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06.12.2013

12:30 Uhr

Reiseveranstalter

Unruhen in Nordafrika sind schlecht für Club Med

Für den französischen Reiseveranstalter Club Med sieht es derzeit düster aus: Unruhen in Tunesien und Ägypten dämpfen die Reiselust. Nun will das Unternehmen in Schwellenländer expandieren.

Ägyptische Protestanten werfen im August dieses Jahres Steine auf Sicherheitskräfte. Die Unruhen in Nordafrika haben Club Med das Geschäft verhagelt. dpa

Ägyptische Protestanten werfen im August dieses Jahres Steine auf Sicherheitskräfte. Die Unruhen in Nordafrika haben Club Med das Geschäft verhagelt.

ParisDer französische Reiseveranstalter Club Méditerranée ist im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder ins Minus gerutscht. Nach zwei Jahren mit Gewinn betrug der Nettoverlust neun Millionen Euro, wie Club Med am Freitag in Paris mitteilte. Zu Buche schlug unter anderem die Schließung von vier Ferienanlagen. Der Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent auf 1,41 Milliarden Euro zurück. Insgesamt zählte Club Med 30.000 Kunden weniger.

„Der Sommer war in Europa noch schwieriger als erwartet, insbesondere in Frankreich“, sagte Club-Med-Finanzdirektor Michel Wolfovski der Nachrichtenagentur AFP. Wegen der Wirtschaftskrise blieben Touristen aus, zudem verzeichnete Club Med einen starken Rückgang von Buchungen für Urlaube in Ägypten und Tunesien, wo die politische Lage unruhig ist. „Das Umsatzwachstum in Asien und Amerika hat diesen europäischen Schock zum Glück dämpfen können“, sagte Wolfovski.

Welche Nation ist Reiseweltmeister?

Platz 10

Italien: Die Italiener, selbst mit einem wunderschönen Land gesegnet, gaben im Jahr 2012 über 20 Milliarden US-Dollar für Reisen ins Ausland aus.

(Quelle: UNWTO, Commerzbank Research)

Platz 9

Australien: Die Australier sind reisesüchtig. Man trifft sie an allen touristischen Hotspots der Welt. Entsprechend hoch sind ihre Ausgaben für Reisen ins Ausland - 2012 betrugen diese über 25 Milliarden US-Dollar.

Platz 8

Japan: Die Bewohner des Inselstaates gaben im vergangenen Jahr knapp unter 30 Milliarden US-Dollar bei Auslandsreisen aus. Sie bevorzugen Ziele in China, Südkorea oder den USA.

Platz 7

Kanada: Auch die Kanadier sind reisefreudig. Sie gaben im Jahr 2012 geschätzte 33 Milliarden US-Dollar dafür aus. Sie mögen besonders gerne europäische Städte: Paris und London zum Beispiel.

Platz 6

Russland: Die Russen gaben im vergangenen Jahr knapp 40 Milliarden US-Dollar bei ihren Reisen ins Ausland aus. Ein besonders beliebtes Reiseziel für betuchte Gäste aus Sankt Petersburg und Moskau: Die Mittelmeerinsel Zypern.

Platz 5

Die Franzosen gaben im Jahr 2012 knapp 40 Milliarden US-Dollar für Reisen aus.

Platz 4

England: Die Touristen aus den britischen Inseln reisen gerne nach Südeuropa - dahin, wo die Sonne den ganzen Tag scheint und das Essen schmeckt. Für ihre Reiseaufenthalte gaben die Briten im Jahr 2012 über 50 Milliarden US-Dollar aus.

Platz 3

BRD: Deutschland, lange Jahre der Reiseweltmeister, rutscht vom Thron auf Platz drei ab. Die Ausgaben betrugen das Jahr 2012 geschätzt 82 Milliarden US-Dollar.

Platz 2

Amerika: Die US-Amerikaner bleiben freudige Fernreisende. Egal, ob in der Welt oder im eigenen Land, wo sie auf faszinierende Ziele wie den Grand Canyon treffen. Ihre Ausgaben für Tourismus & Co lagen im Jahr 2012 bei über 85 Milliarden US-Dollar.

Platz 1

China: Die Touristen aus dem Reich der Mitte haben nicht nur die Deutschen vom Thron der Vielreisenden geschubst, sondern sie geben auch das meiste Geld bei ihren Reisen aus. Schätzungen zufolge betrugen die Urlaubsausgaben der Chinesen im Jahr 2012 über 90 Milliarden US-Dollar. Die Ausgaben nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent zu. Die Chinesen sind damit Reiseweltmeister.

Die Unternehmen, die unmittelbar mit chinesischen Touristen zu tun haben, stellen sich auf den Ansturm aus Asien ein. Zum Beispiel am Frankfurter Flughafen: Dort sprechen einzelne Mitarbeiter in Duty-Free-Shops mittlerweile Mandarin.

Club Med, für seine Feriendörfer bekannt, will sein internationales Geschäft weiter ausbauen und zielt dabei insbesondere auf Kundschaft aus China. In diesem Jahr buchten erstmals mehr als 100.000 chinesische Touristen bei Club Med, 2015 soll das Land der zweitwichtigste Markt für den Reiseveranstalter sein. Club Med setzt zudem zunehmend auf den gehobenen Tourismus.

Der operative Gewinn der Feriendörfer von Club Med fiel im Geschäftsjahr 2012/2013 um elf Prozent auf 55 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Der Umsatz ging wechselkursbereinigt um 1,3 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zurück. Auch die Buchungen in den vergangenen acht Wochen verheißen nichts Gutes: In der Region Europa/Afrika gaben sie um 1,7 Prozent nach, in Amerika um 2,5 Prozent. Einziger Lichtblick war Asien mit einem Plus bei den Buchungen von 6,4 Prozent.

Club Med ist derzeit Übernahmeziel: Die Finanzinvestoren Fosun International aus China sowie Ardian aus Frankreich sind an einem Kauf des Ferienanbieters interessiert.

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