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02.09.2015

08:33 Uhr

Powerpoint-Todsünden

Die zehn schlimmsten Fehler bei Präsentationen

VonNadja van Uelft
Quelle:CIO

Schlechte Präsentationen beruhen immer wieder auf denselben Kardinalfehlern. Was Präsentatoren auf jeden Fall vermeiden sollten. Und wie sie mit ihrem Vortrag garantiert jeden Zuhörer kriegen.

Wenn eine Präsentation nicht zum Langweiler werden soll, müssen Pannen unbedingt vermieden werden. Imago

Zum Einschlafen

Wenn eine Präsentation nicht zum Langweiler werden soll, müssen Pannen unbedingt vermieden werden.

Weltweit werden täglich im Schnitt rund 30 Millionen Präsentationen gehalten. Wissen Sie auch, wie viele davon von Zuhörern beziehungsweise Zuschauern als schlecht, langweilig sowie als Zeitfresser bezeichnet werden? 90 Prozent. Das macht sage und schreibe 27 Millionen schlechte Präsentationen jeden Tag.

Man stelle sich nur vor, was das für Unternehmen bedeutet, das heißt, wie viel Geld dadurch versenkt wird. Präsentationen zu halten verschlingt viel Zeit und Geld, nicht nur Reisekosten, sondern vor allem wertvolle Arbeitszeit sowohl der Präsentatoren als auch des Publikums. Und schlechte Präsentationen kosten obendrein Nerven und gute Laune.

Es ist nicht davon auszugehen, dass die Vielzahl der Präsentatoren absichtlich schlechte Vorträge hält. Aber wenn die im Folgenden aufgeführten Kardinalfehler der Präsentation ganz oder teilweise auf Sie zutreffen, zählen Sie leider zu den 90 Prozent grottenschlechten Präsentatoren. Hier lesen Sie aber auch, wie Sie besser präsentieren können.

FAQ Die Macht der Macht

Der Ratgeber

Einen praktischen Leitfaden zum Umgang mit Macht hat Reiner Neumann herausgebracht. Der Berater erklärt in „Die Macht der Macht“, worauf Führungspersönlichkeiten achten müssen, um ihre Macht zu steigern und vor allem zu erhalten. Hier einige Auszüge.

Gesten

Gesten mit beiden Händen wirken sehr viel stärker und dynamischer als die mit einer Hand. Vermeiden Sie Gesten mit negativem Gehalt wie erhobene Zeigefinger oder vor der Brust verschränkte Arme.

Sprache

Vermitteln Sie Souveränität durch ruhiges Sprechtempo und gut gewählte Pausen. Das zeugt davon, dass Sie keine Angst vor Unterbrechungen haben. Betonen Sie maximal zwei Wörter pro Satz und passen Sie die Lautstärke der Größte des Raumes an.

Unterbrechen

Menschen mit Macht unterbrechen, Menschen ohne werden unterbrochen. Es ist nicht höflich, aber wirkungsvoll. Sorgen Sie dafür, wenn man Sie mal unterbricht, dass Sie Ihren Gedanken zu Ende bringen können.

Regeln aufstellen

Macht hat, wer die Regeln definiert. Übernehmen Sie keine Normen blind vom Vorgänger. Regeln schaffen Sicherheit und Vertrauen, schränken bisweilen aber auch zu stark ein. Ideal ist es, wenn nicht der Chef, sondern die Allgemeinheit Verstöße ahndet.

Körperhaltung und Mimik

Macht und Dominanz strahlt man – bisweilen auch zu viel – aus durch entspanntes Zurücklehnen, gespreizte Beine, weit geöffnete Augen und hochgezogene Brauen. Bemühen Sie sich um flüssige Bewegungen und vermeiden Sie keinen Blickkontakt – das ist ein Zeichen von Schwäche.

Netzwerken

Geben und Nehmen: Der beste Einstieg ist eine Investition von Ihrer Seite – gehen Sie in Vorleistung. Pflegen Sie Beziehungen durch regelmäßiges Kontaktieren und zeigen Sie Interesse für den Anderen. Und seien Sie verlässlich, auch wenn es mal schwer fällt.

Symbole

Mal ist es ein eigenes Büro, bei einigen ein Firmenwagen oder die Zahl der Sekretärinnen: Symbole zeigen, wie mächtig ein Manager ist. Nutzen Sie diese Symbole und setzen Sie sie geschickt ein.

