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26.09.2013

21:12 Uhr

Pay-TV

Murdochs Sohn führt künftig den Sky-Aufsichtsrat

Deutschland wird für Medienmogul Murdoch zur Familienangelegenheit. Künftig soll sein Sohn James den Vorsitz im Aufsichtsrat des Pay-TV-Senders Sky Deutschland übernehmen. Die Personalie ist ein deutliches Signal.

Der Mediengigant und sein Filius: Rupert Murdoch, lässt seinen Sohn James Murdoch künftig die Geschäfte in Deutschland überwachen. ap

Der Mediengigant und sein Filius: Rupert Murdoch, lässt seinen Sohn James Murdoch künftig die Geschäfte in Deutschland überwachen.

MünchenJames Murdoch, Sohn des US-Medienmoguls Rupert Murdoch ist neuer Aufsichtsratschef von Sky Deutschland, teilte der Bezahlsender aus Unterföhring am Abend mit. Der bisherige Vorsitzende des Aufsichtsrates, Chase Carey, bleibt dem Kontrollgremium nur als einfaches Mitglied erhalten.

Damit wächst der direkte Einfluss des Medienmoguls auf den deutschen Pay-TV-Markt weiter. Mitte April hatte Murdoch seinen Sohn in den Aufsichtsrat des deutschen Bezahlsenders wählen lassen. Murdochs Medienkonzern News Corp kontrolliert knapp 55 Prozent der Anteile von Sky Deutschland.

Der deutsche Bezahlsender hatte sich zuletzt dank wachsender Abo-Zahlen weiter aus der Verlustzone gearbeitet. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen schrieb Sky auch im zweiten Quartal schwarze Zahlen und verbuchte einen operativen Gewinn von knapp 37 Millionen Euro - ein Plus von fast 60 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg um rund 15 Prozent auf gut 375 Millionen Euro. Unter dem Strich reichte es zwar nicht für ein positives Ergebnis. Allerdings hat Sky dies mit einem Verlust von 900 000 Euro zwischen April und Juni nur knapp verfehlt.

James Murdoch ist Mitglied des News-Corp-Vorstands und dort für das internationale Geschäft zuständig. Damit war er auch für das britische Boulevardblatt „News of the World“ verantwortlich. Dieses war im Sommer 2011 nach einem Abhörskandal eingestellt worden. James und Rupert Murdoch gerieten wegen der Affäre in die Schusslinie und mussten sich unter anderem vor dem britischen Parlament rechtfertigen. News Corp musste die geplante Übernahme des britischen Bezahlsenders BSkyB abblasen.

Sky Deutschland

Lange Geschichte

Sky Deutschland hat einen vergleichsweise jungen Namen, dafür aber bereits eine lange Geschichte. Seit dem Start des einstigen Senders Premiere 1991 hat der von Medienmogul Leo Kirch aus der Taufe gehobene Kanal fast nur rote Zahlen geschrieben. Diese Verluste waren ein Grund für den Zusammenbruch der Kirch Gruppe 2002, den Premiere nur knapp überlebte.

Murdoch wieder dabei

Nach einem früheren Engagement stieg 2008 erneut der Medienmilliardär Rupert Murdoch ein. Der Name wurde in Sky Deutschland geändert, die Mannschaft neu aufgestellt. Seit 2010 führt Brian Sullivan das Unternehmen.

Rote Zahlen

Sky und dem Vorgänger Premiere gelang fast nie, schwarze Zahlen zu schreiben. 2013 soll der Konzern zumindest vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen Geld verdienen. Was für den Erfolg spricht: Die Firma kann die Abonnentenzahlen steigern.

Schwieriger Markt

Pay-TV hat sich in Deutschland deutlich schlechter entwickelt als anderswo – nicht zuletzt wegen des umfangreichen Gratisangebotes im Fernsehen. Immerhin verzeichnet die Branche seit 2010 deutliche Zuwächse. 2012 machte sie nach Angaben des Privatfernsehen-Verbandes VPRT 1,8 Milliarden Euro Umsatz in Deutschland, die Zahl der Abonnenten stieg auf 6,1 Millionen.

Immer mehr Sender

Das Wachstum der Branche hat auch mit dem großen Angebot zu tun. 89 Bezahlprogramme gibt es nach Zahlen des VPRT inzwischen, 57 Kanäle strahlen Bilder in HD-Auflösung aus.

Kronschatz Fußball

Die Übertragungsrechte der Fußballbundesliga sind so etwas wie der Kronschatz von Sky Deutschland. Für den Bezahlsender ist Fußball ein wichtiges Verkaufsargument – und dafür ist der seit Jahren in den roten Zahlen steckende Konzern auch bereit, tief in die Tasche zu greifen. 2012 sicherte sich Sender-Chef Brian Sullivan bis 2017 die Rechte für knapp 2 Milliarden Euro.

Handball-WM

Sky zeigt die wichtigsten der 88-WM-Spiele verschlüsselt für seine knapp vier Millionen Kunden, darunter die deutschen Partien. Es ist das erste Mal, dass in Deutschland Handball-Spiele solcher Bedeutung ausschließlich im Bezahlfernsehen übertragen werden.

Handball-Zuschauer

Den Einzug der deutschen Handballer in Viertelfinale schauten 370.000 Zuschauer. Das sei „ein sehr, sehr guter Wert für einen Nachmittag“, sagte Sky-Sprecher Dirk Grosse.

Für James Murdoch war der Abhörskandal eine Karrierebremse. Bis dahin hatte er bereits als möglicher Nachfolger seines Vaters an der Konzernspitze gegolten. Wegen des Skandals war er auch als Chefaufseher von BSkyB zurückgetreten, sitzt aber immer noch im Aufsichtsrat des hoch profitablen britischen Pay-TV-Senders. Zudem steht er aktuell dem Verwaltungsrat von Sky Italia vor.

Die beiden Unternehmen gelten als Vorbild für Sky Deutschland, da sie in ihren jeweiligen Ländern viel Geld mit Bezahlfernsehen verdienen – anders als der deutsche Sender. Dieser hieß bis 2009 Premiere und schrieb seit seiner Gründung im Jahr 1990 praktisch nur Verluste.

News Corp ist seit Anfang 2008 an Sky Deutschland beteiligt und hat seinen Anteil seitdem kontinuierlich ausgebaut, da er immer wieder Geld zuschießen musste. Insgesamt pumpte der Medienkonzern rund 1,6 Milliarden Euro in das Münchener Unternehmen und übernahm vor kurzem die Mehrheit. Zuletzt gab es bei Sky Deutschland operative Fortschritte – unter dem Strich stehen aber immer noch hohe Verluste.

Kommentare (1)

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newstone

30.09.2013, 20:32 Uhr

Also da darf man gespannt sein aber wenn die Riege weiterhin so gut geführt wird dann steht ja einem weiteren Erfolg nichts im Wege wie ich finde, denn gerade was Serien und Filme angeht, da ist sky einfach Top und man kann so vieles sehen, immer auch extrem aktuelle Sachen und das machts aus, da zahlt man gerne fürs Abo.

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