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11.01.2007

16:10 Uhr

Personaldebatte geklärt - Saftige Abfindung

Bernhard verlässt VW

VW hat lange alle Spekulationen überhört, um nun doch die Katze aus dem Sack zu lassen. Markenchef Wolfgang Bernhard beendet das Kapitel Volkswagen und verlässt den Konzern schon zum Ende des Monats. Um seine Brötchen muss sich der als harter Sanierer bekannte Manager jedoch keine Sorgen machen.

Das Personalrätsel ist endlich entschieden. Wolfgang Bernhard verlässt VW. Foto: AP Quelle: ap

Das Personalrätsel ist endlich entschieden. Wolfgang Bernhard verlässt VW. Foto: AP

HB WOLFSBURG. VW-Markenchef Wolfgang Bernhard verlässt den Autobauer. Das teilte Volkswagen am Donnerstag in Wolfsburg nach einer Sitzung des Aufsichtsrats mit. Bernhard war erst seit Februar 2005 bei VW. Bernhard werde VW im Zuge einer Neuverteilung der Verantwortlichkeiten im Konzern zum 31. Januar „im gegenseitigen Einvernehmen“ verlassen, hieß es.

Die Leitung des Markenvorstands Volkswagen übernimmt in Personalunion der neue Konzernchef Martin Winterkorn. Winterkorn erklärte, Bernhard habe die Restrukturierung des Unternehmens weiter voran gebracht. Er habe damit die Produktivität der Marke Volkswagen erhöht.

Um seine Brötchen muss sich Bernhard jedoch keine Sorgen machen. Auf den Manager, der seit 2005 im VW-Konzernvorstand sitzt, wartet eine saftige Abfindung: Geht er offiziell Ende Januar, wie erwartet wird, stehen ihm vertraglich für die kommenden drei Jahre Vertragslaufzeit noch rund 2,5 Mill. Euro an fixem Gehalt zu. An variablen Gehaltsbestandteilen würden dem ehemaligen Daimler-Chrysler-Manager in diesen Jahren voraussichtlich noch einmal mehrere Millionen Euro zustehen – diese Summen bilden die Basis für ein Abfindungsangebot, das der Konzern unterbreiten muss. Denn Bernhard hat mit seinem Hinweis darauf, dass er seinen bis 2010 laufenden Vertrag erfüllen will, klar gemacht, dass er nicht freiwillig zurücktreten wird.

Große Kritik dürften selbst Millionenzahlungen an Bernhard nicht hervorrufen. Denn der Manager muss den Konzern nicht etwa verlassen, weil er schlechte Arbeit geleistet hat. Im Gegenteil: Er wird in Wolfsburg mittlerweile geschätzt, hat VW zurück auf die Erfolgsspur gebracht und für Aufbruchstimmung gesorgt. Aber er passt nicht mehr in die Konzernstruktur des neuen VW-Chefs Martin Winterkorn, die er dem Aufsichtsrat präsentiert. Denn der Ex-Audi-Chef will es sich nach Informationen aus seinem Umfeld nicht nehmen lassen, die neu formierte VW-Markengruppe mit den Marken VW, Skoda und Seat selbst zu leiten.

Doch Bernhards Schicksal ist nicht die einzige Personalie, über die das Kontrollgremium heute berät. Winterkorn plant, im Zuge der stärkeren Zentralisierung der Struktur wieder einen Konzern-Produktions- und einen -entwicklungsvorstand zu installieren. Außerdem soll sich der bisherige Chefdesigner von Audi, Walter de Silva, künftig um VW kümmern.

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