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15.11.2011

11:29 Uhr

Paul Achleitner

Ein politischer Banker erfüllt sich seinen Traum

VonMichael Detering, Robert Landgraf

Paul Achleitners Wechsel in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank soll dafür sorgen, dass die Bank weniger negative Schlagzeilen produziert als bislang. Er selbst aber hinterlässt bei der Allianz eine zweigeteilte Bilanz.

Der Vorstandsvorsitzende der Allianz AG, Michael Diekmann (l), und Finanzvorstand Paul Achleitner unterhalten sich. dpa

Der Vorstandsvorsitzende der Allianz AG, Michael Diekmann (l), und Finanzvorstand Paul Achleitner unterhalten sich.

FrankfurtPaul Achleitner hat als Finanzvorstand der Allianz ein Motto kreiert, was er auch bei der Deutschen Bank gut anwenden kann: „Boring is the new sexy“, sagte der 55-Jährige einmal, der mit seiner umsichtigen Art entscheidend dazu beigetragen hat, dass die Allianz die Krisen an den Finanzmärkten bisher gut überstanden hat. Sein Wechsel auf den Chefsessel im Aufsichtsrat der Deutschen Bank dürfte zumindest dafür sorgen, dass die Deutsche Bank in den nächsten Monaten weniger Schlagzeilen produziert, als wenn Deutsche-Bank-Chef Ackermann selbst den Posten ohne Karenzzeit eingenommen hätte.

Achleitner bringt zwei wichtige Eigenschaften für den neuen Posten mit: Er ist ein Bankenexperte, zugleich scheut er aber auch nicht, sich in politische Diskussionen einzumischen.

Die großen Erfolge des Bankers Paul Achleitner hängen eng zusammen mit seiner Zeit als Deutschlandchef bei der Investmentbank Goldman Sachs. Nach der Wende brachte er die junge und noch unbekannte Mannschaft von Goldman Sachs ins Spiel als Berater bei der Privatisierung der ostdeutschen Wirtschaft. Der Österreicher mit der freundlichen Stimme und dem sympathischen Wesen baute sein Netz zu den deutschen Unternehmen aus.

Doch das hat er nicht nur seiner verbindlichen Art zu verdanken. In entscheidenden Momenten kann er auch Härte zeigen. Härte, um sich durchzusetzen – auch gegen die Konkurrenz. Am Ende war Goldman Sachs sogar eine der Banken, die die T-Aktie der Deutschen Telekom 1996 in einer ersten Tranche an die Börse brachten. Die Platzierung der T-Aktie war damals eine Erfolgsgeschichte, die den Banken Hunderte von Millionen an Gebühreneinnahmen brachte. Seit dieser Zeit gehört die Investmentbank nicht nur zu den Top-Beratern bei Aktienemissionen, sie ist auch bei Fusionen und Übernahmen Jahr für Jahr ganz vorne mit dabei.

Das Image des Fusionsspezialisten erhielt in seiner Zeit als Finanzchef der Allianz allerdings tiefe Kratzer. Legte die Allianz-Aktie am Tag, an dem der Wechsel verkündet wurde, noch sechs Prozent zu, so musste sie in den Jahren darauf etliche Kurseinbußen durch die Fusionspolitik des Linzers hinnehmen. Er vermasselte einen Megadeal, was die Allianz Milliarden kostete: den Kauf der Dresdner Bank am 23. Juli 2001, nachdem zuvor Fusionsversuche mit der Deutschen Bank und der Commerzbank gescheitert waren.

Kommentare (6)

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oha

15.11.2011, 11:39 Uhr

zumindest sind die Verhältnisse klariert.
schon mal was.
noch ein träumer.

bilderberger

15.11.2011, 13:04 Uhr

Das ist doch alles ein Kader, eine Riege: die Bilderberger eben. Die regieren noch aus elitärer Position übers Volk, kommen aber selbst auch nicht ungeschoren davon am Tag der Tage des Herrn :-).

leser

15.11.2011, 14:23 Uhr

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