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26.04.2012

13:46 Uhr

Pharmakonzern

AstraZeneca-Chef geht nach Gewinneinbruch

David Brennan sollte es mit Übernahmen und neuen Produkten richten. Doch nachdem AstraZeneca nun einen Gewinnrückgang meldete und mit fallenden Umsätzen rechnet, trennt sich der Pharmakonzern von seinem Chef.

David Brennan verlässt AstraZeneca. Reuters

David Brennan verlässt AstraZeneca.

LondonNach einem Gewinneinbruch im Auftaktquartal nimmt der seit längerem in der Kritik stehende AstraZeneca-Chef seinen Hut. David Brennan werde am 1. Juni von seinem Posten zurücktreten, kündigte das britische Pharmaunternehmen am Donnerstag mit Vorlage seiner Quartalsbilanz an.

Diese machte den Investoren keine große Freude: Der Umsatz fiel um elf Prozent auf 7,35 Milliarden Dollar und verfehlte die Markterwartungen. Der Gewinn verringerte sich um 19 Prozent auf 1,81 Dollar je Aktie. Das Ergebnis unterstrich die Herausforderung, vor der das Unternehmen mit dem Auslauf mehrerer Patente auf besonders nachgefragte Medikamente steht.

Investoren hatten Brennan vorgeworfen, sich nicht ausreichend um neue Umsatzquellen zu kümmern. Der 58-Jährige erklärte am Donnerstag, die Zeit sei gekommen, einem neuen Chef die Zügel zu überlassen. Seine Aufgaben wird vorübergehend Finanzvorstand Simon Lowth übernehmen, wie AstraZeneca weiter mitteilte. Zudem rücke der ehemalige Volvo-Chef Leif Johansson ebenfalls am 1. Juni - und damit drei Monate früher als bisher geplant - auf den Chefsessel des Aufsichtsrates. So könne er die Suche nach einem Nachfolger Brennans leiten.

Der Geschäftserfolg von AstraZeneca basiert stark auf einer Reihe von Medikamenten, die das Unternehmen aber nicht mehr lange exklusiv vermarkten kann. So verlieren Kassenschlager wie das Mittel Nexium gegen Sodbrennen, das Schizophrenie-Medikament Seroquel und auch die Top-Arznei Crestor gegen zu hohe Blutfettwerte in den nächsten Jahren den Patentschutz in wichtigen Märkten.

Der Amerikaner Brennan hatte AstraZeneca in den vergangenen Jahren mehrere Schrumpfkuren verordnet und strich im Februar weltweit 7300 Stellen. Mit diesem Sparkurs sowie mit Dividendenzahlungen und Aktienrückkaufprogrammen konnte er einige Investoren in den vergangenen Jahren noch bei Laune halten. Doch langfristig fehle die Wachstumsstrategie, so die immer schärfere Kritik.

Von

rtr

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