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24.06.2015

17:32 Uhr

Ratingagentur in Sorge

S&P warnt bei Hellas-Pleite vor Domino-Effekt

Die US-Ratingagentur S&P warnt im Falle einer Greichenland-Pleite vor einem möglichen Domino-Effekt. Sollten vom „Grexit“ getroffene Banken Staatshilfen benötigen, so könnten die Bonitätsnoten der Länder leiden.

Die Ratingagentur S&P warnt für den Fall einer Greichenlandpleite vor einem Domino-Effekt für südeuropäische Länder. dpa

Drohende Staatspleite

Die Ratingagentur S&P warnt für den Fall einer Greichenlandpleite vor einem Domino-Effekt für südeuropäische Länder.

LondonGriechenlands Schuldenprobleme bedrohen nach Einschätzung der US-Ratingagentur Standard & Poor's die Bonitätsnoten mehrerer südosteuropäischer Länder. Für Bulgarien, Mazedonien, Albanien, Rumänien und Serbien könnte sich die enge Verflechtung ihrer Finanzsysteme mit griechischen Banken negativ auswirken, teilte S&P am Mittwoch mit.

Sollte Griechenland aus der Euro-Zone ausscheiden, wäre ein Domino-Effekt zu befürchten: Griechische Banken drohten bei einem Bankrott ihre Tochtergesellschaften in den südosteuropäischen Staaten mit in den Abgrund zu reißen. „Wir schließen die Möglichkeit staatlicher Unterstützung für Banken nicht aus“, erklärte die Agentur. Sollten diese Hilfen dann die Staatsfinanzen deutlich schwächen, könnte das negative Folgen für die Kreditwürdigkeit der Länder haben.

ELA und die griechischen Banken

Was heißt „ELA“?

Ela steht für „Emergency Liquidity Assistance“, also Notfall-Liquditätshilfe.

Wer vergibt die Kredithilfen?

Die Hilfe wird nicht von der EZB direkt, sondern von der jeweiligen nationalen Notenbank vergeben, die auch für mögliche Verluste haftet. Der EZB-Rat muss der Gewährung aber zustimmen.

Welche Regeln gelten?

Streng genommen dürfen Ela-Kredite nur an Banken vergeben werden, die nur einen vorübergehenden finanziellen Engpass haben. Grundsätzlich müssen die Geldhäuser aber solide aufgestellt, also solvent sein. Kritiker bezweifeln, dass dies auf griechische Banken noch zutrifft.

Wie wichtig sind die Hilfen für griechische Banken?

Sollte die EZB die Ela-Hilfen einstellen, müssten die griechischen Banken die bereits gewährten Milliarden relativ schnell zurückzahlen - was sie faktisch nicht können. Seit Monaten hängen die Hellas-Banken am Ela-Tropf: Von der üblichen Versorgung mit frischem Zentralbankgeld sind sie überwiegend abgeschnitten. Denn ein Großteil ihrer Sicherheiten - griechische Staatsanleihen - werden von der EZB zurzeit nicht als Pfand akzeptiert, weil sie zu schlecht bewertet sind.

Der Marktanteil von Ablegern griechischer Geldhäuser wie der Alpha Bank, der Piraeus Bank und Eurobank Ergasias reicht laut S&P von 15 Prozent in Rumänien und Serbien bis hin zu mehr als 20 Prozent in Bulgarien und Mazedonien. S&P hatte zuvor erklärt, die Agentur gehe weiterhin davon aus, dass Griechenland in der Euro-Zone bleibt. Der schleppende Fortschritt der Gespräche sei dennoch ein Zeichen, dass auch ein Ausscheiden des Landes aus der Währungsgemeinschaft möglich ist.

Von

rtr

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