Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.02.2013

11:52 Uhr

Revolution im Autoverkehr

... und am Ende verschwindet der Fahrer

VonEmilio Frazzoli

Die Revolution im städtischen Verkehr hat begonnen. Im Jahr 2030 wird sich das Auto technologisch stark weiterentwickelt haben. Es wird mitdenken – und am Ende wird es wohlmöglich keinen Fahrer mehr brauchen.

Der selbstfahrende Toyota Prius: Die Google-Wagen sind mit Kameras, Radar-Sensoren und Laser-Messgeräten ausgerüstet. dpa

Der selbstfahrende Toyota Prius: Die Google-Wagen sind mit Kameras, Radar-Sensoren und Laser-Messgeräten ausgerüstet.

DüsseldorfMobilität ist ein menschliches Grundbedürfnis. Die Anziehungskraft von Spielzeugautos und Pferden auf Kinder, die Freude kleiner Mädchen, die zum ersten Mal Fahrrad fahren, oder die Begeisterung erwachsener Männer, wenn sie mit dem neuen Wagen den ersten Wochenendausflug machen - all das zeigt, wie wichtig persönliche Mobilität in unserem Leben ist. Der persönliche Kontakt mit der Familie und mit Freunden, ein Tag am Strand und ein Abendessen im neuen Trendlokal der Stadt werden 2030 genauso essenziell sein wie heute. Das gilt ebenso für die Fahrt zur Arbeit.

Das Auto wird sich im Jahr 2030 technologisch weiterentwickelt haben, Verbesserungen hinsichtlich Sicherheit, Komfort, Leistung und Zuverlässigkeit bieten und gleichzeitig umweltfreundlicher sein. Da künftig ein Großteil der Weltbevölkerung in die Stadt zieht, werden Fahrzeuge, die in erster Linie für lange Autobahnfahrten entwickelt wurden, durch kleinere und leichtere ersetzt, die sich quasi an die Stadt anpassen.

Das Auto kommuniziert künftig mit...

... anderen Autos

Das Auto funkt an hinter ihm fahrende Autos den Zustand der Straße, etwa Glättegefahr, meldet Staus, und fordert dazu auf, den Sicherheitsabstand zu halten. Ziele sind besserer Verkehrsfluss, weniger Unfälle, geringerer Schadstoffausstoß und Spritverbrauch.

... dem Autohersteller

Das Fahrzeug nimmt bei technischen Problemen bzw. bei Reparaturbedarf Kontakt mit dem Hersteller auf, der dem Besitzer dann Serviceangebote macht. Ziel ist die Vermeidung größerer Schäden am Fahrzeug und mehr Serviceumsatz für die Hersteller.

... Ampeln

Die Ampel meldet Umschalten auf Gelb-/Rotphase an, ankommende Autos, die dann vor zu hoher Geschwindigkeit warnen oder den Motor automatisch drosseln. Zu den Zielen gehören weniger Unfälle, geringerer Schadstoffausstoß und Spritverbrauch.

... Verkehrszeichen

Das Straßenschild funkt ans Auto den Beginn einer 30km/h-Zone, das Auto bremst automatisch auf diese Geschwindigkeit ab. Ziel ist mehr Sicherheit für Fußgänger.

... der IT des Arbeitgebers

Das Auto wird zum mobilen Büro, es ist in den E-Mailverkehr und in die Firmensoftware eingebunden. Ziel ist mobiles Arbeiten und einfachere Abrechnung von Fahrtkosten.

Kleine Elektrofahrzeuge für die lokale Mobilität sind bereits erhältlich, und die Automobilindustrie entwickelt und verkauft neue Modelle in diesem Marktsegment. Das sind wichtige Fortschritte. Doch sie werden wohl kaum das Verhalten von Fahrzeugbesitzern drastisch verändern. Dies ist eher von anderen technischen Fortschritten zu erwarten, beispielsweise von selbstfahrenden Autos.

Das Auto denkt künftig mit. Das Automobil wird zunehmend intelligenter. Die Ausstattung umfasst neuartige Navigations- und Umgebungserkennungssensoren, Funkgeräte für die Kommunikation mit anderen Fahrzeugen und mit der Straßeninfrastruktur sowie Computer für das Erstellen durchdachter Echtzeitplanungen und Steuerungsalgorithmen. Bereits heute gibt es Autos mit automatischem Abstandsregler (ACC), mit Einparkhilfe und Warnsystemen, die den Fahrer vor drohenden Kollisionen warnen und vor Unfällen schützen.

Autos, die unbemannt und ohne persönliche Kontrolle sicher und zuverlässig fahren, sind keine Zukunftsvision mehr. Ganz im Gegenteil! Die entsprechende Technologie ist bereits vorhanden und entwickelt sich rapide weiter - teilweise durch vom Militär geförderte Forschungs- und Entwicklungsprogramme. Eine Reihe von Unternehmen und Universitäten entwickelt kontinuierlich Fahrzeuge, die sich unbemannt im Straßenverkehr bewegen können oder im Konvoi von Menschenhand gesteuerten Fahrzeugen folgen, mit dem Ziel, die Auslastung bestehender Verkehrswege zu optimieren.

Autonomes Fahren ist in der Tat eine transformative Technologie. Sie hat das Potenzial, den Transport von Personen und die Einsatzmöglichkeiten von Fahrzeugen in der Stadt drastisch neu zu definieren. In fast allen Industrieländern basiert persönliche Mobilität derzeit auf Privat-Pkws, die im Besitz von Einzelpersonen sind und je nach Terminplan und Lebensstil zum Einsatz kommen. Das ist mit hohen Kosten verbunden: In Gegenden mit einer hohen Bevölkerungsdichte, etwa in modernen Metropolen, gehören Probleme aufgrund von Verkehrsstaus zum schmerzlichen Alltag. Ein Großteil der Bevölkerung verbringt täglich viele Stunden im stockenden Verkehr.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

rumblepack

13.02.2013, 13:04 Uhr

Ok die Robotic Cars kennen wir ja jetzt. Aber wann kann man sie denn ausprobieren? Wo liegen denn die aktuellen Probleme die Testautos auch für die Strasse zuzulassen? Beim E-Auto wissen wir ja, dass es die Reichweite der Batteriespeicher sind.

Braucht man dafür wirklich nochmal 20 Jahre. Klingt eher nach Innovationsbremse der Konzerne, um sich mehr Luft für Scheininnovationen für zwischendurch zu schaffen.

autonomus

13.02.2013, 13:43 Uhr

autonomes fahren und auch emobility gibt's doch heute schon: einfach mal wieder s-bahn oder u-bahn fahren...

Na_und

13.02.2013, 14:19 Uhr

Zitat "... und am Ende verschwindet der Fahrer"

Na und? Bei dem zu beobachtenden Fahrstil einiger Zeitgenossen (m/w natürlich), egal ob aufgrund einfachen Nichtkönnens oder der sattsam bekannten Grund-Aggression auf der Betonpiste, wäre das doch nicht unbedingt von Nachteil!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×