Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.04.2012

09:30 Uhr

Ratgeber

So gelingt die große Karriere

VonThorsten Giersch

Eine erfolgreiche Karriere hinzulegen ist schwer - erst recht, wenn man dabei sein Privatleben nicht vernachlässigen will. Ein umfangreicher Ratgeber, wie Ihnen das trotz so mancher Schwierigkeiten gelingen kann.

Parkplatz für den Chef: Karrieremachen ohne negative Folgen. DIAGENTUR/MCS

Parkplatz für den Chef: Karrieremachen ohne negative Folgen.

DüsseldorfWas ist der Preis für eine große Karriere? Arbeiten bis zum Umfallen, kaum Zeit für die Familie, für Hobbys ist ohnehin kein Platz - und das eigene Ego gehört marktschreierisch auf den Marktplatz? Dieses Klischee ist von gestern, sagen Dorothea Assig und Dorothee Echter. Das Gegenteil sei richtig.

Den beiden Coaches ist mit „Ambition. Wie große Karrieren gelingen“ ein sehr nützlicher Ratgeber gelungen. Er beschreibt, wie große Karrieren entstehen und wie man den Absturz verhindert. Assig und Echter beraten seit 20 Jahren exponierte Persönlichkeiten, darunter auch zahlreiche Vorstände internationaler Konzerne – unter anderem von Dax-Firmen.

Der Survival-Guide für Berufseinsteiger

Welches Wissen im Leben wirklich zählt

Nur neun Prozent der Arbeitgeber sagen, dass Schulen und Universitäten ohne Mängel arbeiten. Der Rest ist unzufrieden mit dem, was die jungen Auszubildenden wissen. Thilo Braun und Martin Laschkolnig haben einen Ratgeber für Karriere-Einsteiger herausgegeben („Die Bildungslücke“, Börsenmedien Verlag). Die Kernthesen in aller Kürze.

Selbstwertgefühl steigern

Verdiene ich es, glücklich zu sein? Über 90 Prozent der Deutschen haben zum Teil ernsthafte Zweifel, diese Frage mit „ja“ zu beantworten. Viel zu oft fehlt es an Selbstverwertgefühl – übrigens gerade bei den Menschen, die arrogant auftreten. Gelassene Typen balancieren Wert und Kompetenz aus.

Respekt und Anerkennung erringen

Respekt verschaffen Sie sich nicht, indem Sie auf den Tisch hauen. Verwechseln Sie nicht Härte mit Stärke. Wer stark ist, muss nicht hart sein, und das verschafft Respekt. Und der kann nur auf Augenhöhe funktionieren. Denken Sie daran: Das Lateinische „respicere“ bedeutet „zurückblicken“.

Welche Persönlichkeitsmerkmale das Berufsleben fordert

Der erste Schritt ist der Unterschied zwischen Sinn und Gehorsam. In der Schule „muss“ man Dinge tun, im Berufsleben verändert sich das Paradigma der Disziplin im Idealfall hin zu Verantwortung. Man sollte wissen, was wann zu tun ist und einen klugen Umgang mit Energie, Tempo und Dynamik pflegen.  Zudem zählt Teamfähigkeit viel mehr als in der Schule: Man kann nur gemeinsam ans Ziel kommen.

Zeitmanagement lernen

Eines der wesentlichsten Dinge, die an Schulen unzureichend erlernt werden, ist Zeitmanagement und das optimale Setzen von Prioritäten. Entdecken Sie Ihre persönlichen Zeitfallen (schlechte Planung, falsche Ziele oder Prioritäten, ständige Störungen, Ablenkungen…). Und ziehen Sie regelmäßig Bilanz über Ihr Zeitmanagement.

Konflikte geschickt lösen

Konflikte sind im Berufsalltag nicht zu vermeiden und der Umgang mit ihnen entscheidend für das Fortkommen im Betrieb und die Lebensqualität. Allerdings bereiten Pädagogen junge Leute nur unzureichend darauf vor, kein Wunder angesichts der Umstände. Lernen Sie, Mobbing schnell zu erkennen und gehen sie Problem nicht aus dem Weg. Offenheit, Zuhören, Perspektivenwechsel und geschicktes Reden kann man lernen.

