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27.08.2011

09:55 Uhr

Präsidentschaftswahl

Singapurs Unternehmen befürchten politischen Kurswechsel

VonStefan Mauer

Die Präsidentenwahl in Singapur am Samstag könnte zum Protestsignal enttäuschter Bevölkerungsteile werden. Denn obgleich der Stadtstaat längst eine boomende Metropole ist - viele Einwohner profitieren nicht davon.

Marina Bay in Singapur: Nur wenige profitieren vom Boom des Stadtstaats. dapd

Marina Bay in Singapur: Nur wenige profitieren vom Boom des Stadtstaats.

MumbaiSingapurs Wirtschaft ist alarmiert. Wenige Tage vor der Wahl eines neuen Staatschefs wandte sich die Singapore Business Federation mit einer Mitteilung an ihre Mitglieder: "Die Wahl des nächsten Präsidenten ist ein wichtiger Indikator, ob die Einwohner Singapurs an dem Kurs festhalten wollen, der ihr Land bisher so erfolgreich gemacht hat", heißt es darin.

Die Unruhe ist leicht erklärt. Zum ersten Mal seit 1993 wird am Samstag in dem boomenden Stadtstaat von der Größe Hamburgs ein neuer Präsident gewählt. Grund für die lange Pause ist eine Klausel im Wahlrecht. Und die gut fünf Millionen Einwohner könnten die Abstimmung über das eigentlich nur repräsentative Amt zum Protestsignal gegen die seit mehr als 45 Jahren regierende Partei PAP machen. Denn diese hat das Land zwar zu einem der führenden Finanzzentren der Welt gemacht, doch von dem Boom profitieren nur wenige.

Schon 2013 soll Singapur die Schweiz als Finanzplatz überholen

Gigantische Wachstumsraten von mehr als 14 Prozent pro Jahr, eine sehr liberale Wirtschaftsgesetzgebung und sehr niedrige Zölle und Steuern haben dafür gesorgt, dass inzwischen mehr als 700 Finanzinstitute in Singapur angesiedelt sind. Nach Prognosen von Pricewaterhouse-Coopers (PwC) könnte der Stadtstaat schon 2013 die Schweiz als weltweit wichtigstes Zentrum für Vermögensverwaltung abgelöst haben. Die Börse des Landes bietet den schnellsten Computerhandel der Welt an, und in Ratgebern beschreiben Autoren ganz offen, wie Schweizer Banken ihren Kunden dabei helfen können, Geld nach Singapur zu verschieben, bevor der Fiskus zuschlägt.

Während die Politiker Unternehmer und Investoren umwerben, regieren sie die eigene Bevölkerung mit harter Hand und strengen Gesetzen - bis hin zur Todesstrafe. Hinzu kommt, dass die Kluft zwischen Arm und Reich immer stärker wächst. Dazu tragen steigende Kosten bei stagnierenden Löhnen bei. Für Unmut sorgt auch die übermächtige Präsenz von mehr als einer Million ausländischer Arbeitskräfte.

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