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11.01.2005

08:15 Uhr

Richard Orthmann will angeblich die Mehrheit an Beate Uhse wieder verkaufen

Das Schweigen des Investors

VonGregory Lipinski (Handelsblatt)

Richard Orthmann ist ein Mann der leisen Töne. Wenn man den Multimillionär auf sein Schweizer Imperium anspricht, wird er meist einsilbig.

HAMBURG. So auch am Freitag. Fast unbemerkt meldet der 51-jährige Steuerfachmann in einer dürren Finanzanzeige, dass die zu ihm gehörende Orthmann AG jetzt die Mehrheit am Flensburger Erotikversender Beate Uhse hält. Weitere Auskünfte hierzu gibt es nicht.

Der Zurückhaltung ist verständlich: Seit einigen Wochen meidet der Aufsichtsratschef des Sexartikelversenders bewusst die Öffentlichkeit. Der Grund: Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Manager wegen Betrugs und Untreue. Dabei geht es um Vorgänge bei der Beteiligungsfirma Capital Stage, an der Orthmann beteiligt war. Sie führten dazu, dass das Kapital aufgezehrt wurde.

Auch in der Vergangenheit hat Orthmann bei seinen Investments nicht immer eine glückliche Hand. Dazu zählen der Hamburger Textilfilialist Wünsche und die Gontard & Metallbank, die durch Missmanagement ins Schleudern geraten. Er und viele Anleger haben das Nachsehen: Beide Firmen melden Insolvenz an.

Nun will Orthmann möglicherweise kräftig Kasse machen. Denn Börsenbeobachter vermuten, dass der Kaufmann seine millionenschwere Aktienmehrheit an der Beate Uhse AG abgibt und auf einen satten Paketaufschlag hofft, heißt es in Börsenkreisen. Eine Sprecherin des Erotikversenders will davon nichts wissen: „Ich gehe davon aus, dass die Orthmann AG die Mehrheit behält.“ Anders sieht dies ein Sprecher der Schweizer Firma: Er betont, dass es sich hierbei um eine Finanzbeteiligung handelt. „Bietet uns jemand für Beate Uhse einen vernünftigen Preis, dann würden wir uns von dem Paket trennen.“

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