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26.01.2007

12:00 Uhr

Podcast-Nutzung

Podcast-Nutzer sind mediensouverän und gebildet

Je länger die Hörer Podcasts kennen, desto mehr Zeit verbringen sie mit diesem Medium und desto weniger Zeit nehmen sie sich für andere Medien wie Radio und TV. Der durchschnittliche Podcast-Konsum beträgt 4,5 Stunden pro Woche.

Das zeigt die Studie "Die deutschen Podcast-Hörer" von Alexander Wunschel, Marketingberater aus München. Damit sichern sich Podcasts einen beachtlichen Teil vom wöchentlichen Zeitbudget der Nutzer. 86 Prozent der Befragten hören Podcasts zur Unterhaltung, 82 Prozent möchten sich über die Beiträge informieren. "Vor allem der Einsatz der Podcasts zur Weiterbildung wird an Bedeutung gewinnen", erklärt Wunschel. Ende 2005 waren es 29 Prozent, ein Jahr später 46 Prozent der Befragten, die über Podcast-Beiträge lernen.

Der typische Nutzer abboniert bis zu 15 und konsumiert regelmäßig 10 Podcasts, überwiegend auf dem Weg zur Arbeit (76 Prozent), in öffentlichen Verkehrsmitteln (61 Prozent), im Auto (42 Prozent) oder am Schreibtisch (78 Prozent). Er ist männlich (2006: 82 Prozent/ 2005: 89 Prozent), im Durchschnitt 29,4 Jahre alt und hat in der Altersgruppe ab 20 Jahren einen Hochschulabschluss (2006: 45 Prozent / 2005: 56 Prozent) . Die größten Zuwächse finden sich in den Altersgruppen bis 19 Jahre und ab 50plus.

Die häufige Podcast-Nutzung am Schreibtisch (78 Prozent) und bei der Hausarbeit (32 Prozent) zeigt dem Marketingberater, dass Podcasts nicht zwingend mobile Medien sind: Ein Viertel der Befragten nutzen Podcasts nur auf einem MP3-Player, knapp ein Viertel der Nutzer hören Podcasts nur am Rechner. "Der Medienkonsument wird mediensourverän", kommentiert Wunschel. 65 Prozent der Podcast-Nutzer würden auch Werbung akzeptieren, sofern sie zum Thema passt. Nur 30 Prozent sagen definitiv "Nein" zu werbefinanzierten Podcasts.

Podcast-Nutzer lesen zehn Prozent weniger Zeitschriften, Zeitungen und Bücher und verzichten zu 46 Prozent auf das Radio, gefolgt vom Fernsehen (33 Prozent) und der Musik (27 Prozent). Auch sind sie bereit, für einen Lieblings-Podcast zu zahlen: 35 Prozent würden in die Tasche greifen und rund vier Euro pro Monat beziehungsweise 0,8 Euro pro Folge aufbringen. In jedem Fall sollte ein Podcast wöchentlich erscheinen, rät Wunschel. 76 Prozent der Hörerschaft erwarte einen regelmäßigen Rhythmus. 94 Prozent der Hörer aktualisieren ihre Abonnements mindestens wöchentlich, 59 Prozent tun dies sogar täglich.

Für seine Studie "Die deutschen Podcast-Hörer" befragte Alexander Wunschel 3023 Personen. Die erste Erhebungswelle erfolgte Ende 2005, die zweite im Herbst 2006, acht Monate später. Einen direkten Link zu den Ergebnissen finden Sie unter: www.podcastumfrage.de

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