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30.10.2013

14:02 Uhr

PwC kauft Booz & Company

„Big Four“ in Angriffslaune

VonMartin Dowideit

Die „großen Vier“ werden die mächtigen globalen Wirtschaftsprüfer genannt. Einer aus dem Quartett will rasch wachsen: PwC übernimmt einen US-Strategieberater. Die deutsche Firma Roland Berger war nicht attraktiv.

Ein PricewaterhouseCooper-Team beim Elefantenpolo in Thailand: PwC ist ein Gigant unter den Wirtschaftsprüfern. Reuters

Ein PricewaterhouseCooper-Team beim Elefantenpolo in Thailand: PwC ist ein Gigant unter den Wirtschaftsprüfern.

DüsseldorfMit einem Jahresumsatz von mehr als 32 Milliarden Dollar gehört PricewaterhouseCoopers (PwC) zu den großen Vier der globalen Wirtschaftsprüfern – neben KPMG, Ernst & Young und Deloitte. Doch PwC will wachsen und hat sich entschieden, den Konkurrenten Booz & Company zu übernehmen. Booz ist vor allem als Strategieberatung aktiv und mit einem geschätzten Jahresumsatz von einer Milliarden Dollar wesentlich kleiner als der Käufer. Dennoch werden die Kartellwächter wegen der vorhandenen Konzentration in der Wirtschaftsprüferbranche den Zusammenschluss genau prüfen.

„Der Zusammenschluss ist abhängig von der Zustimmung der Booz & Company-Partner sowie der zuständigen Aufsichtsbehörden“, teilten die Firmen am Mittwoch mit. Zunächst hatte PwC sich auch die deutsche Strategieberatung Roland Berger als mögliches Kaufziel angeschaut, sich dann aber abgewendet. Die Deutschen waren gleich mit mehreren der „Big Four“ im Gespräch. Doch auch Deloitte Touche Tohmatsu hatte schließlich kein Interesse. Ernst & Young gilt als verbleibender Interessent.

Die größten Beratungsunternehmen in Deutschland

Berater in Deutschland

Unternehmensberatungen sind gefragt wie nie. In Deutschland hat sich der Branchenumsatz seit 2010 jährlich um zwei Milliarden Euro auf zuletzt 22,3 Milliarden Euro erhöht. Der Wunsch der Kunden lautet häufig Betriebsoptimierung, manchmal aber auch Schadensbegrenzung. Die Liste zeigt die acht größten in Deutschland aktiven Beraterfirmen.

Quelle: Bundesverband Deutscher Unternehmensberater

Platz 8

Deloitte mit hiesigem Sitz in Düsseldorf setzte 2012 in Deutschland 275 Millionen Euro um. Die Mitarbeiterzahl beläuft sich auf 1405.

Platz 7

Die US-amerikanische Strategieberatung Oliver Wyman füllte die eigenen Kassen 2012 mit einem Umsatz von 280 Millionen Euro. In Deutschland beschäftigt das Unternehmen 730 Mitarbeiter. Die Kunden der Firma kommen aus den verschiedensten Branchen etwa Verkehr, Energie und Industrie. Insgesamt lassen sich in Deutschland am meisten Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes von Beratern unter die Arme greifen. Finanzdienstleister und Firmen, die aus öffentlicher Hand finanziert werden, sind ebenfalls häufig Kunden.

Platz 6

Die irische Beratungsfirma Accenture setzte im vergangenen Jahr 296 Millionen Euro um (825 Beschäftigte). Generell ist die Umsatzentwicklung innerhalb der Branche bis auf eine minimale Ausnahme in 2009 stetig gestiegen. Erwirtschafteten Managementberater 2003 noch 12,2 Milliarden Euro, stieg der Umsatz im vergangenen Jahr in Deutschland um zehn Milliarden auf 22,3 Milliarden Euro.

Platz 5

Der US-Riese Price-Waterhouse-Coopers erwirtschaftete 2012 in Deutschland 315 Millionen Euro – mit 1470 Beschäftigten. Die Kundenliste der Beratungsgruppe ist alles andere als schlecht besetzt: Bayer, Lufthansa und Lanxess sind einige Namen.

Platz 4

KPMG machte in Deutschland 403 Millionen Euro Umsatz. Der Wirtschaftsprüfer und Unternehmensberater ist weltweit aufgestellt. Großkunden sind keine geringeren als Adidas und BMW. In Deutschland betreuen 2150 Mitarbeiter die Belange der Firmen.

Platz 3

Die deutsche Unternehmensberatung Roland Berger machte 2012 445 Millionen Euro Umsatz. Die Firma benannt nach ihrem Gründer und Unternehmer Roland Berger beschäftigt 1250 Mitarbeiter.

Platz 2

The Boston Consulting Group – mit rund 1880 Beschäftigten – berät Unternehmen seit 1963. Im vergangenen Jahr setzte der Konzern 490 Millionen Euro um.

Platz 1

McKinsey machte mehr als 600 Millionen Euro Umsatz in Deutschland im vergangenen Jahr. Die Berater sind nicht nur in der Unternehmensberatung aktiv, sondern entwickeln auch Strategien für Parteien. So ließ sich die CDU 2003 bei einem Parteiprogramm von McKinsey unterstützen. Das Unternehmen mit deutschem Sitz in Düsseldorf beschäftigt 2300 Mitarbeiter.

Das Geschäft der Wirtschaftsprüfung mit dem der Strategieberatung muss getrennt geführt werden, um Interessenkonflikte zu beheben. Dennoch hofft auch PwC darauf, durch einen starken Auftritt in beiden Bereichen erfolgreicher zu werden. „Wir sind davon überzeugt, dass durch den vorgeschlagenen Zusammenschluss von Booz & Company mit PwC eine herausragende Professional-Service-Firm entstehen würde“, so PwC-Verwaltungsratschef Dennis Nally.

Booz beschäftigt etwa 3.000 Mitarbeiter, PwC hingegen mehr als 184.000. Booz war entstanden, nachdem der Regierungsberatungszweig von Booz Allen Ahmilton im Jahr 2008 an den Finanzinvestor Carlyle verkauft worden war.

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