verlangt das Unternehmen von Netzbetreibern und Handy-Herstellern Lizenzgebühren für die Nutzung seiner Technologien. Falls das nicht klappt, wird häufig geklagt.

Das Geschäftsmodell ist umstritten: Die US-Regierung versucht, dem Treiben von sogenannten „Patent-Trollen“ mit neuen Gesetzen Einhalt zu gebieten. IPCom verfügt derzeit über 1200 Patente - teilweise aus dem Bestand von ehemaligen Handy-Bauern wie Bosch - und lag neben der Telekom auch Nokia und HTC im Gerichtsclinch. Hinter IPCom steht der Finanzinvestor Fortress Investment.

Von

rtr

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