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23.04.2012

10:42 Uhr

Politische Debatte

Wo Spitzenvergütungen in der Kritik stehen

Die Großverdiener in den Chefetagen sorgen mit ihren Gehältern regelmäßig für Empörung. In den USA ist das Thema sogar Wahlkampfstoff. In Großbritannien wird der Ruf nach einer deutlichen Verschärfung der Regeln laut.

Aktionäre sollten über Gehälter entscheiden

Video: Aktionäre sollten über Gehälter entscheiden

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Großbritannien

Wenn es nach dem liberalen Wirtschaftsminister Vince Cable geht, dürfen die Aktionäre schon bald sehr viel stärker bei der Entlohnung der Spitzenmanager mitreden. Cable will den Eigentümern ein Vetorecht in die Hand geben, mit dem sie überzogene Bonuszahlungen tatsächlich verhindern können. Das wäre eine deutliche Verschärfung der bisherigen Regeln: Auf den britischen Hauptversammlungen wird zwar schon jetzt über die Gehälter der Vorstände abgestimmt, bislang ist dieses Votum allerdings nicht bindend.

Auch im Mutterland des Kapitalismus wächst angesichts der Millionengehälter von Topmanagern das Unbehagen. Der Streit steht seit Monaten weit oben auf der politischen Agenda. Ein Grund: Im vergangenen Jahr stiegen die Vorstandsgehälter der im Leitindex der Londoner Börse vertretenen Unternehmen um durchschnittlich 49 Prozent – obwohl die Wirtschaft des Königreichs seit mehreren Quartalen stagniert.

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Die Kritik entzündet sich auch an langfristig enormen Gehaltssteigerungen. Die Chefs der Großbank Barclays steigerten nach Berechnungen der Denkfabrik Compass in den vergangenen 30 Jahren ihren Verdienst um 5000 Prozent. Dagegen hätten sich die Durchschnittslöhne während dieser Zeit nur verdreifacht. Zwischen 2000 und 2010 stiegen demnach die jährlichen Bonuszahlungen der 350 größten börsennotierten Gesellschaften um 187 Prozent, langfristige Anreizzahlungen kletterten um 253 Prozent. Alles in allem verdoppelten die Konzerne in diesem Zeitraum die Gehaltspakete ihrer Chefs.

Trotz der enormen Anstiege sind einige prominente Großaktionäre nicht glücklich über die neue Macht, die Cable ihnen einräumen will. Sie argumentieren, dass es nicht Aufgabe der Aktionäre sei, sich ins Tagesgeschäft der Unternehmen einzumischen. Außerdem hätten die Eigentümer bereits ausreichend Mittel an der Hand, um ihre Wünsche durchzusetzen.

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