Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.03.2014

15:43 Uhr

Reisekonzern

Tui steuert neue Bestmarke an

Von Hapag Lloyd will sich Tui trennen und die Robinson-Clubs prüfen: Denn der Reisekonzern hat ehrgeizige Pläne. 2014/2015 will der Chef einen operativen Gewinn von einer Milliarde Euro erzielen.

TUI-Vorstandsvorsitzender Friedrich Joussen: „2014/15 werden wir die Zentralkosten von heute 73 auf unter 45 Millionen Euro gesenkt haben.“ dpa

TUI-Vorstandsvorsitzender Friedrich Joussen: „2014/15 werden wir die Zentralkosten von heute 73 auf unter 45 Millionen Euro gesenkt haben.“

HannoverDer Chef von Europas größtem Reisekonzern Tui, Friedrich Joussen, will im Geschäftsjahr 2014/15 das Betriebsergebnis auf eine Milliarde Euro steigern. „Im letzten Jahr lag unser operatives Ergebnis bei gut 760 Millionen Euro. Für das Geschäftsjahr 2014/15 haben wir uns eine Milliarde Euro vorgenommen“, sagte der Manager der „Wirtschaftswoche“. „Unsere Aktionäre sollen sich auf eine stabile und nachhaltige Dividendenpolitik verlassen können.“

Joussen bekräftigte den Plan, sich von der Beteiligung an der Containerreederei Hapag-Lloyd zu trennen: „Die gehört nicht zum Kerngeschäft und wird an die Börse gebracht oder verkauft.“ Die chilenische Reederei CSAV könnte mit Hapag-Lloyd fusionieren, ihre Aktionäre billigten den Schritt bereits. Ob der Zusammenschluss wirklich über die Bühne gehen kann, entscheidet sich bis Mitte April.

Unterdessen stellt Tui auch seine Robinson-Clubs auf den Prüfstand. „Unsere Club-Marke Robinson ist zwar extrem stark, bleibt aber mit einer Eigenkapitalrendite von nur sechs Prozent deutlich unter unserer Zielmarke von mindestens elf Prozent“, sagte Joussen. „Wir müssen bei Robinson prüfen, ob wir die richtigen Clubs an den richtigen Standorten haben und ob die Betreibermodelle stimmen.“

Welche Nation ist Reiseweltmeister?

Platz 10

Italien: Die Italiener, selbst mit einem wunderschönen Land gesegnet, gaben im Jahr 2012 über 20 Milliarden US-Dollar für Reisen ins Ausland aus.

(Quelle: UNWTO, Commerzbank Research)

Platz 9

Australien: Die Australier sind reisesüchtig. Man trifft sie an allen touristischen Hotspots der Welt. Entsprechend hoch sind ihre Ausgaben für Reisen ins Ausland - 2012 betrugen diese über 25 Milliarden US-Dollar.

Platz 8

Japan: Die Bewohner des Inselstaates gaben im vergangenen Jahr knapp unter 30 Milliarden US-Dollar bei Auslandsreisen aus. Sie bevorzugen Ziele in China, Südkorea oder den USA.

Platz 7

Kanada: Auch die Kanadier sind reisefreudig. Sie gaben im Jahr 2012 geschätzte 33 Milliarden US-Dollar dafür aus. Sie mögen besonders gerne europäische Städte: Paris und London zum Beispiel.

Platz 6

Russland: Die Russen gaben im vergangenen Jahr knapp 40 Milliarden US-Dollar bei ihren Reisen ins Ausland aus. Ein besonders beliebtes Reiseziel für betuchte Gäste aus Sankt Petersburg und Moskau: Die Mittelmeerinsel Zypern.

Platz 5

Die Franzosen gaben im Jahr 2012 knapp 40 Milliarden US-Dollar für Reisen aus.

Platz 4

England: Die Touristen aus den britischen Inseln reisen gerne nach Südeuropa - dahin, wo die Sonne den ganzen Tag scheint und das Essen schmeckt. Für ihre Reiseaufenthalte gaben die Briten im Jahr 2012 über 50 Milliarden US-Dollar aus.

Platz 3

BRD: Deutschland, lange Jahre der Reiseweltmeister, rutscht vom Thron auf Platz drei ab. Die Ausgaben betrugen das Jahr 2012 geschätzt 82 Milliarden US-Dollar.

Platz 2

Amerika: Die US-Amerikaner bleiben freudige Fernreisende. Egal, ob in der Welt oder im eigenen Land, wo sie auf faszinierende Ziele wie den Grand Canyon treffen. Ihre Ausgaben für Tourismus & Co lagen im Jahr 2012 bei über 85 Milliarden US-Dollar.

Platz 1

China: Die Touristen aus dem Reich der Mitte haben nicht nur die Deutschen vom Thron der Vielreisenden geschubst, sondern sie geben auch das meiste Geld bei ihren Reisen aus. Schätzungen zufolge betrugen die Urlaubsausgaben der Chinesen im Jahr 2012 über 90 Milliarden US-Dollar. Die Ausgaben nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent zu. Die Chinesen sind damit Reiseweltmeister.

Die Unternehmen, die unmittelbar mit chinesischen Touristen zu tun haben, stellen sich auf den Ansturm aus Asien ein. Zum Beispiel am Frankfurter Flughafen: Dort sprechen einzelne Mitarbeiter in Duty-Free-Shops mittlerweile Mandarin.

Der Tui-Chef kündigte zudem eine weitere Reduzierung der Kosten an, die unter anderem durch einen Personalabbau in der Konzernzentrale bereits gesenkt wurden. „2014/15 werden wir die Zentralkosten von heute 73 auf unter 45 Millionen Euro gesenkt haben“, sagte Joussen.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×