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28.01.2014

07:42 Uhr

René Obermann

Ex-Telekom-Chef an die Lufthansa-Spitze?

ExklusivKaum hatte Ex-Telekom-Chef René Obermann seinen neuen Posten beim niederländischen Kabelnetzbetreiber Ziggo angetreten, ist er auch schon wieder auf dem Sprung. Der Chefposten bei der Lufthansa könnte das Ziel sein.

Ausbildung im Lufthansa Flight Training Center: Die externe Chef-Suche sei „keine Farce“. dpa

Ausbildung im Lufthansa Flight Training Center: Die externe Chef-Suche sei „keine Farce“.

Düsseldorf„Näher an den Maschinenraum“ zu rücken, das war der Wunsch René Obermanns als er im vergangenen Jahr den Abschied bei der Telekom einläutete. Der Chefposten bei einem im Vergleich zur Deutschen Telekom kleinen und feinen niederländischen Kabelunternehmen sollte es werden – doch dort kam ihm ein Großkonzern in die Quere. Gerade erst im Amt bei Ziggo, schluckt der US-Medienmogul John Malone mit seinem Konzern Liberty Global die Niederländer.

Das Ergebnis für Obermann: Er ist wieder auf dem Sprung. Und aus dem angestrebten Maschinenraum könnte über den Umweg in den Niederlanden ein Flugmaschinen-Hangar in Frankfurt werden. Nach Informationen des Handelsblatts (Dienstagausgabe zum Download) hat der Aufsichtsrat der Lufthansa Kontakt mit Obermann aufgenommen.

Das sind die neuen Flieger der Lufthansa

Spritsparende Modelle

Die Lufthansa hat im Herbst 2013 für 14 Milliarden Euro die neuesten Langstrecken-Jets von Boeing und Airbus bestellt. Die Airline deckt sich mit zweistrahligen Langstrecken-Jets ein, die wesentlich weniger Sprit verbrauchen sollen als derzeitige Modelle. Das ist wichtig, da die Tankrechnung einer der größten Kostenposten der Airline ist. Mit 300 bis gut 400 Sitzen sind die neuen Flieger eine Nummer kleiner als das Lufthansa-Flaggschiff, der Airbus A380.

A350 – Leichtbauweise und neue Triebwerke

Der A350 ist das neueste Kind des europäischen Flugzeugbauers: Erstmals hob der Jet mit zwei Triebwerken im Juni ab. Das vollkommen neu konstruierte Flugzeug besteht zur Hälfte aus Verbundwerkstoffen, die das Gewicht senken. Die Leichtbauweise und neue Triebwerke sollen dafür sorgen, dass der Spritverbrauch im Vergleich zu heutigen Maschinen um ein Viertel sinkt.

A350 – Platz für bis zu 350 Passagiere

Im A350 haben je nach Variante 270 bis 350 Passagiere Platz. Der von der Lufthansa bestellte Typ A350-900 zählt 314 Sitze. Derzeit liegen 707 Bestellungen für den laut Listenpreis bis zu gut 320 Millionen Dollar teuren Prestigeflieger vor. Das erste Exemplar soll 2014 an Qatar Airways ausgeliefert werden.

777X – Lufthansa Erstkunde?

So weit wie Airbus ist Boeing mit seinem Nachfolger des Bestsellers 777 lange nicht. Offiziell ist der Bau der zweistrahligen Maschinen noch nicht beschlossen - der US-Hersteller sammelt derzeit noch Bestellungen ein. Die Lufthansa hat gute Chancen, Erstkunde für die sogenannte 777-9X zu werden. Auch Emirates spielt eine Großorder durch. Die Auslieferung der Jets dürfte erst Ende des Jahrzehnts starten.

777X – 20 Prozent weniger Kerosinverbrauch

Die von der Lufthansa favorisierte Variante zählt 414 Sitze. Nach der Pannenserie beim Dreamliner 787 setzten die Boeing-Ingenieure aber nicht ganz so viel neue Technologie ein. Nicht das ganze Flugzeuge, sondern lediglich die Flügel und die Triebwerke werden neu konstruiert. Damit soll der Kerosinverbrauch um 20 Prozent sinken. Das Flugzeug ist eine Fortentwicklung des Bestsellers 777, der seit den 90er Jahren fliegt.

Der zu Telekom-Zeiten nicht immer unumstrittene Manager scheint also nach wie vor begehrt zu sein. So ist aus gut informierten Kreisen zu hören, dass Lufthansa-Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Mayrhuber Interesse an Obermann hat. Er wurde als Kandidat für den Posten des Vorstandsvorsitzenden der größten europäischen Fluggesellschaft identifiziert.

Mayrhuber sucht einen neuen Chef für Europas größte Fluggesellschaft. Zwar gibt es mit Carsten Spohr, Vorstandschef des Passagiergeschäfts, seit längerem einen aussichtsreichen internen Kandidaten. Aber Mayrhuber, selbst bis 2010 Vorstandschef der Airline, will alle Optionen prüfen.

„Die externe Suche ist keine Farce, Mayrhuber betreibt die absolut ernsthaft und meint es durchaus ernst“, heißt es im Umfeld der Lufthansa. Nach jüngsten Informationen führt Mayrhuber noch mit einem Kandidaten Gespräche. Ob das Obermann ist, ist allerdings offen. „Herr Mayrhuber hat nur einen sehr engen Kreis von Vertrauten eingeweiht. Er will erst an den Aufsichtsrat herantreten, wenn er auch was Handfestes vorweisen kann“, berichten Insider.

Den vollständigen Handelsblatt-Artikel finden Sie zum Download in unserem Kaufhaus der Weltwirtschaft unter www.kaufhaus.handelsblatt.com.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

28.01.2014, 10:00 Uhr

Ich liege gerade mit Herrn Obermanns Ex-Arbeitgeber im Rechtsstreit, der mir 6 Wochen lang eine DSL- und Telefonie-Störung mit Totalausfall nicht wieder herstellen konnte.

Schadenersatz und Entschuldigung Fehlanzeige.

Wenn der Vorstand einer solchen Firma gar zur Lufthansa wechseln sollte, befürchte ich das Schlimmste.

nichtzufassen

28.01.2014, 10:31 Uhr

Rene greift nun hier und da mios ab. Wenn dann eine bilanz nicht mehr rosig aussieht wird dringend reformiert, also leute entlassen und über zeitarbeitsfirmen für die hälfte des geldes eingestellt.
Und weder rene noch irgendjemand anders muss angst haben nachts durch eine stadt zu gehen, mit dem t-shirt aufdruck "ich beraube das volk."
Niemeand würde was unternehmen. und das ist das geniale daran.
Hochachtung an die obrigen!

Umschwung

28.01.2014, 10:39 Uhr

Das wäre sicherlich eine gute Alternative, mal einen Chef von Außerhalb in die Lufthansa zu holen um auch neue Ideen/Strategien zu generieren. Mit Spohr würde man sich einfach nur weiterhin im eigenen Kreis drehen und die Marken Vernichtung Lufthansa die Franz eingeleitet hat weiter vorantreiben... wobei Mayerhuber die ja mit Unterstützt hat. Der bisherige Slogan "There is no better way to flight" musste ja schon kassiert werden, weil es zig Gesellschaften gibt mit denen man besser fliegen kann. Wer den Servicelevel so absenkt wie Franz es getan hat, vernichtet Marke und wird austauschbar. Obermann hat Erfahrung mit Konzernen und würde sicherlich noch zusätzliche Leute an Bord holen... Generell ist es gut mal ab und an "Fremde" reinzuholen, die bisher nur Kunden waren...

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