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22.03.2017

17:27 Uhr

Roman Heini

Chef von Aldi Süd tritt überraschend ab

VonFlorian Kolf

Aldi Süd muss sich einen neuen Chef suchen. Roman Heini, Sprecher des Verwaltungsrates, verlässt den Discounter mit sofortiger Wirkung. Das sorgt auch im Unternehmen für große Überraschung.

Roman Heini, der Sprecher des Verwaltungsrates, verlässt überraschend das Unternehmen. dpa

Aldi Süd

Roman Heini, der Sprecher des Verwaltungsrates, verlässt überraschend das Unternehmen.

DüsseldorfEin überraschender Wechsel an der Spitze erschüttert die Zentrale von Aldi Süd: Roman Heini, Sprecher des Verwaltungsrats, verlässt das Unternehmen mit sofortiger Wirkung. Seine Aufgaben werden künftig von den bisherigen Verwaltungsräten Peter Ernst und Jens Ritschel sowie ab Mai 2017 Max Hofmarksrichter gemeinsam wahrgenommen.

Über den Grund für den Wechsel wurde bisher nichts bekannt, selbst im Unternehmen hatte außerhalb des engsten Führungskreises niemand damit gerechnet. Der Verwaltungsrat koordiniert die Geschäfte der 31 deutschen Regionalgesellschaften und leitet damit praktisch das wichtige Deutschlandgeschäft.

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Heini ist ein klassisches Aldi-Eigengewächs. Er startete 1996 mit einem dualen Studium als Diplombetriebswirt bei Aldi, war rasch Regionalverkaufsleiter und machte dann Karriere auf Auslandsstationen. Er baute das Aldi-Netz in der Schweiz auf und wurde danach Hauptgeschäftsführer für Großbritannien und Irland.

Heini stand für eine konsequente Öffnung des bisher sehr verschwiegenen Familienunternehmens. Das zeigte er bereits in Großbritannien, wo er mit einer Erweiterung des Sortiments den Discounter aus der Nische holte und wirtschaftlich auf Erfolgskurs brachte. Er schaltete Anzeigen und Fernsehwerbung und gab sogar Interviews – für Aldi vorher undenkbar. Sein Wechsel an die Firmenspitze in Mülheim an der Ruhr galt deshalb als Signal für Veränderung und Modernisierung im gesamten Unternehmen.

In Unternehmenskreisen heißt es jedoch, dass mit dem Abschied von Roman Heini kein grundsätzlicher Wechsel in der Strategie erwartet wird. Das betont auch das Unternehmen selber in der Mitteilung zur Personalveränderung. „Der Verwaltungsrat wird den bereits erfolgreich eingeschlagenen Kurs konsequent fortsetzen“, heißt es da.

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