Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.09.2012

09:37 Uhr

Personalwechsel

Vorfahrt für Frauen in Aufsichtsräten

VonDieter Fockenbrock

In den Kontrollgremien der größten deutschen Konzerne kündigt sich ein umfassender Personalwechsel an. 77 Posten müssen die Dax-Unternehmen 2013 neu besetzen. Chancen bieten sich dabei besonders für Frauen.

Manfred Schneider (rechts), hier mit dem Vorstandsvorsitzenden Marijn Dekkers wird seinen Posten als Aufsichtsratschef bei Bayer aufgeben. dapd

Manfred Schneider (rechts), hier mit dem Vorstandsvorsitzenden Marijn Dekkers wird seinen Posten als Aufsichtsratschef bei Bayer aufgeben.

DüsseldorfDie Ära des mächtigsten deutschen Aufsichtsrats neigt sich dem Ende zu. Manfred Schneider, ehemals Bayer-Chef und Multiaufsichtsrat, wird in vier Wochen den Vorsitz des Bayer-Kontrollgremiums abgeben. Nach Informationen des Handelsblatts könnte der dann 74-Jährige 2013 auch als Chefkontrolleur bei RWE und Linde abtreten.

Schneiders Rückzug wäre der spektakulärste, aber bei weitem nicht der einzige. Denn noch nie endeten in einer Hauptversammlungssaison so viele Aufsichtsmandate wie im nächsten Jahr. 2013 wird damit zum Superwahljahr. 77 Neubesetzungen stehen bei den Dax-Konzernen an. Das entspricht rund einem Drittel aller Aufseher der Kapitalseite.

Bei Personalberatern herrscht deshalb Hochkonjunktur. „Die Unternehmen wollen die Vielfalt im Kontrollgremium erhöhen, mit jüngeren und internationalen Managern“, sagt Hubertus Graf Douglas, Deutschland-Chef von Korn-Ferry. Vor allem aber suchten die Firmen Frauen.

Und das nicht ganz freiwillig: Die Bundesregierung droht mit gesetzlichen Quoten von bis zu 40 Prozent, sollten die Konzerne sich nicht selbst auf einen höheren Frauenanteil verpflichten. „In keinem Kundengespräch wird das Thema Frauen ausgelassen“, sagt Personalberater Thomas Tomkos von Russell Reynolds.

Auch die EU-Kommission macht Druck, mehr Frauen in Aufsichtsräte zu wählen. Die Europäische Kommission will Ernst machen in Sachen Frauenquote, berichtet die Nachrichtenagentur dapd. Justizkommissarin Viviane Reding plant für den Herbst eine Richtlinie, die die 27 EU-Staaten zur Einführung einer gesetzlichen Regelung verpflichtet. Dann werde als bindendes Ziel ausgegeben, dass "40 Prozent aller Aufsichtsräte dem unterrepräsentierten Geschlecht angehören müssen. Dieses Ziel gilt für börsennotierte Unternehmen und muss bis 1. Januar 2020 umgesetzt werden", heißt es in dem Entwurf, wie die "Welt am Sonntag" berichtet. Halten sich die Firmen nicht an die Vorgaben, drohen Strafen: Bußgelder, der Entzug staatlicher Subventionen oder der Ausschluss von öffentlichen Wettbewerben.

Während Familienministerin Kristina Schröder für eine freiwillige "Flexi-Quote" wirbt, unterstützt Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (beide CDU) Redings Plan: "Wenn die Länder Europas international wettbewerbsfähig bleiben wollen, dann geht das nicht ohne Frauen an der Spitze", sagte sie.

Kommentare (13)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

02.09.2012, 10:09 Uhr

Entweder man quält sich mit Qualifizierung als Mann oder man hat eben das richtige Genital in der Unterhose. Ist das die Lösung der Gleichberechtigung ? Wohl eher NEIN.

little_TIGER

02.09.2012, 10:31 Uhr

Entscheidend für das berufliche Fortkommen sind die klassische Faktoren, wie beurliche Qualifikation, Risikobereitschaft, Netzwerke, Sozialkompetenz usw. Und nicht das Geschlecht!!!

Wenn nur wenige Frauen in Führungspositionen oder auch bei Firmengründungen weniger erfolgreich sind, sollte man sich hinterfragen warum das ist. Neben den zutreffenden Argument das Babypause, wird überhaupt nicht auf die häufig fehlenden Schlüssekompetenzen und -qualifikation von Frauen hingewiesen.

Account gelöscht!

02.09.2012, 10:44 Uhr

Es geht nur darum weibliche Netzwerke zu knüpfen gegen die Männer, damit die abartige Politik der "EU aus Brüssel" besser umgesetzt werden kann. Die Aussitz-Frauen sollen sich immer weiter verbreiten zum Wohle des Sozialismus. Darum geht es.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×