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19.05.2015

15:46 Uhr

Poststreik

Verdi zieht wegen Beamteneinsatz vor Gericht

Die Auswirkungen des Post-Streiks halten sich in Grenzen – auch, weil die Beamten nicht mitstreiken. Verdi will den Einsatz der Staatsdiener nun gerichtlich verbieten lassen. Kommende Woche entscheidet das Gericht.

Die Zusteller der Deutschen Post setzen ihren Warnstreik nach Angaben der Gewerkschaft Verdi auch am heutigen Dienstag fort. dpa

Poststreik

Die Zusteller der Deutschen Post setzen ihren Warnstreik nach Angaben der Gewerkschaft Verdi auch am heutigen Dienstag fort.

BonnDie Gewerkschaft Verdi geht gerichtlich gegen den Einsatz von Beamten im aktuellen Post-Streik vor. Eine entsprechende Verfügung habe Verdi am Dienstag beim Arbeitsgericht Bonn beantragt, teilte die Gewerkschaft mit. Ein Gerichtssprecher bestätigte den Eingang des Antrages. Er werde geprüft. Eine Entscheidung werde Anfang der nächsten Woche, voraussichtlich am Dienstag, bekanntgegeben.

Seit Beginn des Konfliktes hat die Post laut Verdi vielfach Beamte auf bestreikten Arbeitsplätzen eingesetzt. Aus Sicht der Gewerkschaft sind sie damit Streikbrecher. Das sei nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes rechtswidrig, erklärte die Gewerkschaft. Ein Post-Sprecher wies die Vorwürfe als haltlos zurück. Das Unternehmen halte sich strikt an die rechtlichen Vorgaben und prüfe jeden Einzelfall genau.

In dem Tarifkonflikt geht es um Gehälter und Arbeitszeiten der 130.000 Tarifangestellten, die rund 38.000 Beamte bei der Post sind von dem Konflikt nicht betroffen und dürfen auch nicht streiken. Wenn das Gericht dem Antrag folgt, könnte Verdi zufolge künftig für jeden Beamten-Einsatz auf bestreikten Arbeitsplätzen ein Ordnungsgeld von theoretisch bis zu 250.000 Euro fällig werden.

Tarifverhandlungen: Streiks bei der Deutschen Post gehen weiter

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Millionen Briefe bleiben liegen, denn die Beschäftigten der Post streiken auch am Dienstag weiter. Sie fordern eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit von 38,5 auf 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich.

In dem Tarifkonflikt fordert Verdi eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit von 38,5 auf 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich und 5,5 Prozent mehr Geld. Die nächste Verhandlungsrunde findet an diesem Mittwoch und Donnerstag (20./21.5) in Königswinter bei Bonn statt. Laut Verdi waren am Dienstag erneut rund 5.000 Beschäftigte in der Brief- und Paketzustellung und im Innendienst in den befristeten Ausstand gerufen. Die Auswirkungen sind laut Post aber relativ gering. Nur etwa sechs Prozent der Briefe seien zuletzt verzögert angekommen.

Von

dpa

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