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16.01.2004

13:27 Uhr

Porträt

Thomas Stein: Umstrittener "Superstar"

Thomas Stein hat den Schritt vom Managersessel auf die Showbühne gewagt - nun, nach der Trennung von BMG, bleibt ihm jedoch nur noch letztere. Als Jury-Mitglied bei „Deutschland sucht den Superstar“ wird er wohl noch länger wirken dürfen.

HB MÜNCHEN. Die Kandidaten müssen seine teils ätzenden Kommentare über ihre Sangeskünste fürchten. In der Branche sorgten die öffentlichen Auftritte des Deutschland-Chefs der Bertelsmann-Musiksparte BMG für viel Neid und Kritik. Auch intern war der 54-jährige wegen seiner direkten Art nie unumstritten. Vor allem wegen des „Superstar“-Booms konnte sich BMG aber unter Steins Führung gegen den Abwärtstrend der Branche stemmen und deutlich Marktanteile hinzugewinnen.

Stein gilt als einer der intimsten Kenner des deutschen Musikmarkts. Seit 30 Jahren ist er in der Branche aktiv. Auch Konkurrenten bescheinigen ihm ein gutes Gespür für Talente. Als Vorsitzender des Bundesverbandes der Phonographischen Wirtschaft (1991 bis 2001) hat er vehement gegen die Flut der Raubkopien gekämpft, weil sie der Musikindustrie schadeten.

Der gebürtige Schwabe hatte nach einer kaufmännischen Lehre bei einem Stuttgarter Zeitschriftenverlag seine Karriere im Musik- Business mit 26 Jahren als Marketing- und Promotionsleiter beim Plattenlabel Crystal begonnen. Später wechselte er als Musikredakteur zum ZDF und produzierte Sendungen wie „Disco“. Als Geschäftsführer der Teldec Schallplatten GmbH in Hamburg unterstützte er ab 1982 Künstler wie Jürgen von der Lippe und Falco bei ihrer Karriere.

Bei der BMG ist Stein seit 1988. Vor gut einem Jahr strich der Konzern den Posten des Europa-Chefs. Stein musste aus London zurück nach München und künftig wieder den deutschsprachigen Markt verantworten. Über einen möglichen Abschied von BMG wurde schon damals spekuliert. In der Firma herrsche „ein Klima der Angst“, zitierte das „SZ-Magazin“ einen Musikmanager, der vier Jahre bei BMG gearbeitet hat. Die angekündigte Fusion von BMG mit dem Musikgiganten Sony bringt weitere Unruhe ins Unternehmen. In den USA musste bereits der schillernde Chef des BMG-Labels Arista, Antonio Reid, gehen, der erhebliche Verlust wegen seines Superstar-Managements anhäufte.

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