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21.10.2013

11:28 Uhr

Recruiting Trends 2013

Zeitungsanzeigen verlieren immer weiter an Bedeutung

VonMiriam Bax

Gute Jobs bekommt man nur über Beziehungen. Die richtigen Leute zu kennen ist das A und O. Doch eine aktuelle Umfrage zeigt: Die meisten Stellen in Deutschland werden immer noch über die klassische Bewerbung vergeben.

Mit einer klassischen Bewerbung kommen die meisten Jobsuchenden an eine Stelle. Foto: Jens Schierenbeck / dpa

Mit einer klassischen Bewerbung kommen die meisten Jobsuchenden an eine Stelle. Foto: Jens Schierenbeck / dpa

KölnNetworking ist das Trendthema. Wege und Möglichkeiten des Online- und auch Offline–Netzwerkens beherrschen Diskussionen und Veröffentlichungen rund um das Thema Bewerbung. Wie wichtig die klassische Kombination aus Anschreiben und Lebenslauf trotzdem ist, belegt die Auswertung der Personalbeschaffung unter den 1.000 Top-Unternehmen Deutschlands im Rahmen der Studie „Recruiting Trends 2013“. Seit zehn Jahren analysiert das Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universitäten Bamberg und Frankfurt a.M. zusammen mit der Jobbörse Monster die Trendthemen in Sachen Personalrekrutierung. Auf welchem Rekrutierungskanal letztendlich die Einstellung des Personals basiert, war eine zentrale Frage der Studie.

Das Gros an Einstellungen, fast 40 Prozent, erfolgte im vergangenen Jahr auf Basis von Bewerbungen auf Stellenanzeigen im Internet. Drei von zehn Einstellungen wurden außerdem über Stellenausschreibungen auf der eigenen Unternehmen- oder Karrierewebsite vorgenommen. Lediglich elf Prozent der Stellenbesetzungen gehen auf Printanzeigen zurück. Warum dies so ist, erklärt Elke Guhl, Vice President Marketing CE von Monster.de: „Weil es immer noch der effizienteste Weg ist, offene Positionen zu besetzen. Zum einen sind in den Personalabteilungen gar nicht die Ressourcen vorhanden eine größere Anzahl von Stellen aufwendig durch Active Sourcing zu besetzen und zum anderen suchen Kandidaten nun mal am häufigsten bei Online Stellenbörsen nach ihrem nächsten Job.“

Und wo bleiben persönlichen Empfehlungen und Netzwerker? Die direkte Mitarbeiterempfehlung führte bei immerhin ca. 8,3 Prozent der Unternehmen zur Einstellung. Schlusslicht bilden erfolgreiche Einstellungen aufgrund von Social-Media-Aktivitäten (4,5 Prozent). Dies wird jedoch nicht so bleiben, prognostizieren die Unternehmen, die bereits jetzt ihre Mitarbeiter dazu anhalten, offline im privaten Umfeld für die freien Stellen zu werben.

Die beliebteste und für Unternehmen einfachste und effizienteste Lösung der Personalbeschaffung ist ganz klar die Veröffentlichung auf der eigenen Unternehmenswebeseite. Neun von zehn freien Stellen werden hier ausgeschrieben. Beim Surfen auf den Karriereseiten potenzieller Arbeitgeber werden Bewerber also in der Regel am besten fündig.

Tipps für den Jobwechsel

Aktiv werden, statt frustriert sein

Lassen Sie sich nicht frustrieren. Im Gegensatz zu manch Anderen haben Sie das Glück, noch einen festen Job zu haben. Werden Sie aktiv, nutzen Sie die Zeit lieber, die Fühler nach Alternativen auszustrecken und Businesskontakte aufzubauen.

Den Jobwechsel gut abwägen

Bevor Sie das Handtuch werfen und den Jobwechsel ansteuern, hinterfragen Sie bitte alle Pro- und Contra-Punkte dieser Entscheidung. Haben Sie schon einen neuen Job in Aussicht bzw. wirklich sicher? Wunderbar! Zeichnet sich da noch so ganz und gar keine Alternative ab, harren Sie lieber noch ein wenig aus und nutzen Sie die Zeit dazu, aus gesicherter Position heraus auf Jobsuche zu gehen.

