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24.11.2015

16:09 Uhr

Prozess gegen Ex-Panzermanager

Vorwurf der Geldwäsche eingestellt

Eine Anklage wegen Geldwäsche gegen einen Ex-Manager des Panzerbauers Kraus-Maffei Wegmann wird fallengellassen. Der Grund: Im Verhältnis zu den anderen Vorwürfen fällt die Tat nicht so sehr ins Gewicht.

Die Firma KMW stellt unter anderem dieses Fahrzeug her. dpa

Deutscher Kampfpanzer Leopard

Die Firma KMW stellt unter anderem dieses Fahrzeug her.

MünchenIm Prozess gegen einen ehemaligen Manager des Panzerbauers Krauss-Maffei Wegmann (KMW) ist ein Teil der Anklagevorwürfe vom Tisch. Auf Antrag des Staatsanwalts stellten die Richter das Verfahren in puncto Geldwäsche am Dienstag vor dem Landgericht München ein. Gemessen an einer Gesamtstrafe würde die Strafe wegen dieser Taten nicht erheblich ins Gewicht fallen, sagte der Vorsitzende Richter zur Begründung.

Die Staatsanwaltschaft hatte den Ex-Manager zudem wegen Steuerhinterziehung und versuchten Betrugs angeklagt. Laut Anklage soll er sich bei Rüstungsgeschäften mit Griechenland an Schmiergeldzahlungen beteiligt und dabei 1,15 Millionen Euro für sich selbst abgezweigt haben.

Die großen europäischen Rüstungsschmieden

Airbus

Der Airbus-Konzern ist der einzig wirklich paneuropäische Rüstungshersteller, an dem mehrere Länder beteiligt sind. Die Sparte Defense & Space beschäftigt 45.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz von gut 14 Milliarden Euro. Airbus baut unter anderem das militärische Transportflugzeug A400M, in Kooperation mit dem britischen Konzern BAE auch den Kampfjet Eurofighter. Dazu kommen weitere Militärtransporter, Hubschrauber, Elektronik und Aufklärungssysteme.

BAE Systems

Die Briten liefern sich in puncto Größe mit Airbus ein knappes Rennen. Neben Luftfahrttechnik bauen die 93.500 Mitarbeiter weltweit auch gepanzerte Fahrzeuge und Rüstungstechnik für den Kampf am Boden. Zuletzt kam BAE auf einen Umsatz von umgerechnet 21,8 Milliarden Euro. Eine geplante Fusion mit Airbus scheiterte 2012 am Widerstand der deutschen Regierung.

Thales

Die Franzosen kamen zusammen mit ihrem Zivilgeschäft im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 14,2 Milliarden Euro. Im Rüstungsgeschäft haben sie sich auf Luftabwehrsysteme, Elektronik, Drohnen und Cyber-Security spezialisiert. Der Konzern beschäftigt 65.000 Menschen.

Dassault Aviation

Der Flugzeugbauer ist vor allem für sein Kampfflugzeug Rafale bekannt. Die Franzosen entwickelten den Jet nach dem Ausstieg aus dem Eurofighter-Konsortium im Alleingang. Heute erwirtschaften knapp 12.000 Mitarbeiter einen Jahresumsatz von 3,7 Milliarden Euro. Dassault ist eng mit Airbus verbunden, das sich derzeit von seinen Minderheitsanteilen trennt, aber weiterhin in vielen Produktbereichen kooperiert.

Finmeccanica

In dem Riesenkonzern bündelte Italien seine Rüstungs- und Schwerindustrie. Neben Fluggerät baut das Unternehmen auch Helikopter und andere Militärausrüstung und erwirtschaftete insgesamt 14,7 Milliarden Euro mit gut 54.000 Mitarbeitern.

Nexter-KMW

Der fusionierte Panzerbauer kommt auf einen Jahresumsatz von zwei Milliarden Euro und setzt auf 6000 Mitarbeiter. KMW ist vor allem für klassische Panzer bekannt, etwa den Leopard 2. Nexter fertigt unter anderem den Panzer Leclerc für das französische Heer sowie leichte bis mittelschwere Panzerfahrzeuge.

Rheinmetall

Der Hersteller legendärer Kanonen wie der Hauptwaffe des Leopard 2 oder der Panzerhaubitze 2000 mischt bei vielen Rüstungsprojekten in Europa über Kooperationen mit anderen Herstellern wie etwa KMW mit. Die gut 20.000 Mitarbeiter der Rheinländer erwirtschaften Jahreseinnahmen von 4,7 Milliarden Euro.

Saab

Nach dem Abschied von der Autofertigung konzentrieren sich die Schweden seit längerem auf den Bau von Militärflugzeugen und Luftkampfwaffen, etwa den Kampfjet Gripen. Neben den heimischen Streitkräften nutzen auch die Armeen von Brasilien, Südafrika, Tschechien und Ungarn das Modell. Rund 14.000 Mitarbeiter schaffen einen Umsatz von 2,4 Milliarden Euro.

MBDA

Der Raketenspezialist gehört Airbus, BAE und Finmeccanica gemeinsam und beschäftigt fast 10.000 Mitarbeiter. Der Jahresumsatz lag zuletzt bei 2,4 Milliarden Euro.

RUAG

Der staatliche Schweizer Hersteller von Kriegsgerät kam durch die internationale Expansion auf fast 10.000 Mitarbeiter und Einnahmen von umgerechnet 1,7 Milliarden Euro. Außerhalb der Schweiz haben sich die Eidgenossen insbesondere auf Munition verlegt.

General Dynamics European Land Systems

Der US-Konzern General Dynamics hält sich einen eigenen europäischen Ableger. In Madrid haben die Amerikaner jene Unternehmen gebündelt, die sie in den vergangenen Jahrzehnten übernommen haben. Dazu gehören die spanische Santa Barbara Sistemas, die Schweizer Mowag und die österreichische Steyr-Daimler-Puch. General Dynamics bietet so eine breite Rüstungspalette an, vom Schützenpanzer bis zum Sturmgewehr.

Die Kleinen

Zu den Herstellern der Großsysteme gesellt sich eine Gruppe kleinerer Anbieter. Dazu zählen die deutschen Handwaffenhersteller Heckler & Koch, SIG Sauer und die belgische Herstal-Gruppe. Die fränkische Diehl Defense ist spezialisiert auf Lenkflugkörper und Artilleriemunition. Thyssen-Krupp Marine Systems baut Kriegsschiffe.

Zum Prozessauftakt vor gut einem Monat hatte er gestanden, Geld bekommen zu haben. Der maßgebliche griechische Vermittler habe ihn aber lediglich auf „rein freundschaftlicher Basis“ an seiner eigenen Provision beteiligt. An diesem Donnerstag sollen in dem Verfahren weitere Zeugen vernommen werden. Am 3. Dezember könnten dann nach Angaben von Prozessbeteiligten die Plädoyers gehalten werden.

Von

dpa

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