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02.04.2013

10:10 Uhr

Rohstoffgiganten

Glencore verschiebt erneut Fusion mit Xstrata

Die Untersuchungen der chinesischen Behörden dauern länger an als gedacht. Glencore hat deshalb die Hochzeit mit Xstrata wieder verschoben. China ist der wichtigste Absatzmarkt für den Rohstoffgiganten Glencore.

Glencore Hauptquartier in Baar, Schweiz. Die Fusion mit Xstrata wurde erneut verschoben. dapd

Glencore Hauptquartier in Baar, Schweiz. Die Fusion mit Xstrata wurde erneut verschoben.

LondonDer Rohstoffgigant Glencore verschiebt wegen andauernder Untersuchungen in China die Hochzeit mit Xstrata erneut. Der Zusammenschluss soll nun bis zum 2. Mai erfolgen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Grund sei die immer noch fehlende Zustimmung der chinesischen Behörden. Es seien zwar konstruktive Gespräche mit dem Handelsministerium geführt worden. Dennoch sei nicht damit zu rechnen, dass es rechtzeitig grünes Licht gebe, um den ursprünglich angesetzten Termin Mitte April einhalten zu können.

China ist der wichtigste Absatzmarkt für die Rohstoffe, die Glencore im Angebot hat. Das Unternehmen wartet seit mehreren Monaten auf die Zustimmung der chinesischen Behörden zu der Fusion mit Xstrata. Der Rohstoffhändler Glencore will den Bergbaukonzern Xstrata für 35 Milliarden Dollar kaufen - das wäre der bislang größte Zukauf in der Branche.

Die größten Rohstoffkonzerne der Welt

Platz 5

Anglo American

Das südafrikanisch-britische Unternehmen verdient sein Geld vor allem mit Industrie- und Edelmetallen, Diamanten - und Kohle. Der Konzern machte 2014 insgesamt 20,4 Milliarden Dollar Umsatz. Zu dem Portfolio gehört etwa auch der Diamantenschürfer De Beers. Anglo American ist der größte Platinförderer der Welt.

Quelle: Bloomberg,

Platz 4

Xstrata

Der Minenkonzern Xstrata ist der größte Zinkproduzent der Welt und hat sich mit dem berühmt-berüchtigten Rohstoffhändler Glencore zusammengeschlossen. Xstrata hatte an der Börse einen Wert von 55,1 Milliarden Dollar. Beide Unternehmen aus der Schweiz waren bereits eng verflochten. Glencore hielt rund 34 Prozent an Xstrata.

Platz 3

Vale

Der brasilianische Rohstoffkonzern Vale kommt auf einen Börsenwert von 107,9 Milliarden US-Dollar. Das einstige Staatsunternehmen verzeichnete ein rasantes Wachstum und stieg zum weltweit größten Förderer von Eisenerz auf. Zudem betreibt Vale die weltgrößte Eisenerzmine in Brasilien. In der Ferr Carajas-Mine werden 110 Millionen Tonnen Erz pro Jahr gefördert. Der Grundstoff für die Stahlerzeugung wird über rund 900 Kilometer per Eisenbahn in den nächsten Hafen gefahren.

Platz 2

Rio Tinto

Der britisch-australische Gigant rangiert auf Platz zwei der Eisenerzförderer. Das Traditions-Unternehmen mit zwei Hauptsitzen, in London und Melbourne, kommt auf eine Börsenwert von 111,6 Milliarden Dollar. Zudem betreibt Rio Tinto wichtige Kupferminen, wie etwa in West Australien. Die Anglo-Australier übernahmen sich 2007 fast am Kauf des kanadischen Aluminiumkonzerns Alcan und wurden selbst Ziel eines Übernahmeversuchs durch den Konkurrenten BHP Billiton.

Platz 1

BHP Billiton

Ein echtes Schwergewicht an der Börse mit einer Marktkapitalisierung von 199,7 Milliarden Dollar ist der britisch-australische Gigant BHP Billiton. Das Unternehmen betreibt Eisenerz- und Kupferminen, erweitert aber auch sein Geschäft etwa auf Schiefergasressourcen in den USA.

Der Termin für den Zusammenschluss wurde bereits mehrfach verschoben, weil die Genehmigung aus China fehlt. Das chinesische Handelsministerium ist allerdings nicht die einzige Aufsichtsbehörde weltweit, die das Vorhaben genehmigen muss. Zuletzt hatten milliardenschwere Abschreibungen die Gewinne der vor der Fusion stehenden Rohstoffgiganten Glencore und Xstrata größtenteils aufgefressen. Gesunkene Rohstoffpreise nagen in der gesamten Branche an den Ergebnissen. Der Bergbaukonzern Rio Tinto rutschte gar erstmals in der Unternehmensgeschichte in die Verlustzone. Sowohl Rio Tinto als auch Branchenprimus BHP Billiton zogen die Reißleine und kündigten in den vergangenen Monaten Chefwechsel an.

Von

rtr

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