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24.09.2015

09:46 Uhr

Ratgeber für Manager

Wie Sie den Druck in Sandwichpositionen aushalten

VonBenjamin Haerdle
Quelle:Tagesspiegel

Auf der einen Seite die Mitarbeiter, auf der anderen die eigenen Chefs – dazwischen der Abteilungsleiter. Worauf Führungskräfte im mittleren Management achten sollten.

„Wenn ich die Erwartungen zu 80 Prozent erfüllen kann, ist das schon sehr viel.“ Imago

Druck von den Vorgesetzten

„Wenn ich die Erwartungen zu 80 Prozent erfüllen kann, ist das schon sehr viel.“

Ohne sie läuft nichts. Sie leiten Abteilungen, Teams oder Projekte, sitzen an den wichtigen Schaltstellen von Unternehmen und setzen ganz konkret die Strategien um, die sich die Topmanager, ihre Vorgesetzten, ausgedacht haben.

In dieser sogenannten Sandwich-Position bleiben Führungskräfte nicht nur oft unsichtbar. Sie müssen auch einen Weg finden, mit der großen Herausforderung fertig zu werden, die zum Teil gegensätzlichen Ansprüche ihrer Chefs und die der eigenen Mitarbeiter unter einen Hut zu bekommen.

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1. Positioniere dich

Positioniere dich: Am Anfang stehen dein Profil und dein Ziel. Wer bin ich, was kann ich, wo will ich hin? Wer nicht weiß, wo er steht, und nicht weiß, wo er hinwill, kann auch keine Route planen, schreibt die Autorin Ute Blindert in ihrem Buch „Per Netzwerk zum Job - Insider zeigen, wie du deine Träume verwirklichen kannst“. Je nachdem, wofür man sich entscheidet, sollte man sich auf jeden Fall Gedanken über seine Strategie machen, zu der dann natürlich die Auswahl der Kommunikationskanäle (Website, Social-Media, Businessnetzwerke, Newsletter) und selbstverständlich auch Überlegungen zum Netzwerken im wirklichen Leben gehören.

2. Jeder hat ein Netzwerk

Jeder hat ein Netzwerk – auch du. Freunde, Kommilitonen, Arbeitskollegen, Vereinsfreunde, Fußballkumpel, Dozenten und Austauschstudenten bilden das Fundament deines Berufsnetzwerks. Ute Blindert rät: „Recherchiere, wer von diesen Kontakten bei Xing, Linkedin oder Facebook ist, und vernetze dich mit diesen.“ Wer auf Jobsuche ist, sollte das dort auch entsprechend zur Sprache bringen.

3. Zeige dich

Zeige dich – online. Wer von Recruitern und Headhuntern gefunden werden will, kommt an einem Profil bei Xing oder Linkedin i.d.R. nicht vorbei. Legt ein durchdachtes Profil an und tretet selbst in Kontakt mit potenziellen Arbeitgebern.

4. Zeige dich Teil 2

Zeige dich – im realen Leben. Auch wenn es vielleicht manchmal schwer fällt, aber der persönliche Kontakt macht das Netzwerk erst stabil und führt zu mehr Verbindlichkeit. Man kann sich auch ein bestehendes Netzwerk (Studierendenorganisation, Berufsnetzwerk, Verband, Verein) suchen, durch das sich schon viele Kontaktmöglichkeiten mit anderen Menschen ergeben.

5. Lerne Leute kennen

Lerne Leute kennen – einfach aus Spass. Die Autorin empfiehlt „systematische Mittagessen“, also zufällig anmutende Begegnungen, bei denen meist ein lohnender Austausch für beide Seiten entsteht. Der Vorteil: Ein Mittagessen oder auch mal der Kaffee zwischendurch sind kurz, aber doch lang genug für den verbindlichen Austausch.

