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31.07.2013

11:27 Uhr

Rettungsgespräche gescheitert

Immobilienkonzern IVG steht vor der Pleite

Die Gläubiger sperren sich weiterhin, der Vorstand hat das Scheitern der Verhandlungen verkündet – der Immobilienkonzern IVG steht vor einem Trümmerhaufen. Insider haben die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben.

In den Büro- und Hotelkomplex „Squaire” am Flughafen Frankfurt/Main hatte IVG in rund vierjähriger Bauzeit etwa eine Milliarde Euro investiert. (Foto von 2011) dpa

In den Büro- und Hotelkomplex „Squaire” am Flughafen Frankfurt/Main hatte IVG in rund vierjähriger Bauzeit etwa eine Milliarde Euro investiert. (Foto von 2011)

FrankfurtDie Existenzkrise beim hoch verschuldeten Immobilienkonzern IVG spitzt sich zu. Das Bonner Unternehmen musste am späten Dienstagabend einräumen, dass es seinen Geldgebern keinen freiwilligen Schuldenerlass abringen kann. Die Gespräche seien vorerst gescheitert und es liege kein umfassender Restrukturierungsvorschlag der verschiedenen Gläubigergruppen vor, erklärte der Vorstand. Jetzt werde geprüft, ob der Konzern überhaupt noch außerhalb der Insolvenz saniert werden könne.

Sollte es keine positive Fortführungsprognose geben, würde die IVG nach früheren Angaben die Sanierung über den „Plan B” wählen - das Schutzschirmverfahren. Dafür darf die Gesellschaft aber nicht überschuldet sein. Eine Entscheidung soll in Kürze fallen. „Noch gibt es die Hoffnung, dass die Gläubiger vielleicht doch noch einlenken”, sagte ein Insider.

An der Börse führten die Nachrichten am Mittwoch zu einem regelrechten Ausverkauf: Der Kurs der IVG-Aktie halbierte sich in der Spitze auf nur noch zwölf Cent. Als „Pennystock” liegt das Papier inzwischen ohnehin in den Händen vieler spekulativer Anleger, langjährige Großaktionäre sind längst ausgestiegen. In den Boomzeiten hatte die Aktie einmal 35 Euro gekostet.

Die IVG hat mehr als vier Milliarden Euro Schulden angehäuft und wollte einen Erlass von rund 1,75 Milliarden durchsetzen, um wieder auf die Beine zu kommen. Die Verschuldungsquote (LTV) sollte auf diese Weise mittelfristig auf unter 60 von derzeit über 80 Prozent gedrückt werden.

Im Grundsatz war geplant, dass die Geldgeber - inzwischen zum Großteil Hedgefonds - auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten und dafür im Gegenzug IVG-Aktien erhalten. Bis Dienstag sollten die Gläubiger einen gemeinsamen Vorschlag zur Aufteilung der Lasten vorlegen, damit die IVG-Hauptversammlung am 12. September darüber abstimmen kann.

Kommentare (6)

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mantra

31.07.2013, 12:30 Uhr

Alle diese 3-Buchstaben-Companies gehören insbesondere im Finanzbereich von der Bildfläche entfernt!

th235

31.07.2013, 12:49 Uhr

PR
Die Vorstände, ob bei Praktiker und IVG müssten mit Haftbefehl von der Staatsanwaltschaft aufgesucht und hinter Gitter gebracht werden. Denn diese erfüllen nicht einmal die Grundregeln nach dem Aktienrecht, sondern sind Betrüger gem. § 263 StGB [Bilanzbetrug], Untreue gem. § 266 StGB und gem. § 93 Abs. 2 S.2 AktG hat der Vorstand zu beweisen, dass er seine Pflichten nicht verletzt hat.
Doch damit tut sich die Rspr. und die Staatsanwaltschaft in Deutschland verdammt schwer, "Königsmörder" zu spielen.

Marc

31.07.2013, 13:37 Uhr

naja, Dr. Leichnitz & Co. sind ja schon lange weg - die neuen Vorstände versuchen nun verzweifelt zu retten was zu "retten ist" - aber das ist anscheint nix.

Wie halt unsere Gesellschaft so ist - immer höher, schneller, weiter bis alles irgendwann es um die Ohren fliegt.

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