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06.03.2013

20:17 Uhr

Reise-Messe ITB

Jede dritte Reise im Internet gebucht

Bei manchem Reiseveranstalter sind zwei Drittel der Sommerreisen vergriffen, heißt es zum Auftakt der ITB. Die Deutschen bleiben reisefreudig – und buchen gern im Internet. Ein Reiseziel verliert deutlich an Zuspruch.

Darsteller in der Brandenburg-Halle auf der heute eröffneten Internationalen Tourismus Börse (ITB) in Berlin. dpa

Darsteller in der Brandenburg-Halle auf der heute eröffneten Internationalen Tourismus Börse (ITB) in Berlin.

Reiseweltmeister sind die Deutschen zwar nicht mehr - aber für die schönsten Wochen des Jahres geben sie so viel aus wie nie zuvor. Die Urlaubsausgaben erreichten im vergangenen Jahr trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten mit rund 63 Milliarden Euro für Reisen von fünf Tagen und mehr einen Rekordwert. Das berichtete die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) auf der weltgrößten Reisemesse ITB in Berlin, die am Mittwoch begann. Das entsprach einem Plus von von vier Prozent. Jeder Bundesbürger ließ sich seine Reise im Durchschnitt 914 Euro kosten. Das beliebteste Flugziel bleiben die Balearen.

Der weltgrößte Branchentreff war am Vorabend erstmals von Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnet worden. Sie würdigte die Messe mit ihren gut 10 000 Ausstellern aus mehr als 180 Ländern. „In 80 Tagen um die Welt ist passé. In 80 Minuten auf der ITB kann man das auch schaffen“, sagte Merkel. Partnerland in diesem Jahr ist Indonesien. Bis Sonntag werden rund 170 000 Gäste erwartet. Am kommenden Wochenende ist die ITB für das breite Publikum geöffnet. Die Besucher können erstmals Reisen buchen.

Welche Nation ist Reiseweltmeister?

Platz 10

Italien: Die Italiener, selbst mit einem wunderschönen Land gesegnet, gaben im Jahr 2012 über 20 Milliarden US-Dollar für Reisen ins Ausland aus.

(Quelle: UNWTO, Commerzbank Research)

Platz 9

Australien: Die Australier sind reisesüchtig. Man trifft sie an allen touristischen Hotspots der Welt. Entsprechend hoch sind ihre Ausgaben für Reisen ins Ausland - 2012 betrugen diese über 25 Milliarden US-Dollar.

Platz 8

Japan: Die Bewohner des Inselstaates gaben im vergangenen Jahr knapp unter 30 Milliarden US-Dollar bei Auslandsreisen aus. Sie bevorzugen Ziele in China, Südkorea oder den USA.

Platz 7

Kanada: Auch die Kanadier sind reisefreudig. Sie gaben im Jahr 2012 geschätzte 33 Milliarden US-Dollar dafür aus. Sie mögen besonders gerne europäische Städte: Paris und London zum Beispiel.

Platz 6

Russland: Die Russen gaben im vergangenen Jahr knapp 40 Milliarden US-Dollar bei ihren Reisen ins Ausland aus. Ein besonders beliebtes Reiseziel für betuchte Gäste aus Sankt Petersburg und Moskau: Die Mittelmeerinsel Zypern.

Platz 5

Die Franzosen gaben im Jahr 2012 knapp 40 Milliarden US-Dollar für Reisen aus.

Platz 4

England: Die Touristen aus den britischen Inseln reisen gerne nach Südeuropa - dahin, wo die Sonne den ganzen Tag scheint und das Essen schmeckt. Für ihre Reiseaufenthalte gaben die Briten im Jahr 2012 über 50 Milliarden US-Dollar aus.

Platz 3

BRD: Deutschland, lange Jahre der Reiseweltmeister, rutscht vom Thron auf Platz drei ab. Die Ausgaben betrugen das Jahr 2012 geschätzt 82 Milliarden US-Dollar.

Platz 2

Amerika: Die US-Amerikaner bleiben freudige Fernreisende. Egal, ob in der Welt oder im eigenen Land, wo sie auf faszinierende Ziele wie den Grand Canyon treffen. Ihre Ausgaben für Tourismus & Co lagen im Jahr 2012 bei über 85 Milliarden US-Dollar.

Platz 1

China: Die Touristen aus dem Reich der Mitte haben nicht nur die Deutschen vom Thron der Vielreisenden geschubst, sondern sie geben auch das meiste Geld bei ihren Reisen aus. Schätzungen zufolge betrugen die Urlaubsausgaben der Chinesen im Jahr 2012 über 90 Milliarden US-Dollar. Die Ausgaben nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent zu. Die Chinesen sind damit Reiseweltmeister.