6. Baue dein Netzwerk aus

Baue dein Netzwerk aus – mit Strategie. Identifiziere dazu in deinem (Online-)Businessnetzwerk, wen du unbedingt kennenlernen willst oder wer dir eine Verbindung zu diesem Menschen herstellen kann. Vor allem solltest du wissen, wer eine relevante Person in deiner Branche oder in einem Unternehmen ist. Das kann auch auf einer Konferenz sehr hilfreich sein, da kommst du diesen auch einmal näher - und vielleicht sogar ins Gespräch.

7. Sei aktiv

Wer nie irgendwo präsent ist, wird weniger wahrgenommen, bekommt weniger Empfehlungen und Tipps, wenn der Austausch fehlt. Das gilt auch virtuell, indem du in sozialen Netzwerken präsent bist, Fragen stellst, dich mit anderen austauscht und dich mit deinem Fachwissen als Persönlichkeit zeigst.

8. Teile dein Wissen

Wer dich als kompetent für ein bestimmtes Thema oder als relevant bei einer bestimmten Gruppe wahrnimmt, wird dich vielleicht weiterempfehlen. Das kann für einen neuen Job in einem anderen Unternehmen sein, für ein spannendes Projekt oder auch für einen Vortrag oder eine Podiumsdiskussion bei einer Konferenz.

9. Verzettle dich nicht

Es ist gut, sich ab und zu die Zeit zu nehmen und zu überlegen, welches Engagement was gebracht hat. Auch die beruflichen Kontakte sollte man sich ab und zu anschauen und entscheiden, wen du gern mal wieder treffen möchtest und bei wem du gern mehr Distanz hättest.

10. Gib dir Zeit und bleibe gelassen

Netzwerken zahlt sich nicht immer sofort und auch nicht immer aus. Aber mindestens in der Freude, mit anderen zusammen zu sein und etwas zu unternehmen. Aber auch für die Jobsuche und deine Karriere. Fange daher am besten jetzt mit dem Aufbau deines Netzwerks an.

Quelle

„Von oben wird erwartet, Ziele zu erreichen und für Produktivität zu sorgen. Nach unten muss ich die Interessen meines Teams wahren, indem ich für eine gute Arbeitsatmosphäre sorge“, sagt Helmut Hofbauer, Managementberater aus Wörthsee in Oberbayern und Autor des Buches „Einstieg in die Führungsrolle“.

Irgendjemand wird immer enttäuscht sein

Diesen Ansprüchen gerecht zu werden, ist eine ständige Gratwanderung. Das gilt vor allem, wenn ein Mitarbeiter neu in eine solche Position aufgerückt ist. Viele glauben, sie müssten sämtlichen Anforderungen gerecht werden. Das, so Hofbauer, sei aber ein typischer Fehler. „Wenn ich die Erwartungen zu 80 Prozent erfüllen kann, ist das schon sehr viel“, sagt er. Spannungen seien in Sandwichpositionen nicht zu vermeiden. „Das Aushalten von Enttäuschungen ist ein Teil des Führungsjobs“, betont er. Irgendjemand werde immer enttäuscht sein, das lasse sich nicht ändern.

Etwa jeder zehnte Mitarbeiter mittelständischer und großer Unternehmen zählt laut einer Studie der Dr. Jürgen Meyer-Stiftung zur Führungsebene der „Mittelmanager“. Sie spielen „eine entscheidende Rolle für den Erfolg vieler Unternehmen und werden auch in Zukunft ihre Bedeutung behalten“, heißt es in der Untersuchung. Und sie müssen einiges leisten.

Berater Hofbauer bringt die schwierige Aufgabe auf den Punkt: „Man muss sich für das Team und die Ziele der Abteilung verantwortlich fühlen, die Führungsrolle annehmen, bereit für Diskussionen und Konflikte sowie willens sein, Verantwortung zu übernehmen“, sagt Hofbauer. Zudem müsse man sich in die Lage der Mitarbeiter versetzen, sozial kompetent sein und auch Widersprüche aushalten.

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