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04.02.2015

17:38 Uhr

Razzia an zahlreichen Standorten

Bau-Kartell um Imtech größer als bekannt

ExklusivDie Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Preisabsprachen beim Bau von Großkraftwerken in Deutschland. Im Visier der Fahnder ist vor allem der holländische Gebäudeausrüster Imtech.

HSV-Sponsor Imtech ist im Visier der Staatsanwaltschaft. dpa

Korruptionsvorwürfe

HSV-Sponsor Imtech ist im Visier der Staatsanwaltschaft.

DüsseldorfDie Staatsanwaltschaft München I hat am Dienstag vier deutsche Standorte des holländischen Gebäudeausrüsters Imtech sowie bis zu neun weitere deutsche Konzerne aus der Bauindustrie durchsucht. An der Razzia waren auch Beamte des Bundeskartellamtes beteiligt.

Anlass waren nach Recherchen des Handelsblattes (Donnerstagausgabe) und der niederländischen Tageszeitung De Telegraaf mögliche Preisabsprachen und Scheinrechnungen beim Bau der beiden Großkraftwerke von RWE in Hamm und im niederländischen Eemshaven zwischen 2008 und 2010. Bisher waren dort nur vier Konzerne unter Verdacht. Nun weiten sich die Untersuchungen massiv aus.

„Die Staatsanwaltschaft München I hat gestern an circa 50 Objekten Durchsuchungsbeschlüsse des Amtsgericht München in einem Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts wettbewerbsbeschränkender Absprachen u. a. vollzogen“, bestätigte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch auf Anfrage. „Die Anzahl der Beschuldigten bewegt sich derzeit in einem unteren zweistelligen Bereich. Wegen der laufenden Ermittlungen und des Umstandes, dass es auch um mögliche steuerstrafrechtliche Belange geht und daher das strafbewehrte Steuergeheimnis unsere Behörde bindet, können wir derzeit keine weiteren Angaben machen.“

Wie das Handelsblatt und der Telegraaf im November berichteten, sollen zwischen 2008 und 2010 damalige Firmen der Unternehmen Imtech, Ferrostaal, Caverion und Cofely an den Absprachen zum Schaden von RWE beteiligt gewesen sein. Alle Firmen kündigten nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe eigene Ermittlungen und volle Kooperation mit den Behörden an. RWE behielt sich ebenfalls alle rechtlichen Schritte vor.

Die vollständigen Bericht finden Sie hier in unserem Premium-Bereich:

Imtech-Skandal: Großrazzia gegen Baukartell

Imtech-Skandal

Premium Großrazzia gegen Baukartell

Gleich vier Standorte des niederländischen Baukonzerns Imtech bekamen in dieser Woche Besuch von der Staatsanwaltschaft. Der Skandal ist noch lange nicht vorbei. Offenbar sind auch deutsche Unternehmen betroffen.

Von

iw

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