Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.01.2007

10:41 Uhr

Richard Gaul übernimmt Beraterfunktion

Von BMW zum BDI

VonKlaus Stratmann

Mit 60 Jahren gehen bei BMW Führungskräfte von Bord. Ein Alter, in dem sich viele Manager noch lange nicht allein aufs Golfen beschränken möchten. Auch Richard Gaul, langjähriger Kommunikationschef des Münchener Autokonzerns, will weiter arbeiten. Zu seinen ersten Auftraggebern nach dem Ausscheiden bei BMW zählt der Bundesverband der deutschen Industrie.

BERLIN. „Wir brauchen in Deutschland ein dramatisch besseres Verständnis von Wirtschaft“, sagt Gaul. Er will durch seine Arbeit für den BDI dazu beitragen, dieses Verständnis zu wecken. „Die deutsche Wirtschaft hat in den vergangenen Jahren still und leise eine Restrukturierung durchgezogen, die gigantisch ist. Nur hat man leider versäumt, das richtig zu erläutern.“ Das muss sich ändern, findet der 60-Jährige. Der Kommunikationsprofi will beim BDI im Hintergrund agieren. „Ich werde nicht bei einem Interviewtermin neben dem Präsidenten sitzen. Mir geht es darum, Strategien zu entwickeln. Dazu muss ich nicht in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden.“ Nach Einschätzung Gauls kann der BDI in der politischen Diskussion eine größere Rolle spielen als bislang. Gaul, ganz Automann: „Die Kraft darf nicht im Getriebe stecken bleiben, sie muss auf die Straße kommen.“

Gaul hat sein gesamtes Berufsleben der Kommunikation gewidmet, erst 16 Jahre als Journalist und dann 22 Jahre in der Konzernkommunikation bei BMW – bis zum Ende des vergangenen Jahres. Den dritten Teil seiner beruflichen Laufbahn will er als Berater bestreiten. „Mein Ziel war es ohnehin, eine strategische Kommunikationsberatung in der Nähe der Hauptstadt aufzubauen. Da kam mir das Angebot des BDI sehr recht“, sagt Gaul.

Er ist bereit, vier Tage in der Woche für den neuen Job zu opfern, die restlichen drei Tage zählen zur neu gewonnenen Freiheit, die Gaul am Rande Potsdams genießt, genauer gesagt: mit Blick auf den Schwielowsee, den schon Einstein als idyllisches Segelrevier liebte.

Der BDI kann Hilfe in der Außendarstellung gebrauchen. Die vergangenen Monate waren überschattet von inhaltlichen und personellen Querelen. Zunächst war der Verband mit dem Versuch gescheitert, den parlamentarischen Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Norbert Röttgen (CDU), zum Nachfolger von BDI-Hauptgeschäftsführer Ludolf von Wartenberg zu machen. Zusätzlich fiel die als Fusion angekündigte Zusammenarbeit mit anderen Spitzenverbänden der Wirtschaft auf eine engere Zusammenarbeit mit der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA) in sich zusammen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×