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09.01.2009

11:02 Uhr

Phil Schiller

Sancho Panza reitet zum Chefposten

VonThomas Knüwer

Mit seinem Auftritt bei der Macworld rückt Phil Schiller an die Spitze der möglichen Nachfolger von Apple-Chef Steve Jobs

Phil Schiller hat viele Zuhörer mit seiner Präsentation nicht überzeugt. Foto: dpa dpa

Phil Schiller hat viele Zuhörer mit seiner Präsentation nicht überzeugt. Foto: dpa

DÜSSELDORF. Die Frage, ob da der Hausmeister auf der Bühne steht, muss erlaubt sein. Phil Schillers Jeans sind ausgebeult, sein blaues Button-down-Hemd spannt sich über dem Teil des Körpers, den Alemannen als „Ranzen“ titulieren würden. Fast scheint es, das Gewicht seines nach vorne geneigten Oberkörpers treibe ihn voran. Alles scheint unbeholfen an diesem Tag, seine Wortwahl ist begrenzt, Schiller untermalt seine Rede mit Armzuckungen wie aus der „Augsburger Puppenkiste“.

Eigentlich wäre dies, die Eröffnung der Macworld, ein Tag für Steve Jobs gewesen. Doch der iPod-Konzern will sich von der Apple-Messe, die von einem Kongressveranstalter organisiert wird, zurückziehen. Hinzu kommen Jobs gesundheitliche Probleme: Er leide unter einer Hormonstörung, die ihn abmagern lasse, verkündete er jüngst.

Deshalb diesmal also keine Stevenote, wie die traditionelle Messeeröffnung heißt. Doch es war auch klar: Wer immer Jobs vertritt, rückt in der Rangliste seiner möglichen Nachfolger ein Stück nach oben. Vin Baker vom Branchenanalysten Gartner meint: „Steve teilt das Rampenlicht früher oder später mit anderen Managern, und früher oder später wird einer von ihnen die CEO-Rolle übernehmen.“ Und Gene Munster von der Investmentbank Piper Jaffray schreibt in einer Analyse: „Die Eröffnung der Macworld an Phil Schiller zu übergeben, ebenso wie die Auftritte von Tim Cook und Phil Schiller im Oktober, sind für uns eine klare Botschaft, dass ein Führungswechsel bei Apple begonnen hat.“ Während der vergangenen Hauptversammlung gefragt, was passieren würde, wenn er morgen vor einen Bus laufe, orakelte Jobs: „Wir haben viele Talente, und der Verwaltungsrat hätte eine ziemlich gute Auswahl.“ Wie wichtig er selbst für Apple ist, zeigte der Oktober: Eine Falschmeldung über die Herzattacke des Chefs ließ den Kurs des Konzerns um zehn Prozent fallen.

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