Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.01.2014

10:00 Uhr

Profildatenbanken

Die Visitenkarte im Netz

Gefunden werden anstatt zu suchen: Was eigentlich zu schön klingt, um wahr zu sein, ist zu einer festen Bewerbungspraxis geworden. Bewerberprofile im Internet sind der aktuelle Trend. So stechen Sie aus der Masse hervor.

Immer mehr Arbeitgeber suchen sich ihre Mitarbeiter im Netz. Foto: Fotolia

Immer mehr Arbeitgeber suchen sich ihre Mitarbeiter im Netz. Foto: Fotolia

KölnDer Arbeitsmarkt passt sich zunehmend dem Bewerber an. Dass Unternehmen um Mitarbeiter werben, ist längst nicht mehr nur den Spitzenpositionen vorbehalten, sondern aktuell der große Trend in der Personalbeschaffung. 

Bewerberprofile in Jobbörsen und Karrierenetzwerken sind eine praktische Ergänzung im Bewerbungsprozess. Mit nur wenig Aufwand ist man dauerhaft für Unternehmen und Headhunter verfügbar. Wer wechselwillig ist, hinterlegt dazu einfach seinen Werdegang analog zum klassischen Lebenslauf mit Angaben zur Ausbildung über Fachkenntnisse bis hin zu den beruflichen Stationen. Der Bewerber wird so vom „Kunden“ zum „Anbieter“ auf dem virtuellen Arbeitsmarkt.

Der große Vorteil von den Internetprofilen gegenüber der klassischen Bewerbung liegt in der Zeitersparnis. Einmal erstellt ist der Online-Lebenslauf zudem dauerhaft für Unternehmen verfügbar. Änderungen und Aktualisierungen sind jederzeit möglich.

Unter Jobsuchenden ist diese passive Bewerbungsart gefragter denn je. Allein auf Stepstone.de, der meistgenutzten Online-Jobbörse mit durchschnittlich 50.000 aktuellen Stellenangeboten, werden jeden Tag hunderte neuer Profile erstellt. „Aktuell haben 350.000 Bewerber ihr Profil bei StepStone eingestellt“, sagt Dr. Sacha Knorr, Marketingleiter von Stepstone in Deutschland. Bereits 2010 hatten 70 Prozent der Jobsuchenden ihre Daten in einer Bewerberdatenbank veröffentlicht. Das zeigt die  Studie „Bewerberpraxis“ der Universitäten Bamberg und Frankfurt am Main. Vier von zehn Bewerbern zogen den passiven Weg sogar der direkten Bewerbung bei Unternehmen vor, heißt es dort.

Tipps für Bewerbung und Einstieg

Keine zweite Chance für einen ersten Eindruck

Wer beim ersten Gespräch unangenehm auffällt, für den gibt es keine zweite Chance. Wir beurteilen Menschen in den ersten drei bis fünf Sekunden- dieser Eindruck bleibt haften. Personalreferenten wissen: Wer schon beim Vorstellungsgespräch ein Gespür dafür hat, was angemessen ist, der wird auch im Job Situationen richtig einschätzen.

Wer ruft wen an?

Das Bewerbungsgespräch ist gut überstanden. Jetzt beginnt die nächste Zitterpartie: Habe ich das Rennen gemacht? Soll ich nachfragen oder abwarten? Wer nicht tagelang das Telefon fixieren möchte, sollte dies schon beim Gespräch klären. Sagen Sie, dass Sie interessiert sind und fragen Sie, wie es weiter geht.

Bewerbungs-Outfit

Wenn Sie nicht gerade in einer Kinderkrippe oder für eine Rockband vorstellen, gilt für die meisten Branchen: Männer tragen Anzug und Frauen ein Kostüm. Bis Sie ein Gefühl dafür haben, wie Ihre Kollegen erscheinen, sollten Sie das beibehalten.

Die ersten Wochen

Nachwuchskräfte aufgepasst! Unsicherheit mit Coolness zu überspielen klappt nicht. Fragen Sie erfahrene Kollegen, lernen Sie die Gepflogenheiten des Unternehmens kennen. Üben Sie sich in Bescheidenheit- das erste große Projekt kommt bestimmt, und dann können Sie Ihrem Übermut freie Fahrt gewähren.

Auch wenn Sie privat andere berühren oder Gespräche aus nächster Nähe führen- kommen Sie Kollegen und Geschäftspartnern nicht zu nahe! Die Distanzzone liegt bei einigen bis zwei Metern.

Wer ist der Neue?

Neue Kollegen bedeuten Stress für alle, denn Ihre Mitarbeiter sorgen sich vielleicht, dass ihre Routine durcheinandergewirbelt wird oder dass ihr Job in Gefahr ist. Sympathiepunkte sammelt man jetzt durch Interesse und Respekt. Tipp: Schmeicheln Sie den neuen Kollegen, und machen Sie Bemerkungen über vergangene Projekte, die Ihnen gefallen haben.

Das gekonnte Selbstmarketing

Der erste Tag ist fast überstanden, dann soll man sich in großer Runde vor allen Kollegen vorstellen. Bereiten Sie sich gut vor. Wichtig ist, Berufserfahrung und Ausbildung sachlich und Knapp auf den Punkt zu bringen. Lenken Sie die Aufmerksamkeit dabei auf Ihre größten Erfolge. Verkaufen Sie nicht mehr, als Sie liefern können.