Charisma entwickeln

Wissen ist die eine Dimension – doch damit allein wird niemand zur Führungsfigur. Charisma zu entwickeln gelingt einigern Schülern von selbst, aber jeder kann es entwickeln zum Beispiel bei der Beantwortung folgender Fragen: Sind Sie verbindlich in Ihrem Auftreten? Können Sie sich und andere begeistern? Ergreifen Sie die Initiative? Berücksichtigen Sie die Perspektiven anderer? Beherrschen Sie nonverbale Kommunikation? Sind Sie authentisch?

Die richtige Sprache

Kommunikation ist das A und O. Überlegen Sie nicht, was Sie sagen wollen – sondern was bei Ihren Empfängern ankommen soll. Widmen Sie Überschriften und Betreffzeiten besonders viel Zeit. Überlegen Sie auch, was Sie beim Schreiben weglassen können. Verlieben Sie sich nicht in Formulierungen.

Die Initiative ergreifen

Wenn man etwas von den US-Amerikanern lernen kann, dass das Tellerwäscherdenken. Dass sie die Initiative ergreifen in dem Glauben, alles schaffen zu können. Haben Sie Mut, entdecken Sie Ihre Antreiber und Glauben Sie an sich!

Gesundheit bewahren und fördern

Die Buchautoren weisen auch darauf hin, dass es Defizite gibt bei der Vorbereitung der jungen Menschen im Hinblick auf den Umgang mit ihrem Körper. Ernährung, Bewegung, Alkohol und Rauchen. In einem der Gastbeiträge geht es um diese Faktoren, die einer erfolgreichen Karriere sehr oft im Wege stehen.

In ihrem Buch geht es um die Frage, wie eine große Karriere entsteht, aber eben auch darum, wie man sich oben hält und seinen Status sogar noch ausbaut. Es beginnt mit der Feststellung, dass „wenn Zwei das Gleiche tun, das Ergebnis nicht dasselbe ist“. Und mit Glück habe das Gelingen der eigenen Karriere schon mal am wenigsten zu tun.

Assig und Echter decodieren das System Karriere und zeigen die Zusammenhänge auf, die zum Erfolg führen. Der Begriff „Ambition“ steht dabei im Vordergrund. Dahinter steckt mehr als reiner auf ein Ziel ausgerichteter Ehrgeiz. Gemeint ist der Impuls, „seine Gaben auszuschöpfen und die eigenen Anliegen zu verwirklichen“. Ambition kommt nicht von außen, es ist eine innere, autonome Kraft; der Wunsch nach persönlicher Erfüllung, der „unbedingte Wille nach Vervollkommnung“.

Der Schlüssel für zukunftsträchtige Jobs

Welche Berufe haben eine Zukunftsperspektive?

Der Arbeitsmarkt wandelt sich. Eine Berufsfeld kann sich in zehn Jahren sehr verändern oder sogar völlig vom Markt verschwinden. Wer wissen will, ob sich sein Beruf über die Jahre halten kann, sollte sich die folgenden Fragen stellen.

Macht der technische Fortschritt meinen Job überflüssig?

Technische Entwicklungen und die fortschreitende Prozessoptimierung haben schon so manche Berufsgruppen überflüssig gemacht. Ein Beispiel für die Zukunft: Der Beruf des Kassierers. Es ist wahrscheinlich, dass in der Zukunft niemand mehr an der Kasse sitzt, sondern Kunden ihre Produkte selbst einscannen. Eine rumänische Supermarktkette funktioniert bereits nach dem Prinzip, auch Ikea und Real haben solche Kassen eingeführt.

Bedroht Outsourcing den Beruf?

Wessen Tätigkeit in verschiedene Bereiche und auch Abläufe eines Unternehmens eingebunden ist, ist wohl kaum vom Outsourcing bedroht. Anders geht es sogenannten „abgegrenzten“ Berufen, die nicht mit anderen Tätigkeiten vernetzt sind. Beispiel: Berufe in der Buchhaltung oder in der Programmierung.

Welche weiteren Aufstiegsstufen bietet ein Beruf?

Ein Job hat dann eine Zukunftsperspektive, wenn er Möglichkeiten zur Weiterentwicklung bietet und Brücken zu anderen Tätigkeitsbereichen schlagen kann. Eine Ausbildung kann durch ein passendes Studium ergänzt werden, wie beispielsweise ein Studium im Pflegemanagement nach einer Ausbildung im Gesundheitsbereich.

Erfordert der Beruf ein spezielles Wissen?

