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19.05.2014

18:03 Uhr

Prozess wegen Untreue

Insolvenzverwalter erhöht Druck auf Middelhoff

Thomas Middelhoff musste am Montag erneut vor Gericht erscheinen. Der Insolvenzverwalter von Arcandor nutzte die Gelegenheit, um dem früheren Chef des Unternehmens einen Gerichtsvollzieher vorbeizuschicken.

Thomas Middelhoff musste am Montag erneut vor Gericht erscheinen. dpa

Thomas Middelhoff musste am Montag erneut vor Gericht erscheinen.

EssenDer Insolvenzverwalter des Handelskonzerns Arcandor, Hans Gerd Jauch, erhöht den Druck auf den früheren Konzernchef Thomas Middelhoff. Wie Jauchs Sprecher berichtete, ließ der Insolvenzverwalter dem 61-jährigen Manager in einer Verhandlungspause in dessen Strafprozess vom Gerichtsvollzieher einen Titel über 3,4 Millionen Euro „für eine etwaige Vollstreckung“ zustellen. Der Sprecher bestätigte damit Berichte des Westdeutschen Rundfunks und der „Bild“-Zeitung. Middelhoff und seine Anwälte wollten den Vorgang nicht kommentieren.

Das Essener Landgericht hatte den Manager im September vergangenen Jahres in einem Zivilverfahren verurteilt, rund 3,4 Millionen Euro an den Insolvenzverwalter zu zahlen. Es geht vor allem um Bonuszahlungen, die Middelhoff nach Auffassung der Richter zu Unrecht erhalten hat. Doch ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Da beide Seiten Revision eingelegt haben, wird der Fall ab Herbst das Oberlandesgericht Hamm beschäftigen. Die Zustellung des Titels bedeutet noch nicht, dass Middelhoff das Geld auch zahlen muss.

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Nach einem kuriosen Start kommt es im Untreue-Prozess gegen Thomas Middelhoff doch noch zu dessen Befragung. Der Vorsitzende Richter hat viele Fragen – doch nur wenige davon kann der Ex-Arcandor-Chef auch beantworten.

Middelhoff selbst verteidigte vor dem Essener Landgericht am Montag erneut die Herausgabe einer 180 000 Euro teuren Festschrift für seinen Mentor Mark Wössner auf Kosten des Handelsriesen. Middelhoff sagte, die Festschrift und die damit verbundene Festveranstaltung seien für das Handelsunternehmen ein „voller Erfolg“ gewesen. Sie seien aus Imagegründen wichtig gewesen. Außerdem sei es dem Konzern nicht zuletzt dadurch gelungen, die Druckkosten für die Quelle-Kataloge bei Bertelsmann deutlich zu senken.

Von der Staatsanwaltschaft war die Veranstaltung als „persönliches Geschenk“ des Managers an den ehemaligen Bertelsmann-Chef Wössner bewertet worden. Die Anklagebehörde wirft Middelhoff vor, den inzwischen pleitegegangenen Handelskonzern zu Unrecht mit betriebsfremden Kosten in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro belastet zu haben. Hauptsächlich geht es um Flüge mit Chartermaschinen und Hubschraubern, die von Arcandor bezahlt wurden, nach Auffassung der Anklagebehörde aber ganz oder teilweise nicht dienstlich veranlasst waren. Middelhoff weist die Vorwürfe entschieden zurück.

Von

dpa

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