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22.01.2012

15:36 Uhr

Reisen bildet

Wenn Manager auf Reisen gehen

VonHans-Peter Siebenhaar, Stefani Hergert

Lernexpeditionen für Manager sind ein Trend. Die Sendergruppe Pro Sieben Sat 1 schickte ihr Team in Südkorea auf Entdeckungstour. Und es kam mit einigen Produkt- und Vermarktungsideen zurück.

Südkoreaner bei einem traditionellen Fest: Expeditionen sind in der Managerweiterbildung schon lange ein Trend dapd

Südkoreaner bei einem traditionellen Fest: Expeditionen sind in der Managerweiterbildung schon lange ein Trend

DüsseldorfDas bewegte Bild ist in Südkorea überall präsent. Es sind aber nicht die großen Fernsehbildschirme, sondern die Handy-Displays, die Millionen von Menschen in der U-Bahn, auf öffentlichen Plätzen und selbst im Grünen faszinieren. Denn in Südkorea ist das Handy-TV – das in Deutschland bislang scheiterte – seit Jahren ein Erfolgsmodell.

„Die Handys haben noch eine richtige Antenne und alle starren auf die Bildschirme. Das ist schon gewöhnungsbedürftig“, sagt Arnd Benninghoff, Geschäftsführer von Pro Sieben Sat 1 Digital. Der junge Manager reiste mit 23 weiteren Kollegen von Unterföhring, dem tristen Medienvorort von München, in das quicklebendige Seoul, der Hauptstadt Südkoreas. Eine Reise in das gelobte TV-Land. Denn die boomende Wirtschaftsnation ist in Bilder geradezu vernarrt.

Die Führungskräfte – verschiedener Hierarchien, unterschiedlicher Ausbildung, jung und alt – gingen auf eine sogenannte „learning expedition“, eine Lernreise. Eine Woche tourten die deutschen Manager durch Südkorea und Hongkong, besuchten Firmen wie die Smart-TV-Abteilung des Elektronikkonzerns Samsung und tauchten tief in die Landeskultur ein, etwa indem sie bei ganz normalen Familien zu Abend aßen oder mit Experten über das Nutzerverhalten in einer digitalen Gesellschaft debattierten. „Das war wie ein kreatives Bad“, sagte Berit Sochor, Entwicklungschefin beim TV-Produzenten Red Seven nach ihrer Rückkehr.

TV-Manager Arnd Benninghoff reiste mit Kollegen von München in die Hauptstadt Südkoreas. dpa

TV-Manager Arnd Benninghoff reiste mit Kollegen von München in die Hauptstadt Südkoreas.

Solche Expeditionen sind in der Managerweiterbildung schon lange ein Trend – wer asiatische Kunden verstehen will, muss vor Ort mit ihnen sprechen, ihre Gewohnheiten beobachten. Doch immer mehr Unternehmen schicken Mitarbeiter auf die Reise, damit sie mit neuen Ideen und neuen Produkten zurückkommen. Die Theorie dahinter: „Durch Emotionen lernen wir besser“, sagt Clark Callahan, der an der renommierten US-Wirtschaftshochschule Tuck am Dartmouth College die Weiterbildung leitet und dessen Team solche Reisen für Unternehmen organisiert.

Mit einem Betriebsausflug oder dem Urlaubstrip hat das nichts zu tun. Es geht darum, mit Managern anderer Unternehmen oder Branchen in Kontakt zu kommen, die andere Kultur kennenzulernen und innovative Produkte selbst zu erleben. Auch bei Pro Sieben Sat 1 war der Zweck der Reise klar definiert. „Wir wollen die Innovationsfähigkeit im Konzern stärken“, sagt Pro- Sieben-Sat1-Personalchefin Heidi Stopper, die diese Lernreise initiiert und organisiert hat. „Wir haben gezielt Marktführer angeschaut, aber auch den Alltag erkundet“, sagt die Personalmanagerin.

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