Während manche Tätigkeiten leicht autodidaktisch erlernt werden können, braucht man für andere Fachmänner. Ein Hausmeister kann eine Wand selber streichen - aber elektrische Leitungen wird er kaum selbst verlegen. Schon an diesem Beispiel lässt sich erkennen, welche Jobs eine sichere Zukunft haben: Berufe im Bereich Informations- oder Elektrotechnik.

Wird der Beruf im Ausland anerkannt?

Was in Deutschland, der Schweiz und Österreich in einer betrieblichen Ausbildung vermittelt wird, ist in anderen Ländern Teil eines Studiums. Das Modell der betrieblichen Lehre ist in anderen Ländern kaum verbreitet. Auch brauchen manche Berufe in einigen Ländern staatliche Zulassungen.

Ersetzt ein Studienfach die Ausbildung?

Immer mehr Ausbildungsberufe werden mittlerweise an der Universität unterrichtet. Sowohl in der Pädagogik, der Logopädie als auch in der Physiotherapie und Ergotherapie nehmen die Studentenzahlen weiter zu. Auch wenn ausgebildete Kollegen die Akademiker oft misstrauisch beäugen, ist das Studium bei Berufen mit einem hohen Theorie-Anteil wohl die sicherere Alternative.

Wie viel Konkurrenz gibt es in einem Berufsfeld?

Wie viele Bewerber kämpfen um einen Job, wie viele junge Leute strömen in den Arbeitsmarkt? Darüber kann das Institut für Arbeitsmarktforschung schnell Auskunft erteilen. Oft hilft aber auch ein Blick in die nächste Stellenbörse. Wie viele Stellen werden angeboten? Handelt es sich um feste Anstellungen oder nur befristete Tätigkeiten?

Kommentare (12)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Murphys_Law

11.04.2012, 09:49 Uhr

Was passiert eigentlich mit unserem Land, wenn ALLE Karriere machen?
Wer übernimmt die lebensnotwendigen, schlecht bezahlten Tätigkeiten bei der Müllabfuhr, in der Pflege, im Krankenhaus, bei Abwasser und Kloverstopfung, woher kommen morgens die frischen Brötchen, wer sitzt an der Kasse im Supermarkt - Fragen über Fragen, aber keine Antworten?!
Man sollte nie vergessen, daß man für alles im Leben DEN PREIS bezahlen MUSS!
Karriere kann man nicht planen, da sie von so vielen nicht selbst beeinflußbaren Faktoren wie soziales Umfeld, anderen Menschen, Lebensumständen, Glück, richtiger Zeitpunkt und vielem mehr abhängt.
Das sollten gerade diejenigen, welche heute an den großen Rädern im System drehen, niemals vergessen. Soziale Herkunft und Umfeld, eigener Lebenslauf, das eigene Ego sollte man dabei niemals aus den Augen verlieren.
Anstatt römischer Dekadenz wären Demut und Dankbarkeit angebracht. Und immer daran denken, Murphy versucht immer wieder, Dir ein Bein zu stellen - das ist Murphys Naturgesetz. Wenn Du wirklich glaubst, Du bist jetzt der CHEF, dann taucht irgendwo in deinem Leben Murphy auf und macht Dir einen Strich durch die Rechnung.

Frodo

11.04.2012, 10:32 Uhr

Ja, genau! Wir alle werden Chefs. Wie wäre es mal zu Abwechslung mit einer Gesellschaftsordnung, in der wir keine Chefs mehr brauchen würden?

Account gelöscht!

11.04.2012, 10:55 Uhr

Einige Tpps, von Einem, der weiß wovon er spricht.
Sofern Sie nicht Bill Gates, Lukas Podolski oder eine vergleichbare Größe sind, gilt Folgendes:

1.) Steinreiche Eltern haben.
2.) Einflussreiche Eltern haben
3.) Frühzeitig ausschließlich an Kontakten arbeiten.
4.) Inhaltliche Arbeit vernachlässigen.
5.) Keinen Empfang veropassen.
6.) Immer lächeln und nie das Glas umkippen.
7.) Dezente, devote Partnerin mitnehmen.
8.) Gespräche an den Lippen der Mächtigen verfolgen.
9.) Den Speichel lecken
10.) In vorauseilendem Gehorsam jeglichen Wunsch unter Zurückstellung aller Bedenken bis zur Selbstverleugnung erfüllen.

Wenn Sie alle 10 Gebote, allesamt, beachten und umsetzen, dann brauchen Sie nichts können und machen Karriere.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×