Die Unternehmen, die unmittelbar mit chinesischen Touristen zu tun haben, stellen sich auf den Ansturm aus Asien ein. Zum Beispiel am Frankfurter Flughafen: Dort sprechen einzelne Mitarbeiter in Duty-Free-Shops mittlerweile Mandarin.

Merkel rief die Deutschen auf, auch im eigenen Land Urlaub zu machen. Millionen bleiben zuhause. Aber auch Mallorca und Co. feierten im vergangenen Jahr mit einem Plus um 3,6 Prozent auf 4,1 Millionen Passagieren aus Deutschland erneut bei Flugreisen einen Rekord. Das geht aus jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor.

Auch bei Alltours sind Mallorca-Reisen und zudem die Türkische Riviera in diesem Sommer besonders stark gefragt. Für das laufende Geschäftsjahr sind Alltours-Chef Willi Verhuven zufolge schon 65 Prozent des Gesamtvolumens an Reisen gebucht. Wie schwierig das Geschäft geworden ist, zeigt aber die Ankündigung des angeschlagenen Reisekonzerns Thomas Cook, der in Großbritannien 195 Reisebüros schließt und 2500 Stellen streicht.

Insgesamt stieg die Zahl der Fluggäste aus Deutschland mit Auslandsziel im vergangenen Jahr um 2,8 Prozent auf 77,3 Millionen. In Europa mussten die Griechen die größten Rückgänge verkraften, aus Deutschland kamen noch 2,06 Millionen Fluggäste nach Hellas, ein Zehntel weniger als ein Jahr zuvor der FUR-Reisestudie zufolge. Aber auch hier zeichnet sich ein Comeback ab: Bei Alltours sei „die Entwicklung sehr erfreulich“ mit einem Plus für Griechenland von 30 Prozent.

Die größten Billighotelketten

A&O

Die Firmengründer Oliver Winter und Michael Kluge wollten eine günstige und dennoch zentral gelegene Übernachtungsmöglichkeit für Backpacker, Jugendgruppen und Familien schaffen, so entstand im Jahr 2000 das erste A & O Hostel in Berlin Friedrichshain mit 164 Betten. 2010 besaß A&O schon 8200 Betten und die Übernachtungszahlen hatten sich von 80.000 auf 1,5 Millionen erhöht. Mittlerweile gibt es 19 Häuser in Deutschland, die jeweils Budgethotel und Hostel (Jugendhotel) unter einem Dach vereinen.

B&B

Die Budget-Hotelkette wurde 1990 in Frankreich gegründet und konnte in der Zwischenzeit auch in Deutschland Fuß fassen. Anfang 2011 verfügte die Kette über rund 230 Hotels, davon 42 in Deutschland (Stand 11/2011).

Motel One

Dieter Müller startete 2001 die Dicount-Hotelkette Motel One. Pro Zimmer veranschlagt Müller beim Bau eines neuen Hotels etwa 70.000 Euro – ein Vier-Sterne-Haus rechnet 80.000 bis 100.000 Euro. Außerdem verzichtet Motel One auf Tagungsräume und eigene Restaurants – stattdessen gibt es nur eine Bar, die gleichzeitig als Frühstücksraum genutzt wird. Die Gäste scheint es nicht zu stören, solange der Preis stimmt. In Deutschland gibt es aktuell 38 Motel One-Hotels.

Holiday Inn Express

Die Kette gehört zur riesigen InterContinental Hotels Group, zu der auch Crowne Plaza, Hotel Indigo, Staybridge Suites oder hotel Indigo zählen. In Deutschland gibt es 21 Holiday Inn Express Häuser.

Ibis

Zur ibis-Familie gehören die gewohnten ibis-Hotels (88 Häuser), die ibis-Styles Hotels (19 Häuser) und die ibis budget Hotels (73 Häuser), mit Zimmern für ein bis drei Personen. Die ibis-Familie des Hotelkonzerns Accor unterhält in Deutschland 180 Häuser und ist damit hierzulande die größte Budget-Hotelmarke

Für 2013 sind die Aussichten laut der FUR-Reiseanalyse ebenfalls positiv. „55 Prozent der Bundesbürger haben bereits feste Urlaubspläne, nur 12 Prozent wollen sicher nicht verreisen“, sagte FUR-Studienleiter Martin Lohmann. Die Reiseausgaben sollen stabil bleiben. Die meisten wollen genauso viel ausgeben wie 2012.

Kommentare (1)

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06.03.2013, 21:14 Uhr

Reiseweltmeister sind die Deutschen zwar nicht mehr, statistisch gesehen aber dennoch führend bei den Ausgaben auf die Einwohnerzahlen der Staaten umgerechnet.
Deutschland 1.002,44 US-Dollar
USA 270.79 US-Dollar
China 66,27 US-Dollar

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