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31.07.2014

15:55 Uhr

Pläne des neuen Eigentümers

Scout24 soll an die Börse

Erst vor einem halben Jahr stieg der Finanzinvestor H&F bei der Flirtwebseite ein. Nun will er seine Anteile schon wieder loswerden, berichten Insider: Scout24 soll an die Börse.

Die Scout24-Gruppe, zu der auch die Flirtseite Friendscout gehört, könnte schon bald wieder den Besitzer wechseln: Der neue Eigentümer plant den Börsengang. Screenshot

Die Scout24-Gruppe, zu der auch die Flirtseite Friendscout gehört, könnte schon bald wieder den Besitzer wechseln: Der neue Eigentümer plant den Börsengang.

Frankfurt/LondonGut ein halbes Jahr nach der Übernahme von Scout24 denkt der Finanzinvestor Hellman & Friedman (H&F) Finanzkreisen zufolge schon wieder an einen Ausstieg. H&F habe die Vorbereitungen für einen Börsengang angestoßen, der schon Ende dieses oder Anfang kommenden Jahres stattfinden könnte, sagten mehrere mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Banken seien aufgefordert worden, Ideen für die Zukunft von Scout24 zu entwickeln. Die Investmentbanken Goldman Sachs und Credit Suisse dürften den Auftrag erhalten, einen möglichen Börsengang zu organisieren. Der Vorstoß kommt überraschend, da der US-Investor H&F erst zu Jahresbeginn 70 Prozent an Scout24 für rund 1,5 Milliarden Euro von der Deutschen Telekom gekauft hatte.

Eigentlich hatten Experten erwartet, dass sich der neue Eigentümer deutlich länger Zeit mit dem Ausstieg lassen und den Betreiber von sechs Online-Marktplätzen vorher stärker umbauen würde. Der neue Scout-Chef Greg Ellis hatte Anfang Juli erklärt: „Wir werden unsere Investitionen auf die Bereiche Immobilien und Auto konzentrieren.“ Zu Scout24 gehören ImmobilienScout24, AutoScout24, FinanceScout24, JobScout24 und TravelScout24 - doch nicht in allen Bereichen gehört das

Die größten Flirtseiten in Deutschland

Platz 10

Datingcafe.de - 1,5 Millionen registrierte Nutzer

Mit Veranstaltungen und Reisen für Singles hebt sich die Seite für Partnersuchende ab. Die Premiummitgliedschaft kostet zwischen 9,90 Euro (bei 12 Monaten Laufzeit) bis zu 32,90 Euro (bei einem Monat Laufzeit). Die Nutzer sind im Schnitt zwischen 35 und 55 Jahre alt.

Platz 9

Jappy - 1,6 Millionen registrierte Nutzer

Hier sind nicht nur Singles unterwegs, doch die Plattform wird massiv zum Flirten genutzt. Die Seite ist werbefinanziert - und damit für alle Nutzer kostenlos.

Platz 8

Single.de - 2 Millionen registrierte Nutzer

Das Netzwerk von freenet prüft die Mitglieder, Frauen können umsonst Nachrichten schreiben. Dadurch ist das Geschlechterverhältnis relativ ausgeglichen. Für Männer, die Nachrichten schreiben wollen, kostet das Portal zwischen 9,90 Euro (12 Monate) und 19,90 Euro (1 Monat Laufzeit).

Platz 7

Bildkontakte.de - 2 Millionen registrierte Nutzer

Der Name deutet es an: Wer hier flirten will, braucht ein Profilbild. Dafür ist die Kontaktaufnahme zu potentiellen Partner umsonst. Wer Profilbesucher sehen oder private Nachrichten schreiben muss, braucht eine Premium-Mitgiedschaft. Die kostet zwischen 14,90 (6 Monate Laufzeit) und 29,90 (1 Monat Laufzeit).

Platz 6

Badoo - 3 Millionen registrierte Nutzer

Weltweit hat die Seite für neue Kontakte, auf der nicht nur Singles unterwegs sind, 167 Millionen Mitglieder. Um bestimmte Funktionen zu nutzen, braucht man „Super Powers“, die monatlich von 4,17 Euro (12 Monate Laufzeit) und 8,49 (1 Monat Laufzeit) kosten.

