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27.11.2014

13:38 Uhr

Recruiting Trends

Personaler auf dem Prüfstand

VonMiriam Bax

Suchmaschinenoptimierung, sogenannte Multi-Postings & Co. stellen Personalabteilungen vor anspruchsvolle Herausforderungen. Eine neue Studie zeigt: Personaler hinken aktuellen und zukünftigen Anforderungen hinterher.

Die richtigen Mitarbeiter zu finden ist nicht einfach. Die Herausforderungen für Personaler steigen. Foto: Fotolia

Die richtigen Mitarbeiter zu finden ist nicht einfach. Die Herausforderungen für Personaler steigen. Foto: Fotolia

KölnDer demographische Wandel, der „War for Talents“, technischer Fortschritt und Performance-Druck: Externe Rahmenbedingungen, die die Personalbeschaffung in Unternehmen vor immer neue Herausforderungen stellen. Längst ist es nicht mehr mit der einfachen Veröffentlichung einer Stellenanzeige in der Regionalpresse getan.

Im Auftrag der Stellenbörse Monster hat das Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universitäten Frankfurt am Main und Bamberg den Top 1.000 Unternehmen Deutschlands auf den Zahn gefühlt. Im Rahmen der „Recruitings Trends 2014“ wurden die teilnehmenden Unternehmen zum nunmehr 12. Mal zu den Entwicklungen und Trends in ihren Personalabteilungen befragt.

Tipps für Bewerbung und Einstieg

Keine zweite Chance für einen ersten Eindruck

Wer beim ersten Gespräch unangenehm auffällt, für den gibt es keine zweite Chance. Wir beurteilen Menschen in den ersten drei bis fünf Sekunden- dieser Eindruck bleibt haften. Personalreferenten wissen: Wer schon beim Vorstellungsgespräch ein Gespür dafür hat, was angemessen ist, der wird auch im Job Situationen richtig einschätzen.

Wer ruft wen an?

Das Bewerbungsgespräch ist gut überstanden. Jetzt beginnt die nächste Zitterpartie: Habe ich das Rennen gemacht? Soll ich nachfragen oder abwarten? Wer nicht tagelang das Telefon fixieren möchte, sollte dies schon beim Gespräch klären. Sagen Sie, dass Sie interessiert sind und fragen Sie, wie es weiter geht.

Bewerbungs-Outfit

Wenn Sie nicht gerade in einer Kinderkrippe oder für eine Rockband vorstellen, gilt für die meisten Branchen: Männer tragen Anzug und Frauen ein Kostüm. Bis Sie ein Gefühl dafür haben, wie Ihre Kollegen erscheinen, sollten Sie das beibehalten.

Die ersten Wochen

Nachwuchskräfte aufgepasst! Unsicherheit mit Coolness zu überspielen klappt nicht. Fragen Sie erfahrene Kollegen, lernen Sie die Gepflogenheiten des Unternehmens kennen. Üben Sie sich in Bescheidenheit- das erste große Projekt kommt bestimmt, und dann können Sie Ihrem Übermut freie Fahrt gewähren.

Auch wenn Sie privat andere berühren oder Gespräche aus nächster Nähe führen- kommen Sie Kollegen und Geschäftspartnern nicht zu nahe! Die Distanzzone liegt bei einigen bis zwei Metern.

Wer ist der Neue?

Neue Kollegen bedeuten Stress für alle, denn Ihre Mitarbeiter sorgen sich vielleicht, dass ihre Routine durcheinandergewirbelt wird oder dass ihr Job in Gefahr ist. Sympathiepunkte sammelt man jetzt durch Interesse und Respekt. Tipp: Schmeicheln Sie den neuen Kollegen, und machen Sie Bemerkungen über vergangene Projekte, die Ihnen gefallen haben.

Das gekonnte Selbstmarketing

Der erste Tag ist fast überstanden, dann soll man sich in großer Runde vor allen Kollegen vorstellen. Bereiten Sie sich gut vor. Wichtig ist, Berufserfahrung und Ausbildung sachlich und Knapp auf den Punkt zu bringen. Lenken Sie die Aufmerksamkeit dabei auf Ihre größten Erfolge. Verkaufen Sie nicht mehr, als Sie liefern können.

In der Ruhe liegt die Kraft

Nur wer in Stress- Situationen Höflichkeit und Respekt wahrt, beweist, dass er umgänglich ist. Auch wenn es schwerfällt, sollten Sie Verärgerung nicht offen zeigen. Eine wutverzerrte Miene wirkt nicht souverän. Hören Sie sich die Argumente Ihres Gegenübers ruhig an. Beschreiben Sie, was Ihnen Probleme macht, ohne Kollegen zu beschuldigen.

