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25.01.2007

07:00 Uhr

Profil

Das Gleiche in Grün

VonAnne Grüttner

Er hat die Textilmarken North Face und Esprit gegründet. Jetzt steckt Multimillionär Douglas Tompkins sein Know-how in den Schutz der Umwelt. Er baut erfolgreich Nationalparks auf.

Douglas Tompkins mit seiner Ehefrau Kristine McDivitt. Foto: PR

Douglas Tompkins mit seiner Ehefrau Kristine McDivitt. Foto: PR

BUENOS AIRES. Wollte man den nordamerikanischen Multimillionär Douglas Tompkins in zwei Sätzen beschreiben, könnte das so klingen: Was er macht, das macht er gründlich. Und er denkt gern „big“ – in großen Dimensionen. Das eigentlich Spannende aber an ihm ist, dass er eigentlich nur zufällig ein erfolgreicher Unternehmer wurde. Zuerst war er Umweltschützer und passionierter Bergsteiger, dann brauchte er Geld – und gründete die beiden Textilmarken „North Face“ und „Esprit“. Als er das Geld zusammen hatte, kehrte er zu seinen Wurzeln zurück.

Umtriebig ist Tompkins (63) allerdings geblieben. Statt Textilmarken baut er nun mit seiner Ehefrau Nationalparks auf. Und anstatt die Marken anschließend zu verkaufen, werden sie an den Staat verschenkt.

Der in New York geborene Sohn eines Kunsthändlers und einer Innenarchitektin war 17, als er mit dem Bergsteigen anfing und Mitglied der US- Umweltschutzvereinigung „Sierra Club“ wurde. Er sei ein „light green“ gewesen. Mit den Jahren habe sich das Grün dann intensiviert. Damals kam er auch nach Südamerika, bestieg den „Fitz Roy“ in Argentinien und besuchte Chile. „Das ist die Region auf der Welt, die ich am besten kenne“, sagt Tompkins.

Als er etwa 22 Jahre alt war, brauchte der junge Mann Geld – und machte gleich Millionen. In einem Loft am North Beach in San Francisco gründete er mit einem Startkapital von 5 000 Dollar die Outdoor-Marke „North Face“. Er baute das Unternehmen auf und verkaufte es nach einigen Jahren Gewinn bringend.

Als Endzwanziger rief Tompkins dann zusammen mit seiner damaligen Frau Susie „Esprit“ ins Leben. Er kreierte Stil und Image der Kleiderlinie, er machte Esprit zur Weltmarke. Doch irgendwann hatte er auch darauf keine Lust mehr. „Ich fand es nicht sehr befriedigend, Dinge herzustellen, die keiner braucht, und von denen es schon viel zu viel gibt.“ 1990 verkaufte Tompkins auch Esprit und begann seine „tiefgrüne“ Lebensphase – mit einem Vermögen von 125 Millionen Dollar in der Tasche.

Im Grunde macht Tompkins seitdem etwas Ähnliches, diesmal im Team mit seiner zweiten Frau, Kristine, die eine ähnliche Geschichte hat wie Douglas: Sie war zwölf Jahre lang CEO der Outdoor-Marke „Patagonia“ und widmet sich jetzt nur noch dem Naturschutz. Über die letzten anderthalb Jahrzehnte kauften die Tompkins in Chile und in Argentinien insgesamt zwei Dutzend Ländereien oder knapp 9 000 Quadratkilometer Land – ein Gebiet etwa so groß wie Zypern. Sie schafften eine Art internationalen „Naturschutzkonzern“, nonprofit versteht sich, mit insgesamt rund 250 Mitarbeitern und Niederlassungen in den USA, Chile und Argentinien.

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