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03.10.2014

17:34 Uhr

Rezension Next Energy

Vom Leben im Jahr 2050

VonThorsten Giersch

Der Blick auf die Umsetzung der Energiewende macht derzeit keine große Freude. Da ist es schön, sich eine Vision vom Leben im Jahr 2050 zu gönnen. Das Buch „Next Energy“ bietet einen Einblick in den Alltag der Zukunft.

Wie leben wir im Jahr 2050? Ein Buchprojekt wagt den Blick in die Zukunft. dpa

Wie leben wir im Jahr 2050? Ein Buchprojekt wagt den Blick in die Zukunft.

DüsseldorfDer Blick auf die Stromrechnung, die mies durchgeführte Energiewende, insolvente Solarunternehmen: Das Thema Energieversorgung macht derzeit Sorge. Wer da nach Optimismus heischt, sollte einen Blick in das Buch „Next Energy“ werfen. Das Buchprojekt entstand im Rahmen des sogenannten Bullensee-Kreises, eines regelmäßigen Austausches zwischen renommierten Wissenschaftlern und Praktikern der Energiewirtschaft, der vom Versorger EWE gefördert wird. Dessen Vorstandschef Werner Brinker ist auch Herausgeber.

Darin folgt der Leser der Familie Janssen durch ihren Alltag. Die Handlung spielt m Jahr 2050 und der Fokus liegt auf allem, was mit Energie zu tun hat. Ihr Haus erzeugt durch lichtempfindliche Beschichtungen an den Häuserwänden und Decken seinen Strom selbst. Für die Fortbewegung ist Öl längst nicht mehr nötig; schließlich kam nach der am Ende dann doch noch geglückten Energiewende eine „Verkehrswende“.

Dennoch sind Parkplätze noch teuer – kostenlose gibt es auch für die Elektroautos seit 2030 nicht mehr. Und die Familienmitglieder streiten sich, ob ein eigenes Auto überhaupt nötig ist. Gemäß dem Motto „Mobilität nach Bedarf“ kommt man auch ohne gut durch die Republik. Familie Janssen handelt ökologisch, ohne nennenswert darüber nachzudenken. In ihrer Welt spielt das Thema Energiegewinnung und Ressourcen keine große Rolle mehr. Busse und Bahnen gibt es immer noch. Ergänzt werden sie zumindest in Ballungsräumen durch „Kapseln“, die Menschen zu den gewünschten Zielen bringen.

Den Autoren gelingt eine plastische Darstellung der Zukunft, allerdings wird nicht immer beschrieben, wie die Lösungen erreicht wurden. Zudem ist die Perspektive arg deutsch, die politische Ebene wird nur gestreift und von den zu erwartenden Konflikten in der Welt – zum Beispiel aufgrund von Wassermangel – ist auch nur bedingt die Rede.

Glaubwürdigkeit erreicht das Buch durch die präzisen Beschreibungen des Status Quo, geglückte Rückblicke in die Geschichte der Energiegewinnung und das Stellen der richtigen Fragen. Haften bleibt, dass wir in 30, 40 Jahren durchaus ressourcenschonend leben können.

Das Buch ist auch im Kaufhaus der Weltwirtschaft erhältlich.

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