In der Ruhe liegt die Kraft

Nur wer in Stress- Situationen Höflichkeit und Respekt wahrt, beweist, dass er umgänglich ist. Auch wenn es schwerfällt, sollten Sie Verärgerung nicht offen zeigen. Eine wutverzerrte Miene wirkt nicht souverän. Hören Sie sich die Argumente Ihres Gegenübers ruhig an. Beschreiben Sie, was Ihnen Probleme macht, ohne Kollegen zu beschuldigen.

Richtiger Umgang mit Mails

Gerade wenn man seinen Ansprechpartner nicht kennt, verfällt man oft in gestelztes Briefdeutsch. Besser ist es, so zu formulieren, wie man es mündlich tun würde. Allerdings sollte ein guter Ton gewahrt bleiben: Verzichten Sie unbedingt auf saloppe Smileys und auf Abkürzungen („MFG“ statt „Mit freundlichen Grüßen“). So viel Zeit sollte sein.

Grundkurs Netikette

Nur weil es eine E-Mail ist, sollten Sie nicht automatisch "Hallo Frau Meyer" oder "Lieber Herr Müller" schreiben. Das "Sehr geehrte Frau Schulze" ist durchaus nicht altmodisch. E-Mails erreichen ihre Adressaten schnell- das heißt aber nicht, dass diese ebenso schnell antworten müssen. Geben Sie ihnen zwei bis drei Tage Zeit, oder vermerken Sie in der E-Mail, dass es eilt. Entgegen allen Gerüchten: Großbuchstaben sind noch nicht aus der Mode. Rechtschreibung und Grammatik sind auch bei E-Mails essenziell.

Ordnung muss sein! Vergessen sie nie eine aussagekräftige Betreffzeile, denn die hilft dem Empfänger, seine E-Mail-Flut zu ordnen. Anlagen sollten Sie in gängigen Dateitypen verschicken und darauf achten, dass Sie mit großen Datenmengen nicht das Postfach des Adressaten verstopfen.

Entspannungsphase

Im Meetingraum, beim Geschäftsessen oder bei offiziellen Anlässen dürfen Sie Ihr Jackett oder ihre Kostümjacke erst ablegen, wenn die Gastgeber Sie dazu auffordern oder es vormachen. Stoßen sie zu einer Gruppe, die sich bereits "entspannt", fragen Sie erst. Werden Ihnen Getränke angeboten, sollten Sie annehmen. So geben Sie Ihrem Gegenüber die Möglichkeit, ein guter Gastgeber zu sein. Mit exotischen Wünschen (Bananensaft, Brennnessel-Tee) bringen Sie Ihren Gastgeber allerdings in Verlegenheit.

Quelle: www.trust-wi.de

Immer häufiger nutzen nun auch Unternehmen die Option der direkten Bewerber-Ansprache, Active-Sourcing genannt. Besonders in Engpass-Berufsfeldern wie dem IT- und Ingenieurbereich, in technischen Berufen oder im Gesundheitswesen, wo Fachkräfte heiß begehrt und schwierig zu rekrutieren sind.
Die Konsequenz: Wer alle Möglichkeiten im Bewerbungsprozess ausschöpfen möchte, sollte sich nicht nur auf die klassische Bewerbung verlassen. Ein Profil in den Datenbanken der großen Jobbörsen, Karrierewebseiten und in Karriere-Netzwerken wie Xing oder LinkedIn kann die Jobauswahl deutlich steigern.

Die erfolgreiche Eigenvermarktung per Bewerberprofil setzt in erster Linie eine schnelle Auffindbarkeit voraus. Profil-Datenbanken, wie beispielsweise die DirectSearch Database von Stepstone, arbeiten mit semantischen Matching-Systemen. Bei der Suche nach den passenden Bewerbern versehen Personaler ihre Suchanfrage mit jobrelevanten Schlagwörtern und Schlüsselbegriffen und erhalten eine individuelle Bewerberliste. Wer auf sein Profil aufmerksam machen und aus der Masse herausstechen möchte, muss sich also in die Rolle des Unternehmens hineinversetzten und das eigene Profil mit korrekten Berufsbezeichnungen verschlagworten.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

27.01.2014, 10:07 Uhr

Supermarkt der Funktionselemente.

...und da gibt es doch tatsächlich Stimmen gegen die NSA!

Account gelöscht!

27.01.2014, 12:00 Uhr

Meiner Meinung nach werden diese Plattformen überbewertet. Was man da teilweise an Jobangeboten zugeschickt bekommt (wenn denn überhaupt was kommt) ist qualitativ minderwertig, meist wieder irgendwelche Personaldienstleister, die nur Leute für ihre Verleih- Datenbank suchen. Und die Matching Systeme werfen auch viel zu viele Ergebnisse aus, die absolut nicht zu einem passen. Beispiel gefällig? Gebe ein, daß ich einen bezahlten Vollzeitjob suche und bekomme Angebote für Teilzeit, Praktika etc. Sowas nervt!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×