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10.08.2016

07:32 Uhr

Rocvin-Insolvenz

Neuer Investor rettet Limousinendienst des Bundestags

VonChristoph Seyerlein

Im Juli hatte der langjährige Fahrdienst des Bundestags Insolvenz angemeldet. Nun zeigt sich: Mit frischem Kapital sind die Fahrten für die Abgeordneten auch künftig gesichert. Doch der Streit geht weiter.

Das Unternehmen Rocvin hat einen neuen Investor gefunden. dpa

Bundestags-Fahrbereitschaft

Das Unternehmen Rocvin hat einen neuen Investor gefunden.

DüsseldorfDer Fall hatte im Juli für Aufsehen gesorgt. Seit siebzehn Jahren chauffieren die Fahrer des Limousinenservice Rocvin die Bundestagsabgeordneten zu ihren Terminen. Doch dann beschloss der Ältestenrat des Bundestages, seine Abgeordneten nach dem 31. Juli 2017 nicht mehr von Rocvin, sondern von der Bundeswehrtochter BW Fuhrpark kutschieren zu lassen. Mit einem Schlag war Rocvin den Auftrag los, der für das Unternehmen von existenzieller Bedeutung war. Als dann noch ein Altgläubiger ein Darlehen fällig stellte, musste Rocvin Insolvenz anmelden.

Doch Thomas Mohnke, Vorsitzender des Beirats von Rocvin, gab sich kämpferisch: „Ich sehe noch nicht, dass die Messe gelesen ist.“ Nun zeigt sich, dass er Recht behält. Wie der vorläufige Insolvenzverwalter Prof. Rolf Rattunde mitteilte, habe man einen Investor gefunden, der ein Insolvenzverfahren überflüssig mache.

„Ab 1. September kann Rocvin aus unserer Sicht wieder profitabel fahren“, wird Mohnke in der Mitteilung des Insolvenzverwalters zitiert, die Bezahlung der rund 240 Mitarbeiter sei gesichert. Auch persönlich lohnt sich die Entwicklung für Mohnke: Er soll künftig die Geschäftsleitung bei Rocvin übernehmen.

Um wen es sich bei dem neuen Geldgeber handelt, ist unbekannt, der Investor will nicht genannt werden. Rocvin hat ihn eigenen Angaben zufolge mit einem „neuen Verkehrskonzept einer umwelt- und serviceorientierten Personenbeförderung“ überzeugt. Wie genau dieses Konzept aussieht wollte der Fahrdienstleister auf Anfrage nicht näher erläutern. „Wir arbeiten dabei eng mit dem Fraunhofer Institut zusammen und werden die Ergebnisse im September präsentieren“, sagte Rocvin-Geschäftsführer Torsten Diehl dem Handelsblatt.

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