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08.06.2015

13:50 Uhr

Post und der Streik

Verdi macht die Post zur Schnecke

VonChristoph Schlautmann

Die Postler bleiben zu Hause und die Briefe auch? Verdi hat jetzt zum Dauerstreik bei der Post aufgerufen. Kommt jetzt nichts mehr an? Wer arbeitet noch? Worum geht es? Sechs Antworten auf die sechs wichtigsten Fragen.

Die Auswirkungen des von Verdi angekündigten Streiks dürften viele Verbraucher spüren. dpa

Leerer Briefkasten

Die Auswirkungen des von Verdi angekündigten Streiks dürften viele Verbraucher spüren.

DüsseldorfBriefträger und Paketboten der Deutschen Post treten ab Montagnachmittag schrittweise in einen unbefristeten Streik. Das kündigte die Gewerkschaft Verdi in Berlin an. Die Post habe sich in sechs Verhandlungsrunden keinen Millimeter auf eine Lösung des Konflikts hinbewegt, sondern ein Angebot der Gewerkschaft ignoriert, erklärte Verdi-Vize Andrea Kocsis. „Wir müssen den Druck nun massiv erhöhen.“ Millionen Briefe und Pakete werden in den kommenden Tagen voraussichtlich wieder verspätet ankommen.

Die Post lehnt die Forderungen der Gewerkschaft ab. Diese leisteten keinen Beitrag zur Zukunftssicherung für Mitarbeiter und Unternehmen, begründete Personalchefin Melanie Kreis. Zudem bedeute der Verdi-Vorschlag eine Mehrbelastung von rund 300 Millionen Euro. Das sei „sogar eine spürbare Verschärfung unseres bestehenden Wettbewerbsnachteils“, erklärte Kreis. Die Post zahle doppelt so hohe Löhne wie die Wettbewerber.

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Bleiben die Briefkästen nun leer?
Während bei den vergangenen Warnstreiks nur sechs Prozent der Briefe verspätet zugesellt wurden, ist bei dem angekündigten unbefristeten Warnstreik mit Schlimmerem zu rechnen. Den Transport von Paketen werden viele Online-Versender nun allerdings von Wettbewerbern wie Hermes, DPD oder UPS erledigen lassen.

Worum geht es bei dem Streik offiziell?
Im neuen Manteltarifvertrag, dessen Vorgänger am 31. März ausgelaufen ist, soll es nach dem Willen von Verdi 2,5 Stunden weniger Wochenarbeitszeit geben – bei vollständigem Lohnausgleich. Am 31. Mai lief zudem der Gehaltstarifvertrag aus. In der Neufassung fordert die Gewerkschaft 5,5 Prozent mehr Lohn. Zusammen käme dies einem Gehaltssprung von 12,5 Prozent gleich, hat die Post errechnet. Die zusätzlichen Belastungen wären 600 Millionen Euro im Jahr.

Kommentare (5)

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Herr Marc Otto

08.06.2015, 14:02 Uhr

Oky, die Postbaln wirft man gerade auf den Abfall
die normale Post wird dem in 10 Jahren folgen

Bitte lieber Gott, habe ein Einsehen und lass die DB folgen

Herr Horst Meiller

08.06.2015, 14:07 Uhr

Die Post streikt? Wäre mir jetzt gar nicht aufgefallen...(:

Herr Michael Mouse

08.06.2015, 15:06 Uhr

Das Problem sind wir ! Sie ich und all die anderen. Wir wollen alles Billig und sofort und dazu noch beste Qualität. Scheiß...
Das dies nicht möglich ist ist für die meisten nicht zu verstehen.
Das ist eine Kopf sache. Trinkgeld für den Paketboten der das 20Kilo Katzenstreu Paket ( ist ja neuerdings bequemer es zu bestellen, da muss man es nicht selber hochschleppen ) in den 4. Stock schleppt, Fehlanzeige. 50 cent ,das wär doch schon was. Aber nicht mal das !
Geiz ist Geil. Man hat ja schließlich den Transport bezahlt. Die Geselschaft ist einfach Scheiß... geworden.
Arbeit !! wird einfach nicht mehr richtig bewertet. Ich hoffe, das die Post AG einfach mal den Mut aufbringt, die Pakete deutlich teurer zu machen. Der jetzige Preis ist für das geleistete viel zu niedrig.UPS ist diesen Weg mit erfolg gegangen ! Qualität kostet halt.
Zudem gibt es überhaupt keinen anderen weg mehr dem völlig ausaufernden "Paket Wahnsinn" in den Griff zu bekommen. Die gesamte Logistik arbeitet an der Leistungsgrenze, das Paket aufkommen jedoch steigt und steigt.
Für menschen die noch nie einen Blick in den Paketversende ablauf werfen konnten, ist es nicht vorstellbar, was da abgeht.

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