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27.10.2014

21:40 Uhr

Quartalszahlen

Deutsche Börse verdoppelt Gewinn

Der Handel zieht wieder an. Davon profitiert die Deutsche Börse. Im dritten Quartal konnte der Börsenbetreiber seinen Gewinn verdoppeln und 233 Millionen Euro verdienen. Die Jahresprognosen bleiben, Chef Francioni geht.

Das Firmenlogo am Hauptsitz der Deutsche Börse AG in Eschborn bei Frankfurt: Dem Unternehmen geht es prächtig. dpa

Das Firmenlogo am Hauptsitz der Deutsche Börse AG in Eschborn bei Frankfurt: Dem Unternehmen geht es prächtig.

FrankfurtFührungswechsel bei der Deutschen Börse : Der Investmentbanker Carsten Kengeter tritt im Sommer 2015 die Nachfolge von Reto Francioni an, der Deutschlands größten Börsenbetreiber vorzeitig verlässt. Der 47-jährige Schwabe hat lange Zeit für Goldman Sachs und UBS gearbeitet und kennt die Bedürfnisse großer Börsen-Kunden somit aus erster Hand. Mit der Berufung des groß gewachsenen Managers will die Deutsche Börse zudem einen Generationswechsel einleiten und ihr Netzwerk in Asien ausbauen: Kengeter hat für Goldman Sachs mehrere Jahre in der Region gearbeitet.

Von Juli bis Ende September hat die Deutsche Börse ihren Betriebsgewinn mehr als verdoppelt auf 233 Millionen Euro. Hauptgrund für den Gewinnsprung war allerdings eine Sonderbelastung im Vorjahresquartal. Damals musste das Unternehmen wegen einer bevorstehenden Strafe für umstrittene Iran-Geschäfte rund 115 Millionen Euro zurücklegen.

Börsenfusionen

Nicht immer erfolgreich

Der Wettbewerb im Börsenhandel ist hart. Alternative Aktienhandelsplattformen, meist gegründet von Investmentbanken, machen den klassischen Börsen das Leben schwer. Die relativ hohen Kosten zwingen die etablierten Betreiber zu Zusammenschlüssen. Doch nicht alle Fusionspläne glücken.

Paris/Amsterdam

Die Aktien- und Derivatemärkte von Paris, Amsterdam und Brüssel schließen sich im Jahr 2000 zur europäischen Mehrländerbörse Euronext zusammen. Später kommen Lissabon und die Londoner Terminbörse Liffe hinzu.

New York/Amsterdam

Euronext und die New Yorker Stock Exchange (NYSE) fusionieren 2007 zur transatlantischen Mega-Börse.

New York/Frankfurt

Die Fusion der Börsen von Frankfurt und New York scheitert im Februar 2012 am Veto der EU-Wettbewerbshüter. Für Störfeuer sorgten zeitweise die Technologiebörse Nasdaq und die US-Rohstoffbörse Intercontinental-Exchange (ICE) mit einem rund elf Milliarden Dollar schweren feindlichen Übernahmeangebot für die NYSE/Euronext.

Singapur/Sydney

Die Börse Singapur (SGX) versuchte 2011, die australische Börse ASX zu schlucken. Dafür bot sie 8,4 Milliarden australische Dollar (damals 5,9 Mrd Euro). Der australische Finanzminister Wayne Swanch erklärte aber klar, das Angebot der Asiaten sei „nicht im nationalen Interesse“.

London/Frankfurt

Die Deutsche Börse versuchte mehrfach erfolglos, die London Stock Exchange (LSE) zu kaufen. Auch die Nasdaq bemühte sich mehr als einmal vergeblich um die Londoner.

London/Toronto

2011 mussten die LSE und die Börse Toronto (TMX) ihre Hochzeit abblasen. Eine Gruppe kanadischer Finanzfirmen war den Briten in die Parade gefahren und hatte ein eigenes Übernahmeangebot vorgelegt. Damit wollten die Kanadier verhindern, dass der wichtigste Finanzhandelsplatz des Landes in ausländische Hände fällt. Die größere Londoner LSE hätte in der Ehe die Übermacht gehabt.

Aber auch das Kerngeschäft, das wegen der Zurückhaltung der Investoren seit langem vor sich hindümpelt, entwickelte sich zuletzt wieder etwas besser. Die Schwankungen an den Märkten haben seit einige Wochen zugenommen, was meist mit steigenden Handelsvolumina einhergeht. Im Handel mit Dax -Aktien und Index-Zertifikaten rechnet Finanzchef Gregor Pottmeyer im Oktober deshalb mit "hohen zweistelligen Wachstumsraten".

Mehr Aufsehen als die Quartalszahlen erregte am Montag allerdings der vorzeitige Abgang von Reto Francioni, dessen Vertag eigentlich noch bis Oktober 2016 läuft. Der 59-jährige Schweizer hat Insidern zufolge jedoch bereits vor einem Jahr klar gemacht, dass er zu einem früheren Rückzug bereit sei, wenn ein geeigneter Nachfolger gefunden werde. Mit Kengeter, an dessen Auswahl Francioni beteiligt war, ist dies aus Sicht des aktuellen Vorstandschefs gelungen: „Es gibt keinen besseren Zeitpunkt, diesen Wechsel zu vollziehen.“

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