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14.01.2009

07:00 Uhr

Pierre-Henri Gourgeon

Ein Kampfpilot für Air France

VonTanja Kuchenbecker

Pierre-Henri Gourgeon übernimmt bei der französischen Fluggesellschaft air Frank-KLM einen schweren Job: Er muss Alitalia in die schwarzen Zahlen bringen. Doch das ist in dieser schwierige Phase alles andere als einfach.

PARIS. Gewöhnlich blickt Pierre-Henri Gourgeon eher grimmig. Doch der Höhenflug gleich nach seinem Amtsantritt dürfte auch den neuen Air-France-Chef zum Lächeln gebracht haben. Erst seit Anfang des Jahres ist der kleine, etwas rundliche 62-Jährige, der am liebsten unauffällige graue Anzüge trägt, Herr über den französischen Teil der französisch-niederländischen Fluggesellschaft Air France-KLM. Und schon kann er sich über eines der wohl größten Geschäfte seiner Air-France-Karriere freuen.

Air France-KLM, die größte Fluggesellschaft Europas, übernimmt 25 Prozent von Alitalia und erobert damit den italienischen Markt. Mit dem Einstieg in Italien hat das Unternehmen große Chancen auf eine spätere höhere Beteiligung an Alitalia. Der Konkurrent Deutsche Lufthansa hat das Nachsehen.

Eigentlich sollte der Coup schon im vergangenen Jahr abgeschlossen sein, doch die Verhandlungen zogen sich hin. Eingeleitet hatte ihn noch Jean-Cyril Spinetta, der sich aus dem aktiven Geschäft zurückgezogen hat und jetzt im Hintergrund als Chef der französisch-niederländischen Holding fungiert. Die französischen Medien feiern das Geschäft deshalb auch als den letzten Geniestreich des erfolgreichen Air-France-Chefs Spinetta.

Trotzdem erntet Gourgeon die Lorbeeren. Er gilt in Frankreich als der würdige Nachfolger Spinettas. Über ihn sagen viele sogar "Er ist noch schlauer" als Spinetta. Und das will etwas heißen. Denn dieser gilt in Frankreich als großer Stratege.

Gourgeon hat bei seinem Vorgänger gelernt und ist sein engster Vertrauter. Spinetta sagte mal: "Man muss sich rechtzeitig nach einem würdigen Ersatz umsehen." Dieser müsse die Werte des Unternehmens kennen und vertreten und bei den Niederländern beliebt sein.

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