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13.02.2006

08:00 Uhr

Rolf Schmidt-Holtz wird CEO von Sony BMG

Lieber in New York als in Gütersloh

VonAxel Postinett

Rolf Schmidt-Holtz (57) scheidet ab sofort aus dem Vorstand des Medienkonzerns Bertelsmann AG aus. Es wird für den bisherigen Chief Creative Officer keinen Nachfolger im Vorstand geben, teilte das Unternehmen mit.

Rolf Schmidt-Holtz ist zum Vorstandsvorsitzenden der weltweit zweitgrößten Plattenfirma Sony BMG ernannt worden. Foto: dpa

Rolf Schmidt-Holtz ist zum Vorstandsvorsitzenden der weltweit zweitgrößten Plattenfirma Sony BMG ernannt worden. Foto: dpa

HB DÜSSELDORF. Der Rückzug aus der Führungsetage in Gütersloh ist der Preis, den Schmidt-Holtz für seine Ernennung zum Chief Executive Officer der Sony BMG Music Entertainment in New York zahlen muss. Sony BMG ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Bertelsmann und Sony und entstand aus dem Zusammenschluss von BMG und Sony Music.

Der ehemalige Chef von Sony BMG, Andrew Lack, wird nun Aufsichtsratschef des Musikunternehmens. Diese Position hatte Schmidt-Holtz vorher inne. Unter Führung von Lack und mit Schmidt-Holtz an der Spitze des Aufsichtsrats verlor der zweitgrößte Musikkonzern der Welt zuletzt anhaltend Marktanteile. Branchenkenner führten dies auf ungelöste Integrationsprobleme nach der Fusion zurück. Bei verpatzten Markteinführungen sollen sich verantwortliche Manager gegenseitig die Schuld zugeschoben haben. Sie würden eher als Feinde und nicht als Partner agieren, heißt es.

Lack selber hatte erst Anfang 2003, kurz vor der Fusion mit BMG, die Führung der angeschlagenen und personell aufgeblähten Sony Music von der exzentrischen Musiklegende Tommy Mottola übernommen.

Schmidt-Holtz muss nun zügig die überfällige Zusammenführung der unterschiedlichen Unternehmensstile und Führungskulturen bewerkstelligen. Dass er das kann, hat er schon 1997 bewiesen. Damals führte er mit Rèmy Sautter die damalige CLT-Ufa, aus der der erfolgreiche Fernsehriese RTL Group entstand.

Mit der New Yorker Rochade endet für Schmidt-Holtz eine lange Medien-Karriere bei Bertelsmann. Der Journalist, früherer Herausgeber und Chefredakteur des Wochenmagazins „Stern“ war seit Mitte 2000 als Chief Creative Officer Mitglied des Vorstands der Bertelsmann AG, hatte jedoch keinen operativen Bereich mehr zu verantworten. Das dürfte ein Grund sein, warum ihm die Entscheidung zwischen New York und Gütersloh letztlich nicht schwer gefallen sein dürfte.

Zur Musik kam er durch einen tragischen Zufall. Ein für die Führung von BMG vorgesehener Manager verstarb 2001 nur kurz vor seinem Amtsantritt. In Gütersloh wurde nach einem Nachfolger gesucht, und Schmidt-Holtz ließ sich davon überzeugen, diesen Posten zu übernehmen.

Bei Bertelsmann wird Finanzvorstand Thomas Rabe die Führung des Musikgeschäfts übernehmen. Dieser Bereich umfasst bei Bertelsmann neben der 50-Prozent-Beteiligung an Sony BMG auch den Musikverlag.

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