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22.08.2011

09:47 Uhr

Porträt Dürheimer

Der Mann mit der gewissen Extravaganz

VonMark Christian Schneider

Wolfgang Dürheimers Einstand in der Welt des Luxus ist geglückt. Der Chef der VW-Nobelmarken Bentley und Bugatti muss eine Klientel befriedigen, die teilweise eine Million Euro für ein Auto ausgibt.

Eine Spezialversion des Bugatti Veyron Grand Sport mit Teilen aus Porzellan. dapd

Eine Spezialversion des Bugatti Veyron Grand Sport mit Teilen aus Porzellan.

MolsheimBei seiner Premiere im kalifornischen Pebble Beach wollte Wolfgang Dürheimer die Freunde des Luxus mit noch mehr Luxus überraschen. Deswegen hatte der Chef der Volkswagen-Töchter Bentley und Bugatti für die diesjährige Auflage des Oldtimer-Treffens der Schönen und Reichen, das am Wochenende stattfand, seine Leute an einem der Luxusautos noch einmal Hand anlegen lassen - und einige Teile aus echtem Porzellan eingebaut. Die Versammlung der automobilaffinen Millionäre war entzückt. Dürheimers Präsentation war genau die Portion Extravaganz, die ihnen gefällt.

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Weltweite Produktion von Luxusautos

Keine Frage, Dürheimers Einstand in der Welt des Luxus ist geglückt. Seit gut einem halben Jahr führt der 53-Jährige die nobelsten aller Töchter des VW-Konzerns: Bentley und Bugatti. Für den ehemaligen Porsche-Manager bedeutet das den permanenten Balanceakt: Er muss dem absoluten Luxus in einem Konzern ein zu Hause geben, der laut Namen doch eigentlich Autos für das Volk bauen möchte. Und er muss eine Klientel befriedigen, die für die eine Million Euro, die sie mitunter für so ein Auto ausgibt, auch immer wieder neu überrascht werden möchte. Es scheint, als ob Dürheimer diese Erwartungen bisher erfüllt. Das freilich überrascht all jene, die Dürheimers Karriere schon länger verfolgen, kaum.

Seit seiner Jugend hat der gebürtige Allgäuer sich einem Zitat von Hermann Hesse verschrieben: "Damit das Mögliche entsteht, muss das Unmögliche immer wieder versucht werden." Dürheimer lässt dem Taten folgen. Der Ingenieur, der lange bei BMW die Entwicklung der Motorräder verantwortete, versucht sich gerne an der Verwirklichung des ursprünglich Undenkbaren. So hat er bei Porsche als Entwicklungsvorstand seit 2001 die Baureihen Cayenne und Panamera verwirklicht - Fahrzeuge, die nicht mehr viel mit den Sportwagenklassikern der Zuffenhausener zu tun haben.

Für Porsche war Dürheimer so wichtig, dass Betriebsratschef Uwe Hück größere Unruhe für den Fall andeutete, dass Dürheimer vor der Fertigstellung seines Porsche-Meisterstücks, der Entwicklung des 500 PS-Hybridflitzers 918 Spyder, zu Bugatti und Bentley wechsele. Dürheimer blieb daraufhin so lange in Stuttgart.

"Mich reizen die Extreme", sagt er. "Supersportliche und besonders exklusive Fahrzeuge - das ist meine Welt." Er halte viel von Rekorden. Sein Ehrgeiz, sagen Weggefährten, suche im Reich von VW seinesgleichen. "Dürheimer brennt lichterloh. Er ist ein engagierter Ingenieur", lobt VW-Chef Martin Winterkorn.

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