Platz 5

Lovoo - 4 Millionen registrierte Nutzer

Als Flirtapp gestartet lässt sich das Netzwerk mittlerweile auch mit dem Computer ansteuern. Die Partnersuche ist genauso kostenlos wie Nachrichten. Sonderfunktionen wie virtuelle Küsse oder eine Besucherübersicht des eigenen Profils kosten extra. Die Bezahlung ist über eine VIP Mitgliedschaft (3,75 Euro bis 7,99 Euro) oder Credits möglich.

Platz 4

Flirt-fever.de - 4 Millionen registrierte Nutzer

Die Kundschaft der Plattform ist mit einem Durchschnittsalter zwischen 20 und 32 Jahren relativ jung. Dafür kann das Flirten schnell teuer werden: Die Anmeldung und das Versenden von Nachrichten ist kostenlos. Doch wer seine Nachrichten auch Lesen will, braucht eine Premiummitgliedschaft - und die kostet 12 Euro pro Woche (Mindestlaufzeit: 10 Wochen).

Platz 3

iLove - etwa 5 Millionen registrierte Nutzer

Auch bei dieser Flirtbörse werden nur die Männer zur Kasse gebeten, wenn sie chatten, Nachrichten verschicken oder potentielle Partner suchen wollen. Die Mitgliedschaft kostet zwischen 4,99 Euro (12 Monate Laufzeit) und 9,99 Euro pro Monat (1 Monat Laufzeit.)

Platz 2

Neu.de - 5 Millionen registrierte Nutzer

Durch einen umfangreichen Werbeetat ist die Seite in Deutschland relativ bekannt, nur ein Portal hat mehr Mitglieder. Smilies verschicken ist kostenlos. Sonderfunktionen wie anonymes Surfen, Profilbesucher sehen oder Nachrichten schreiben und lesen sind kostenpflichtig. Eine Premiummitgliedschaft kostet zwischen 14,90 Euro (6 Monate Laufzeit) und 34,90 pro Monat (1 Monat Laufzeit).

Platz 1

Friendscout24.de - 6 Millionen registrierte Nutzer

Die Singlebörse der Deutschen Telekom ist das Portal mit den meisten Mitgliedern. Wer werbefrei flirten oder Nachrichten versenden will, muss zahlen. Das Antworten ist kostenlos. Im Vergleich zur Konkurrenz ist der kostenpflichtige Teil des Portals allerdings nicht gerade günstig. Für einen Vertrag über 12 Monate nimmt Friendscout 19,90 Euro pro Monat, bei einem Monat Laufzeit sind sogar 39,90 Euro fällig.

Unternehmen zu den führenden Anbietern. Verkauft wurde bisher aber nur die Partnerbörse Friendscout24, die an den Betreiber der Kontaktbörsen Match.com und Meetic, InterActiveCorp, gehen soll. Medienberichten zufolge brachte sie nur einen einstelligen Millionenbetrag ein. Ein Verkauf weiterer Firmenteile sei nicht geplant, hatte Scout24 damals erklärt.

Scout24, die Deutsche Telekom, der noch 30 Prozent gehören, und die genannten Banken wollten sich nicht zu den Informationen äußern, H&F war vorerst nicht zu erreichen.

Mit einem schnellen Börsengang wollen sich die Amerikaner Insidern zufolge die Möglichkeit eröffnen, später einfacher auszusteigen. "Angesichts der hohen Bewertungen an den Börsen will Hellman & Friedman zunächst einen kleinen Anteil an die Börse bringen, um nach und nach weitere Aktien platzieren zu können", erklärte einer der Insider. Möglich sei der Verkauf von zunächst 20 Prozent, bei großer Nachfrage könnten es aber auch mehr sein. Bei einer Bewertung von zwei Milliarden Euro wären aber auch das mehrere hundert Millionen Euro. Als Börsenkandidat gilt auch der Scout24-Rivale Axel Springer Digital Classifieds, an dem sich der Finanzinvestor General Atlantic mit 30 Prozent beteiligt hatte.

Von

rtr

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