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07.02.2013

14:30 Uhr

Reiseanbieter

Tui Travel hofft auf Sommermonate

Das Winterquartal der wichtigsten Tochter des deutschen Reisekonzerns Tui war ein typisches Winterloch. Fürs Gesamtjahr wird ein zweistelliges Gewinnwachstum erwartet. Die Fusion mit der Mutter ist vom Tisch.

Logo der deutschen Tui AG. Die britische Tochter Tui Travel ist in die roten Zahlen gerutscht. Reuters

Logo der deutschen Tui AG. Die britische Tochter Tui Travel ist in die roten Zahlen gerutscht.

CrawleyNach den üblichen Winterverlusten steuert Europas größter Reiseanbieter Tui Travel nach eigener Einschätzung auf ein starkes Sommergeschäft und Gesamtjahr 2013 zu. Bis zu ein Zehntel mehr Betriebsgewinn wollen die Briten bis Ende des laufenden Geschäftsjahres (30.9.) einfahren, wenn Sondereffekte außen vor bleiben. „In allen wichtigen Märkten bleibt die Nachfrage hoch, trotz des allgemeinen wirtschaftlichen Umfelds“, sagte Vorstandschef Peter Long am Donnerstag am Firmensitz in Crawley bei London.

Besonders in Großbritannien und Skandinavien hätten sich die Buchungen positiv entwickelt. Für die bevorstehende Sommersaison meldete Tui Travel für diese beiden Märkte ein Plus von 9 und 10 Prozent. In Deutschland dagegen verbuchte der Pauschalreise-Ableger der Tui AG ein leichtes Minus von einem Prozent. Bei Exklusivurlauben war das Interesse aber groß und wog diesen Rückgang beinahe auf.

Anhaltende Probleme hat Tui Travel in Frankreich. Die dortigen Tourveranstalter spüren nach wie vor die Unsicherheit der Kunden bei Reisen zu den traditionellen nordafrikanischen Zielen. Die Kapazität wurde um 12 Prozent gekürzt, für den Sommer gingen die Buchungen im Vergleich zum Vorjahr um 8 Prozent in den Keller. Insgesamt gelang Tui Travel bei Betrachtung aller Märkte ein Plus von 2 Prozent. Fast ein Drittel der angebotenen Sommer-Pauschalreisen sei schon verkauft.

Welche Nation ist Reiseweltmeister?

Platz 10

Italien: Die Italiener, selbst mit einem wunderschönen Land gesegnet, gaben im Jahr 2012 über 20 Milliarden US-Dollar für Reisen ins Ausland aus.

(Quelle: UNWTO, Commerzbank Research)

Platz 9

Australien: Die Australier sind reisesüchtig. Man trifft sie an allen touristischen Hotspots der Welt. Entsprechend hoch sind ihre Ausgaben für Reisen ins Ausland - 2012 betrugen diese über 25 Milliarden US-Dollar.

Platz 8

Japan: Die Bewohner des Inselstaates gaben im vergangenen Jahr knapp unter 30 Milliarden US-Dollar bei Auslandsreisen aus. Sie bevorzugen Ziele in China, Südkorea oder den USA.

Platz 7

Kanada: Auch die Kanadier sind reisefreudig. Sie gaben im Jahr 2012 geschätzte 33 Milliarden US-Dollar dafür aus. Sie mögen besonders gerne europäische Städte: Paris und London zum Beispiel.

Platz 6

Russland: Die Russen gaben im vergangenen Jahr knapp 40 Milliarden US-Dollar bei ihren Reisen ins Ausland aus. Ein besonders beliebtes Reiseziel für betuchte Gäste aus Sankt Petersburg und Moskau: Die Mittelmeerinsel Zypern.

Platz 5

Die Franzosen gaben im Jahr 2012 knapp 40 Milliarden US-Dollar für Reisen aus.

Platz 4

England: Die Touristen aus den britischen Inseln reisen gerne nach Südeuropa - dahin, wo die Sonne den ganzen Tag scheint und das Essen schmeckt. Für ihre Reiseaufenthalte gaben die Briten im Jahr 2012 über 50 Milliarden US-Dollar aus.

Platz 3

BRD: Deutschland, lange Jahre der Reiseweltmeister, rutscht vom Thron auf Platz drei ab. Die Ausgaben betrugen das Jahr 2012 geschätzt 82 Milliarden US-Dollar.

Platz 2

Amerika: Die US-Amerikaner bleiben freudige Fernreisende. Egal, ob in der Welt oder im eigenen Land, wo sie auf faszinierende Ziele wie den Grand Canyon treffen. Ihre Ausgaben für Tourismus & Co lagen im Jahr 2012 bei über 85 Milliarden US-Dollar.

Platz 1

China: Die Touristen aus dem Reich der Mitte haben nicht nur die Deutschen vom Thron der Vielreisenden geschubst, sondern sie geben auch das meiste Geld bei ihren Reisen aus. Schätzungen zufolge betrugen die Urlaubsausgaben der Chinesen im Jahr 2012 über 90 Milliarden US-Dollar. Die Ausgaben nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent zu. Die Chinesen sind damit Reiseweltmeister.

Die Unternehmen, die unmittelbar mit chinesischen Touristen zu tun haben, stellen sich auf den Ansturm aus Asien ein. Zum Beispiel am Frankfurter Flughafen: Dort sprechen einzelne Mitarbeiter in Duty-Free-Shops mittlerweile Mandarin.

Die saisontypischen Einbußen im Winter - weniger Menschen fahren dann auf der Nordhalbkugel in die Ferien - konnte Tui Travel auch diesmal nicht vermeiden. Unterm Strich stieg der Verlust bis Ende Dezember im Vergleich zum Vorjahresquartal von 103 auf 118 Millionen britische Pfund (136 Mio Euro). Ein Grund dafür liegt aber in einer geänderten Bilanzierung: Kosten für Leerflüge wurden anders verbucht.

Rechnet man diesen und andere Effekte heraus, schnitt Tui Travel mit einem operativen Fehlbetrag von 93 Millionen Pfund besser ab als Ende 2011 (109 Millionen Pfund). Der Gesamtumsatz sank um 4 Prozent auf 2,7 Milliarden Pfund.

Bei den Buchungen im Winter 2012/2013 legte Skandinavien um 4 Prozent zu. Das Deutschland-Geschäft ging im selben Umfang zurück - auch wegen des nachlassenden Interesses an Reisen ins politisch weiter instabile Ägypten. In Frankreich sackten die Buchungen sogar um 29 Prozent ab, auch hier spielte die Lage in Ägypten eine Rolle.

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