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15.11.2012

20:51 Uhr

Prozess in London

Geliebte von deutschem Banker von Insider-Handel freigesprochen

Eine verhängnisvolle Affäre zwischen einem deutschen Banker und zwei Geliebten hat nun ein Ende vor einem Londoner Gericht gefunden. Der Vorwurf: Insiderhandel mit Millionengewinnen.

Canary Wharf, Londons Finanzbezirk: Schauplatz einer verhängnisvollen Affäre. AFP

Canary Wharf, Londons Finanzbezirk: Schauplatz einer verhängnisvollen Affäre.

LondonEs ist gleich in mehrfacher Hinsicht eine pikante Geschichte, die in den vergangenen Wochen vor dem Londoner Southwark Crown Court verhandelt wurde. Es geht um Millionengewinne aus verbotenen Insiderhandel und um ein undurchsichtiges Liebesdreieck. Gestern wurden zwei Ex-Geliebte des Deutschen Investmentbankers Thomas Ammann  freigesprochen. Amann selbst hatte sich bereits zuvor des Insiderhandels in zwei Fällen für schuldig bekannt. Der 39jährige gab zu, dass er  zwei Komplizinnen vertrauliche Informationen über eine Übernahme zugespielt hat, um hohe Gewinne am Aktienmarkt zu erzielen.

Zur Zeit der Tat, 2009, arbeitete Ammann für die japanische Bank Mizuho und beriet den Elektronikkonzern Cannon bei der Übernahme des niederländischen Kopiererherstellers OCE für 730 Millionen Euro. Ammann überredete seine beiden damaligen Geliebten, die nichts voneinander wussten, Aktien von OCE zu kaufen. Eine der Freundinnen, eine Deutsche, erzielte durch die illegalen Insider-Geschäfte einen Gewinn von einer Million Euro.

Die zweite Geliebte, eine Britin, verdiente mit den vertraulichen Informationen die deutlich bescheidenere Summe von 29 000 Pfund. Beide  gaben die Hälfte ihrer Gewinne an Ammann weiter. Um seine Ziele zu erreichen soll der Investmentbanker auch emotionalen Druck benutzt und mit dem Abbruch der Beziehungen gedroht haben. Die Strafe für Ammann wird das Gericht später festsetzen, auf Insiderhandel stehen in Großbritannien bis zu sieben Jahre Gefängnis.

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