Seien Sie Stratege

Auch wenn Sie innerlich bereits gekündigt haben, lassen Sie sich bitte nicht dazu verleiten, im Team schlechte Stimmung zu verbreiten, den Chef durch den Kakao zu ziehen, nur noch das Notwendigste zu tun oder sich wie auch immer geartet zum Unternehmensfeind Nr. 1 zu machen.

Bewerben Sie sich aus sicherer Position heraus

Bewerben aus gesicherter Position heraus macht nicht nur aus finanzieller Sicht wesentlich entspannter, sondern bringt auch bessere Jobaussichten. Jeder Arbeitssuchende wird Ihnen bestätigen, dass es wesentlich schwerer ist, einen neuen Job zu finden, wenn man bereits ohne Anstellung ist. Gehen Sie deshalb nicht erst auf Jobsuche, wenn Sie bereits gekündigt haben, sondern fangen Sie damit bereits an, wenn Ihnen die ersten Kündigungsgedanken kommen.

Nutzen Sie Ihren Feierabend und das Wochenende – nicht die Arbeitszeit - gezielt dazu, sonst stehen Sie am Ende doch schneller auf der Straße, als gewünscht. Gleiches gilt natürlich, wenn Sie sich selbständig machen möchten. Starten Sie damit aus gesicherter Position heraus und wagen Sie den Absprung erst, wenn ein gewisses finanzielles Polster und andere Sicherheiten vorhanden sind.

Steigern Sie Ihren Marktwert

Hat man sich erst einmal dazu entschlossen, den Job zu wechseln, neigt man dazu, träge zu werden und den Joballtag damit zu verbringen, die Zeit totzuschlagen. Seien Sie klüger. Bilden Sie sich aktiv weiter und vertiefen Sie Ihr Wissen. Das erweitert nicht nur Ihre Fachkenntnisse, sondern erhöht zudem Ihren Marktwert. Natürlich gilt auch hier: Bitte nicht während der Arbeitszeit!

Knüpfen Sie ein Netzwerk von guten Kontakten

Nutzen Sie die Zeit im gesicherten Job dazu, aus Ihrer jetzigen Position heraus Kontakte zu knüpfen. An viele offene Stellen kommt man heutzutage über Vitamin B, also gute Beziehungen. Wer da die richtigen Leute kennt und durchschimmern lässt, dass er sich gerade beruflich neuorientiert, kann schneller zu einem neuen Job kommen, als geplant.

Zeigen Sie Präsenz

Nehmen Sie an fachrelevanten Veranstaltungen, regionalen und überregionalen Netzwerktreffen, Karriere- und Existenzgründermessen etc. teil oder tummeln Sie sich in Online Netzwerken wie z.B. Xing. Dabei sind auch private Aktivitäten förderlich. Wer weiß, vielleicht hat der eine oder andere Bekannte ja einen guten Tipp für eine offene Stelle. Wenn Sie eine eigene Firma gründen möchten, bauen Sie schon jetzt Kontakte zu potenziellen Kunden auf.

Luft anhalten und durch

Auch wenn es manchmal schwer fällt - reißen Sie sich am Riemen, atmen Sie beim nächsten Zoff mit den Kollegen lieber einmal mehr durch, anstatt laut zu werden und stehen Sie innerlich lächelnd über den Dingen. Schließlich haben Sie doch noch Größeres vor!

Quelle: www.careerbuilder.de

Die Bedeutung von Online Stellenbörsen wie Monster.de oder Metasuchmaschinen wie dem Handelsblatt Jobturbo ist innerhalb des Untersuchungszeitraums konstant gewachsen. Noch nie zuvor wurden so viele Stellen in Online Kanälen veröffentlicht wie im vergangenen Jahr. Im Vergleich: 2003 lag der Anteil der hier veröffentlichten Vakanzen noch  gerade einmal bei 52 Prozent. Im letzten Jahr waren es schon rund 70 Prozent. Fündig werden Bewerber auch mithilfe der Stellenbörse der Bundesagentur für Arbeit (BA). Ihr liefern ca. 27 Prozent der Unternehmen ihre Vakanzen.

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