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05.01.2010

11:35 Uhr

Richard Batty

Towers Watson mit neuer Spitze

VonDieter Fockenbrock

Höflich, sprachbegabt und "very british": Richard Batty wird neuer Deutschland-Chef der Personalberatung. Der bisherige Kopf der deutschen Towers-Organisation, Michael Kramarsch, übernimmt führende Aufgaben auf europäischer Ebene.

DÜSSELDORF. Richard Batty. An diesen Namen muss sich die Gemeinde der Personalmanager und -berater erst einmal gewöhnen. Batty wird nach Informationen des Handelsblatts neuer Deutschland-Chef von Towers Watson. Intern durchaus bekannt, hat sich Batty außerhalb des eigenen Hauses Towers bislang noch keinen Namen gemacht. Kein Wunder: War der Manager zuletzt vor allem hausintern unterwegs. Als „höflich“, „sprachbegabt“, vor allem aber „very british“ – so beschreiben Kollegen den neuen Chef.

Beste Voraussetzungen für seinen neuen Integrationsjob. Denn Richard Batty (56) muss zusammenführen, was bislang eher als Konkurrenz gegeneinander arbeitete. Die Beratungsfirmen Towers Perrin und Watson Wyatt hatten im Sommer 2009 ihre Fusion beschlossen. Seit Montag ist sie perfekt. Gesamtwert der Transaktion: vier Mrd. Dollar. Entstanden ist Towers Watson, börsennotiert in den USA, 14 000 Mitarbeiter in 34 Ländern. Allein die schon notierte Watson Wyatt machte bislang 1,6 Mrd. Dollar Honorarumsatz. Durch den Zusammenschluss mit Towers schließt Watson zu den weltweit führenden Personalberatungen auf.

Mit Batty wird die Firma noch ein wenig internationaler, als sie es ohnehin schon war. Denn der neue Deutschland-Chef trägt gleich zwei Pässe in seiner Tasche: einen eidgenössischen und einen britischen. Mit Batty rückt Towers Watson allerdings auch etwas näher an die amerikanische Mutter heran. Der Berater und Experte für Versicherungsfragen war in den Jahren 1996 bis 1999 Mitglied des Towers-Perrin-Boards.

Der gebürtige Österreicher Michael Kramarsch (40), bislang Kopf der deutschen Towers-Organisation, übernimmt führende Aufgaben auf europäischer Ebene. Kramarsch hat sich als Corporate-Governance-Fachmann einen Namen gemacht. Unternehmensführung und -kontrolle sowie Vergütungsstrukturen für Manager sind auch in Zukunft sein Spezialthema, jetzt allerdings in europäischer Dimension.

Nachfolger Batty steht vor einer schwierigen Aufgabe. Schließlich muss er eine börsennotierte Watson Wyatt mit einer als Partnerschaft geführten (Towers Perrin) zusammenbringen. Zumal Towers mit 400 Leuten hierzulande sehr dominierend in der neuen Gemeinschaft ist.

Beide Häuser haben in Deutschland schon Erfahrungen mit der Integration kleinerer Wettbewerber gemacht. Wyatt Watson, seit 2003 hierzulande aktiv, übernahm 2007 Heissmann, Spezialist für Altersversorgung. Und Towers Perrin hat seit 2005 die Mitarbeiterzahl in Deutschland auf fast 400 verdoppelt – unter anderem durch die Übernahme der Firma Rauser, ebenfalls Spezialberatung für betriebliche Altersvorsorge.

Genau dieses Arbeitsgebiet könnte Batty jedoch auch vor die größten Probleme stellen. Heissmann wie Rauser arbeiten auf demselben Gebiet, Synergieeffekte durch die Fusion wären hier am leichtesten zu heben. Andererseits: Mit insgesamt nur 80 Mio. Dollar Synergiepotenzial hat die neue Towers-Watson-Führung unter John Haley (CEO) und Mark Mactas (President) in New York den Anspruch nicht allzu hoch gehängt.

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