Die richtigen Aufgaben übernehmen

Kämpfen Sie um die Projekte, mit denen Sie glänzen können: Überschaubares Risiko, hohes Prestige und die Aufmerksamkeit des Top-Managements sind die wesentlichen Kriterien.

1. Der Fehlstart

Mit abgedroschenen Sätzen wie „Heute halte ich eine Präsentation zum Thema X...“ oder mit einem übertriebenen Anfangssatz wie „Ich möchte Ihnen meine ausgesprochene Freude darüber zum Ausdruck bringen, dass Sie so zahlreich erschienen sind“ ist Ihr Fehlstart vorprogrammiert. Das kommt deshalb nicht besonders gut an, weil die meisten Leute im Publikum nicht freiwillig da sind, sondern mit dem Besuch der Präsentation eine (oft ungeliebte) Aufgabe auf ihrer To-do-Liste abhaken.

Tipp: Interesse wecken Sie beim Publikum nur, wenn Sie zu Beginn den Nutzen der Präsentation herausstellen.

2. Ablesen statt frei sprechen

Wenn Sie eine vorformulierte Präsentation Wort für Wort ablesen, geht das nicht nur zulasten Ihrer eigenen Aufmerksamkeit, sondern auch einer guten Rhetorik, weil Sie sich gar nicht darum bemühen. Die Wirkung auf die Zuhörer ist fatal, nämlich monoton und einschläfernd. Wenn in Ihrem Vortrag Sprechpausen, Füllwörter und Wortwiederholungen wegfallen, die jeder Mensch beim Sprechen in der Regel macht, verlieren Sie an Überzeugungskraft und Glaubwürdigkeit. Außerdem hat das monotone Ablesen Auswirkung auf Ihre Gestik. Sie wird automatisch steif und fest.

Tipp: Sprechen Sie frei, benutzen Sie gegebenenfalls Moderationskarten, wiederholen Sie Wichtiges und nutzen Sie Ihre Gestik.

Kommentare (6)

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Herr Otto Berger

02.09.2015, 10:00 Uhr

Das ganze Drumherum einer Präsentation nach neuzeitlichem Verständnis mag zwar ganz interessant sein aber es hat mich im Geschäftsleben nur interessiert, dass Präsentationen möglichst kurz und sachbezogen vorgestellt wurden unter dem Motto : Zeit ist Geld und "in der Kürze liegt die Würze"
Fazit : Ein eher schüchterner Angestellter, der mir eine brauchbare Präsentation kurz und sachbezogen vorstellte, war mir stets angenehmer als ein Blender, mit vielen unbrauchbaren Präsentationen, der aufgrund seiner Rhetorik besser als Vortragender auf der Kanzel einer Kirche aufgehoben gewesen wäre.

Doro Mann

02.09.2015, 10:11 Uhr

Gestern in den Abendnachrichten:
a) ZDF: eine beruhigend, aber auch motivierend begeistert, klingende Stimme vermeldet: "Die Flüchtlinge warten auf die Züge für ihre Reise in den WESTEN" und "Begeistert rufen die Flüchtlinge auf dem Bahnhofsplatz: Wir wollen weiterreisen!" (Obwohl jeder am Fernsehlautsprecher deutlich vernehmen kann, dass die Flüchtlinge im Chor laut und aufgebracht "GERMANY!!" skandieren.)
b) ARD: eine sachlich klingende Stimme, vermeldet: "Die Flüchtlinge warten auf die Züge für ihre Reise nach DEUTSCHLAND" und "Draußen auf dem Bahnhofsplatz rufen die Flüchtlinge: GERMANY, also Deutschland!"
Ein schönes Beispiel, wie eine (...) Redakteurin den deutschen Bürger manipuliert.

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Herr jorge ferrer

02.09.2015, 10:17 Uhr

Aus jahrelanger, entmutigender Erfahrung in Sachen Präsentationen kann ich den Ausführungen des Artikels nur zustimmen. Der schwerwiegendste Fehler, den man bei einer Präsentation begehen kann, ist in der Regel diese überhaupt zu halten. Der zweite Fehler ist, diese schlecht zu halten. Sachdienliche Hinweise, wie man Fehler vermeidet und Aufmerksamkeit erzeugt werden aus Prinzip (und Unfähigkeit oder Arroganz) ignoriert. PowerPoint potenziert die Unzulänglichkeiten der Redner aber alle benutzen es. So gesehen, verdienen sie es nicht besser

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