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31.08.2011

15:56 Uhr

Peter Wesjohann

Ein Unternehmer wehrt sich gegen die ARD

VonSven Prange

Das Erste zeigt immer häufiger kritische Filme über Manager. Wiesenhof-Chef Peter Wesjohann wittert eine Kampagne gegen seine Firma und wehrt sich. Der Hühnerbaron versucht die ARD mit ihren eigenen Waffen zu schlagen.

PHW-Vorstandschef Peter Wesjohann. Der Hühnerbaron wehrt sich gegen einseitige Berichterstattung der ARD. picture alliance/dpa

PHW-Vorstandschef Peter Wesjohann. Der Hühnerbaron wehrt sich gegen einseitige Berichterstattung der ARD.

DüsseldorfAls Peter Wesjohann den Untertitel des Beitrags erfährt, den die ARD über ihn und sein Unternehmen, den größten deutschen Geflügelproduzenten Wiesenhof, plant, ahnt der 42-Jährige, dass es mit herkömmlichen Mitteln der Kommunikation nicht getan ist: "Wie ein Geflügelkonzern Tiere, Menschen und die Umwelt ausbeutet", hat der Fernsehsender seine Dokumentation betitelt, die heute um 21.45 Uhr gesendet werden soll. Und kündigt damit laut Wesjohann eine einseitige und unfaire Berichterstattung an.

Es ist Mitte Juni dieses Jahres, gut zwei Monate vor Sendung des Films. Wesjohann könnte Anwälte einschalten, gegen die Ausstrahlung klagen. Aber der Betriebswirt hat die Unternehmensgruppe PHW von seinem Vater übernommen, er beliefert die Deutschen mit 240 Millionen Hähnchen und Suppenhühnern für gut 2,1 Milliarden Euro im Jahr, manche nennen ihn Hühnerbaron - er ist ein Mann der Tat. Und er fühlt sich ungerecht behandelt, von der ARD nicht um seine Sicht der Dinge befragt. Und so beginnt Wesjohann mit dem Versuch, die ARD mit ihren eigenen Waffen zu schlagen.

Er hat warnende Beispiele vor Augen. Im Frühsommer traf es den Gründer des Finanzdienstleisters AWD, Carsten Maschmeyer. Auch er beklagte unfaire Methoden der ARD, fürchtete Rufschädigung und setzte sich juristisch zur Wehr. Es folgte der Versandhändler Michael Otto, eigentlich als "guter" Unternehmer bekannt, von der ARD als Lohndrücker vorgeführt. Seine Rechtfertigungsversuche vor der Kamera wirkten hilflos, der Sender suggerierte, Otto habe etwas zu vertuschen. In diese Falle wollte Wesjohann nicht tappen.

Er ist Kummer gewohnt. Als Unternehmer, der Lebewesen industriell verarbeitet, wird man nicht zum Liebling. Und tatsächlich haben zahlreiche Skandale um Hygiene und Tierschutz dem Konzern in den vergangenen Jahren zugesetzt. Aber um die richtige Geflügelhaltungsform geht es in diesem Fall nicht. Sondern darum, wie das öffentlich-rechtliche Fernsehen sich den Unternehmern in Deutschland nähert.

Und da wachsen die Zweifel. Gerade die ARD steht in der Kritik, nur selten und wenn, dann oberflächlich und klischeehaft, über Unternehmen zu berichten. Der Medienwissenschaftler Norbert Bolz argumentiert, bei den Sendern würden Wirtschaftsthemen nur in Gut und Böse unterteilt. Das mache es den meisten unmöglich, sich ein realistisches Bild zu machen. "Es gibt eine generelle Skepsis gegen die Wirtschaft", sagt Wesjohann. Anders als viele Branchenkollegen begegnet Wesjohann dem mit einem ungewohnten Rezept: "Wir beanspruchen für uns, transparent und offen zu sein", sagt er.

Kommentare (54)

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Tierfreund

31.08.2011, 16:14 Uhr

Da kann der Hühnerquäler jammern, so viel er will. Sein Geschäft ist ein widerwärtiges, man fragt sich, wie der bei all dem Schmutz ruhig schlafen kann. Soll er weiter seine eigene unglaubwürdigen Propagandastreifen drehen. Ab morgen geht sein Umsatz in den Keller. Jedes nicht verkaufte Huhn wird ihm hoffentlich zu denken geben. Schluss mit der Tierquälerei!

KeinVegetarier

31.08.2011, 16:25 Uhr

Das Video kann man übrigens hier sehen: http://youtu.be/UfM2r9xU514. Finde es gut wenn sich die Unternehmen auch dazu äußern können. Kann ja nicht sein - das diese Art von Journalismus dem Zuschauer als objektive Berichterstattung "vorgegaukelt" wird.

Jewel58

31.08.2011, 16:29 Uhr

So isses. Danke.

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