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29.01.2007

14:26 Uhr

Podcast-Kongress in Köln

Die meisten Experten gehen schon in die Details

Der Verband der Internetwirtschaft in Deutschland (eco) und der Podcastclub ziehen nach dem 2. Deutschen Podcast Kongress in Köln ein positives Fazit: Podcast habe die Reifeprüfung bestanden. Die einzelnen Branchenteilnehmer fänden ihr Publikum. Und die Schar der Anhänger wachse.

"Gerade im Vergleich zum vergangenen Jahr zeigt sich, dass nicht mehr über grundsätzliche Fragen wie die Definition von Podcast oder die zugrundeliegende Technik diskutiert wird. Das Thema hat sich im Verlaufe eines Jahres rasant weiter entwickelt," erklärt eco-Geschäftsführer Harald A. Summa. Er beobachtet heute überwiegend das Verhandeln von Detailaspekten. Das aktuelle Jahr stehe im Zeichen der Verbreiterung der Basis, der Klärung noch offener rechtlicher Fragen und der erfolgreichen Etablierung neuer Formate.

Positiv empfinden die Veranstalter auch, dass die Branche in der Realität ankomme und keine utopischen Potenziale propagiert. "Podcast ist eine neue Form der Kommunikation und Interaktion zwischen Anbieter und Nutzer, aber keine revolutionäre Veränderung der Medienwelt", bilanziert Summa. Das Nutzerverhalten ändert sich und das ist ein wesentlicher Teil der Erfolgsgeschichte, weiss auch Prof. Dr. Wolfgang Stock. Stock rief unter anderem den Podcast von Bundeskanzlerin Angela Merkel ins Leben. Ursächlich hierfür sei die immer knapper werdende Zeit, die kaum mehr die Beschäftigung mit den eigenen Interessen erlaube.

"Das führt unter anderem dazu, dass beispielsweise nur noch zwei Prozent der Bevölkerung längere Texte lesen", bestätigt Stock. Das bedeute aber nicht, dass die Menschen keine Interessen mehr hätten - sie benötigten lediglich eine andere Form der Ansprache - und hierfür sind Podcasts ideal geeignet. Eine vor dem Podcast-Kongress von House of Research mit Unterstützung des podcastclubs, G+J Corporate Media, AD ON Media und Ingress durchgeführte Studie zeigt, dass 54 Prozent der Nutzer von Podcasts immer noch zu Hause auf Inhalte zugreifen, sich insgesamt aber auch vierzig Prozent in öffentlichen Verkehrsmitteln, im Auto, beim Radfahren und Spazieren gehen, beim Sport oder an anderen Orten via Podcast mit ihren Interessen beschäftigen.

Highlight des Kongresses war auch die Verleihung des Deutschen Podcast Awards in insgesamt elf Kategorien. Bester Jugend-Podcast wurde das Angebot des 15jährigen Robin Blase, der als Rob Bubbles regelmäßig aus der Welt der Computerspiele berichtet. Den Publikumspreis in dieser Kategorie erhielt David Weitz aus Bonn, der täglich über historische Ereignisse berichtet. In der Preiskategorie "Kultur" wurden gleich fünf Produktionen mit dem Award geehrt. Unter anderem erhielt der Deutsche Tierschutzbund die Auszeichnung für seine unterhaltenden und informativen Beiträge aus der Welt der Tiere. Der beste Video-Podcaster wurde in diesem Bereich der Gütersloher Alexander Franz Koellner, der mit seinem Projekt "ifranz.TV" Geschichten aus seinem Leben erzählt.

In der Kategorie kommerzielle Podcasts überzeugte das Videoweblog "Elektrischer Reporter" die Jury. Der Journalist Mario Sixtus, der das Vlog mit Interviews zu aktuellen Internet-Themen für das Düsseldorfer Handelsblatt produziert, erhielt die Auszeichnung für die beste inhaltliche Leistung. Zu den weiteren Preisträgern in dieser Rubrik zählt die Sportal-Radioshow und die Firma Ad On Media, die das Einbinden von Werbung in Podcasts ermöglicht.

Den Publikumspreis erhielten Wolfgang Back und Wolfgang Rudolph für ihren Podcast "Computerclub Zwei", eine Internetfortsetzung des WDR-Computerclubs. Dieser zählte zu den ersten deutschen Fernsehsendungen, die sich mit den Themen Computer und Technik im Allgemeinen beschäftigte und den die beiden über 20 Jahre lang moderierten.

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