Richtiger Umgang mit Mails

Gerade wenn man seinen Ansprechpartner nicht kennt, verfällt man oft in gestelztes Briefdeutsch. Besser ist es, so zu formulieren, wie man es mündlich tun würde. Allerdings sollte ein guter Ton gewahrt bleiben: Verzichten Sie unbedingt auf saloppe Smileys und auf Abkürzungen („MFG“ statt „Mit freundlichen Grüßen“). So viel Zeit sollte sein.

Grundkurs Netikette

Nur weil es eine E-Mail ist, sollten Sie nicht automatisch "Hallo Frau Meyer" oder "Lieber Herr Müller" schreiben. Das "Sehr geehrte Frau Schulze" ist durchaus nicht altmodisch. E-Mails erreichen ihre Adressaten schnell- das heißt aber nicht, dass diese ebenso schnell antworten müssen. Geben Sie ihnen zwei bis drei Tage Zeit, oder vermerken Sie in der E-Mail, dass es eilt. Entgegen allen Gerüchten: Großbuchstaben sind noch nicht aus der Mode. Rechtschreibung und Grammatik sind auch bei E-Mails essenziell.

Ordnung muss sein! Vergessen sie nie eine aussagekräftige Betreffzeile, denn die hilft dem Empfänger, seine E-Mail-Flut zu ordnen. Anlagen sollten Sie in gängigen Dateitypen verschicken und darauf achten, dass Sie mit großen Datenmengen nicht das Postfach des Adressaten verstopfen.

Entspannungsphase

Im Meetingraum, beim Geschäftsessen oder bei offiziellen Anlässen dürfen Sie Ihr Jackett oder ihre Kostümjacke erst ablegen, wenn die Gastgeber Sie dazu auffordern oder es vormachen. Stoßen sie zu einer Gruppe, die sich bereits "entspannt", fragen Sie erst. Werden Ihnen Getränke angeboten, sollten Sie annehmen. So geben Sie Ihrem Gegenüber die Möglichkeit, ein guter Gastgeber zu sein. Mit exotischen Wünschen (Bananensaft, Brennnessel-Tee) bringen Sie Ihren Gastgeber allerdings in Verlegenheit.

Quelle: www.trust-wi.de

Im dynamischen Umfeld des Internets ergeben sich laufend neue Möglichkeiten und Methoden der Personalbeschaffung. Besonders wichtig sind Themen rund ums Personalmarketing geworden. Zentrale Trends sind für die befragten Unternehmen nach der CHRIS-Studie folgende:

  1. Eine Offerte wird einmal erfasst und auf mehreren Kanälen wie Metasuchmaschinen, Generalisten-Stellenbörsen wie Monster, fachspezifischen Special-Interest-Portalen oder Social-Media-Plattformen veröffentlicht. Dieses Multi-Posting kann Kosten- und Zeitersparnis sowie bessere Auffindbarkeit der Vakanzen bedeuten.
  2. Neben den Internet-Stellenbörsen oder Metasuchmaschinen wie beispielsweise dem Handelsblatt Jobturbo nutzen Bewerber die Karriereseiten der Unternehmens-Portale als zweithäufigsten Kanal bei der aktiven Stellensuche. Damit die auch von den Bewerbern gefunden werden, wird Suchmaschinenoptimierung (SEO) auch im Personalmarketing zunehmend ein Thema. Dies betrifft zum Beispiel Maßnahmen, die dazu dienen, dass die eigene Karriere-Webseite im unbezahlten Suchmaschinenranking auf einem möglichst hohen Platz erscheint. Rund 74 Prozent der Unternehmen halten dies für eine wichtige Maßnahme.
  3. Zwar ist der heimische Computer die Nummer 1 bei der Stellensuche und beim Bewerben, der mobile, ortsunabhängige Stellensuchprozess wird dennoch immer wichtiger. Auf der Agenda in den Personalabteilungen daher ebenfalls vertreten ist das sogenannte Responsive Design. Das heißt, Web-Inhalte wie die Karriereseiten sollten möglichst kompatibel sein für die verschiedenen Endgeräte der Bewerber und Jobsuchenden (PC, Tablet oder Smartphone).
  4. Was funktioniert, was funktioniert nicht im Recruiting-Prozess? Personalmarketing-Aktivitäten per Web Analytics erfassen, analysieren und auswerten halten rund 60 Prozent der Befragten für wichtig.

 

Kommentare (1)

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Sergio Puntila

27.11.2014, 20:04 Uhr

Was die Monstertruppe allerdings zu vergessen scheint beim Prüfstand:Monster kann ggf lediglich e i n Recruitingtool abbilden, ohne dabei d a s Recruitingtool sein zu können.
Womit sich dieser feine Werbeauftritt zwar nicht erledigt hat, indes auf Probleme beim Recruiting mechanistisch zu reagieren scheint.
Schwach wäre demnach also noch stark formuliert.

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